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Stadtwerke: "e.on führt Kunden hinters Licht"

veröffentlicht am 10.06.2009 um 20:19 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Strom

Hameln (mafi). Auf harschen Protest der Stadtwerke Hameln (GWS) ist eine Werbeaktion der e.on Westfalen Weser Vertrieb GmbH gestoßen. GWS-Chefin Susanne Treptow meint, dass heimische Stromkunden durch den Paderborner Konkurrenten „hinters Licht geführt werden“. Wegen eines aus Sicht Treptows unlauteren Preisvergleichs würden derzeit juristische Schritte gegen das e.on-Unternehmen geprüft.
 In einem Schreiben an zahlreiche Haushalte des Hamelner Postleitzahlgebietes 31787 bietet e.on Westfalen Weser einen Stromtarif „Schnupper & Spar“ an. Unter der Aufforderung „vergleichen Sie selbst“ werden die jährlichen Kosten für einen Durchschnittshaushalt gegenübergestellt: 868,96 Euro bei Yello Strom, 826,00 Euro bei e.on und 826,38 Euro bei der Grundversorgung durch die Stadtwerke Hameln. Wie Treptow erklärt, ist der Vergleich falsch, weil e.on Westfalen Weser hier den ungünstigen Grundversorgungstarif, der nur bei wenigen schlechten Kunden kassiert werde, ansetze, nicht aber den üblichen Tarif „GWS regioplus.strom“. Dieser würde bei dem Modellkunden, der 3500 Kilowattstunden Strom bezieht, eine Rechnungssumme von 798,20 Euro bedeuten, sei also deutlich günstiger als das Angebot der e.on-Konzerntochter. e.on gewährt den Neukunden allerdings noch einen Bonus von 50 Euro.
 Zusätzlich pikant ist für Treptow, dass e.on den Grundversorgungstarif auch für die Werbeaktion in Hamelner Ortsteilen benutzt. Dort liege die gesetzliche Pflicht zur Grundversorgung ausgerechnet bei e.on Westfalen Weser als Netzbetreiber. „Viele Kunden sind verunsichert“, berichtet die GWS-Geschäftsführerin. Sie glaubt, dass e.on „den Rest an Vertrauen verspielt“, und stellt fest: „Die treiben auf diese Weise die Kunden in meine Hände.“ Seit Anfang 2008 haben die Hamelner Stadtwerke laut Treptow gerade auch unter Hinweis auf ihre Kundennähe und damit Kundenfreundlichkeit e.on Westfalen Weser 1500 Kunden abgenommen.
 e.on hatte für seine Informationen offenbar auf das von Stiftung Warentest gelobte Internetportal „tarifvergleich.de“ zugegriffen. Dort steht die GWS derzeit auf Platz 70 – allerdings mit dem ungünstigen Basistarif. Edgar Schroeren, Pressesprecher bei der e.on Westfalen Weser Vertrieb GmbH betont, der Vergleich mit der Grundversorgung sei branchenüblich. Der in dem Werbeschreiben nicht aufgeführte Grundversorgungstarif von e.on Westfalen Weser Vertrieb „ist bekannt oder im Internet recherchierbar“. Der Vertrag enthalte eine Preisgarantie für ein Jahr, und der Kunde erhalte „rechtzeitig vor Vertragsende ein attraktives Anschlussangebot“.



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