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„Es bleibt eine große Herausforderung“

Stadtbaurat Aden: Das hat sich beim sozialen Wohnungsbau getan

HAMELN. Auf der einen Seite stehen Menschen, die Schwierigkeiten haben, eine Wohnung zu finden, auf der anderen Seite liegt der Wohnungsmarkt mit seinen verschiedenen Akteuren: Stadt, Landkreis, Wohnungsgesellschaften, private Vermieter. Vor 14 Monaten veröffentlichte die Stadt Hameln Ergebnisse einer Analyse zum Thema Sozialer Wohnraumbedarf. Damals hatte die Stadt „erste Anzeichen für einen Handlungsbedarf“ ausgemacht in dem Segment „kleine, günstige Wohnungen“. Doch hat sich seither etwas getan? „Ja“, sagt Stadtbaurat Hermann Aden.

veröffentlicht am 12.01.2018 um 18:14 Uhr
aktualisiert am 12.01.2018 um 20:25 Uhr

Der Bau der neuen HWG-Wohnungen an der Stüvestraße wird vom Land gefördert – dafür muss im Gegenzug der Mietzins für 64 bestehende Wohnungen auf 20 Jahre gedeckelt werden. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Erster Ansprechpartner in diesem Bereich ist aus städtischer Sicht die Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft (HWG) als Tochterunternehmen der Stadtwerke. „Mit der eigenen Tochter haben wir seit 2016 in den Wohnungsbau investiert“, sagt Aden.

So seien für den Bau der 49 neuen Wohnungen an der Stüvestraße 64 Wohnungen „neu in die Bindung gegangen“. Das heißt, dass für jene Wohnungen der Preis nicht über 5,60 Euro pro Quadratmeter liegen darf über einen Zeitraum von 20 Jahren. Aden verweist aber auch darauf, dass der durchschnittliche Mietzins der etwa 2000 HWG-Wohnungen sogar darunterliegt: bei 4,90 Euro pro Quadratmeter.

Bevor die Ergebnisse der Analyse auf dem Tisch lagen, war ein halbes Jahr zuvor unter dem Dach der HWG außerdem die Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau und Projektentwicklungsgesellschaft gegründet worden. Zunächst, um für Flüchtlinge schnell Wohnraum zur Verfügung zu haben, doch eben auch, um für andere Mieter bezahlbaren Wohnraum bereitzuhalten. Dass die Gesellschaft jedoch noch gar nicht agiert hat, räumt Aden zwar ein, doch sie sei bereits mit etlichen Millionen Euro als Startkapital ausgestattet und soll auf dem Gelände des Bailey-Parks einsteigen. Der erste Spatenstich wird dort aber wohl erst 2019 erfolgen.

Die Stadt Hameln setzt bei der Bereitstellung günstigen Wohnraums auch auf private Vermieter; laut der Analyse des Marktes standen 2016 über 1200 Wohnungen leer. Das Problem sei aber, „dass viele Privatinvestoren damit nichts zu tun haben wollen“, sagt Aden über sozialen Wohnungsbau und die damit verbundene Mietpreisdeckelung. Um die Vermieter aber über die Fördermöglichkeiten des Landes zu informieren, hatte die Stadt zusammen mit „Haus & Grund“, dem Eigentümer-Verband, im Frühjahr 2017 zu einem Runden Tisch „Wohnungsmarkt“ eingeladen, erzählt Aden. Dort seien auch die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt worden. Unterm Strich „bleibt es eine ganz, ganz große Herausforderung“, sagt Aden über den sozialen Wohnungsbau. Zwar habe Niedersachsen die Förderkulisse nachgebessert, doch was nütze das, wenn beispielsweise die NBank auf mehreren Millionen Euro Förderkonditionen sitzenbleibt, fragt Aden. Er sieht hauptsächlich das Land und den Bund in der Verantwortung.

Just am Freitag kündigte Niedersachsens Umwelt- und Bauminister Olaf Lies an, ein „Bündnis für bezahlbares Wohnen“ schaffen zu wollen. Das Land setze sich dafür ein, „dass Wohnungswirtschaft und Investoren wieder mehr im preisgünstigen Segment aktiv werden. Dazu müssten die Investitionsanreize erhöht werden“, heißt es in einer Presseerklärung.

Was die Stadt mit ihren Gesellschaften aus Adens Sicht nicht leisten kann: Wohnungen für bestimmte Personenkreise vorzuhalten. „Im Rahmen der diskriminierungsfreien Vergabe von frei werdenden Wohnungen im Bestand der HWG oder der GSW hat jeder potenzielle Mieter, also auch der von Ihnen angesprochene Personenkreis, die grundsätzliche Möglichkeit, eine Wohnung anzumieten.“ Es gebe viele Hilfsangebote, öffentliche wie private, die diesen Menschen unter die Arme greifen. Eine Einzelfallbetreuung dagegen „übersteigt unsere Möglichkeiten“, sagt Aden. Allerdings: „Jemandem, der unverschuldet obdachlos wird, dessen Haus ausbrennt, dem versuchen wir ja schon, zu helfen.“

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