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Grüne machen Vorschlag

„Stadtteilschulen“ für Hameln?

HAMELN. Wie soll es weitergehen mit den Weiterführenden? Soll es in Hameln beim viergliedrigen Schulsystem bleiben? Oder soll alles auf die zwei Möglichkeiten Gymnasium und Integrierte Gesamtschule hinauslaufen? Die Grünen haben Stellung bezogen. Sie bringen ein neues Stichwort ins Spiel: die Stadtteilschule.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 13:47 Uhr
aktualisiert am 11.02.2019 um 17:50 Uhr

Was wird aus dem Gebäude der Wilhelm-Raabe-Schule an der Lohstraße? . Foto: Wal
Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Die Stadt hatte bereits im November im Schulausschuss darüber abstimmen lassen wollen, doch die Politik war sich noch unschlüssig. Am Donnerstag, 14. Februar, wird es einen zweiten Anlauf geben. Vorab haben die Grünen in einem fünfseitigen Positionspapier Stellung bezogen. Sie bringen ein neues Stichwort ins Spiel: die Stadtteilschule.

Die grüne Ratsfraktion sieht den Status quo als Auslaufmodell. Die Eltern möchten ihre Kinder nach Möglichkeit auf die Gymnasien schicken, die übrigen Schulformen haben das Nachsehen. Die Konzentration auf zwei Schulformen würde dazu führen, dass beide – also IGS und Gymnasium – „auf Augenhöhe“ wahrgenommen würden, hoffen die Grünen. Zur Zweigliedrigkeit gehe auch der bundesweite Trend. Das von der Stadtverwaltung – als Option – entworfene zweigliedrige Modell findet jedoch nicht die „uneingeschränkte Zustimmung“ der Grünen.

Wie auch die Stadt erwägen die Grünen, die Pestalozzi-Schule als reine Grundschule, also nicht mehr als Oberschule, zu führen – „um so Erweiterungsbauten an anderer Stelle der Nordstadt zu vermeiden“, heißt es im Papier von Ratsfraktion und Ortsverband. Abgelehnt wird von den Grünen jedoch die Idee, die Theodor-Heuss-Realschule zu einer achtzügigen IGS umzubauen „und den Schulstandort in der Südstadt zu schließen“, wie die Grünen schreiben. In den Überlegungen der Stadtverwaltung wird erwogen, die Wilhelm-Raabe-Schule in der Südstadt von der Grund- und Oberschule zu einer reinen Grundschule am Standort Königstraße zu machen, das Schulgebäude an der Lohstraße könnte dann „anderweitig genutzt beziehungsweise veräußert werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Theodor-Heuss-Realschule indes, so befürchten die Grünen, würde als achtzügige IGS zu groß, „der „bisherige Charakter der Theodor-Heuss-Realschule würde in diesem großen Schulzentrum untergehen“, heißt es.

Die Grünen blicken nun nach Hamburg: Sie schlagen vor, nach Vorbild der Elbmetropole Stadtteilschulen „mit unterschiedlichen Profilen“ in der Südstadt (Raabe-Schule) und an der Breslauer Alle (Heuss-Realschule) – zu errichten. Diese sollen dann zusammen mit der bestehenden IGS „die zweite Säule im Hamelner Schulsystem bilden“. Konkret bedeute dies: eine fünfzügige Stadtteilschule an der Breslauer Allee und eine vierzügige an den Standorten König- und Lohstraße.

In Hamburg allerdings gilt die Stadtteilschule, hervorgegangen aus Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Aufbaugymnasien – als eigene Schulformen. Diese bietet als Alternative zum Gymnasium alle Schulabschlüsse bis zum Abitur. Das Konzept: Leistungsstarke und -schwache Kinder lernen gemeinsam. „Gemeinsames Lernen so lange wie möglich“, nennen auch die Hamelner Grünen als Kern grüner Bildungspolitik.

Die Hamelner Stadtteilschulen möchten sie unter das Dach der Schulform IGS stellen. Zum Besuch der Oberstufe ginge es dann weiter auf die Gymnasien, die bestehende Gesamtschule oder die berufsbildenden Schulen. Zu allzu kühnen Sprüngen ist die Kommunalpolitik beim Thema Schulen jedoch nicht in der Lage: Bildung ist Landessache. In diesen Punkten, heißt es im Papier der Grünen, müsse die Stadt also „auf die Landesregierung einwirken, damit diese bessere Rahmenbedingungen schafft“.

Ohne Investitionen in Schulgebäude wird es ebenfalls nicht gehen, diese hätten sich in den vergangenen Jahren „sehr auf die Gymnasien konzentriert“, so die Grünen. Bedarf gebe es besonders an der Wilhelm-Raabe-Schule.


Info: Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Familie, Kindertagesstätten, Schulen und Sport findet statt am Donnerstag, 14. Februar, 16 Uhr, in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums (Knabenburg 2). Das Positionspapier der Grünen ist unter gruene-hameln-pyrmont.de abrufbar.



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