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Hameln blüht was

Stadt will Blumensamen sponsern – klappt’s zum Saisonstart?

HAMELN. In Hameln könnte es bald an vielen Orten blühen: Zum einen sollen Wildblumen auf kommunalen Flächen ausgesät werden und zum anderen sollen Wildblumensamen an die Hamelner ausgegeben werden. Die Idee stammt von der rot-roten Gruppe im Hamelner Rat - ob sie noch in diesem Jahr umgesetzt werden kann, ist aber ungewiss.

veröffentlicht am 14.03.2019 um 17:40 Uhr
aktualisiert am 14.03.2019 um 20:20 Uhr

Kapuzinerkresse, Klatschmohn, Kornblume – und viele Sorten mehr sind in Mischungen von Wildblumensamen enthalten. Foto: dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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HAMELN. So sperrig der Name auch klingt – das Ergebnis könnte hübsch anzusehen und äußerst nützlich sein: kommunales Blühpflanzenprogramm. Die rot-rote Gruppe im Hamelner Rat hat sich mit ihrem Antrag zu eben jenem Programm, das dem Schutz von Insekten und hauptsächlich Bienen dienen soll, ein äußerst grünes Thema geschnappt und rennt damit offenbar offene Türen ein. In Gesprächen, die er mit den anderen Fraktionen geführt habe, sagt Gruppensprecher Wilfried Binder, habe er nur positive Reaktionen erfahren. Selbstverständlich ist das nicht, denn das eine oder andere Projekt, das in Hameln mit Pflanzen und Grün zu tun hatte, ist schon gescheitert, auch mit Stimmen der SPD: Citytrees, Baumschutzsatzung, „essbare Stadt“, um drei zu nennen.

Die Kernidee des Programms: Wildblumen auf kommunalen Flächen aussäen, wo es sinnvoll ist und Wildblumensamen an die Hamelner ausgeben, auf dass sie selbst eine blühende und Nektar spendende Ecke in ihren eigenen Gärten erschaffen.

In Hessisch Oldendorf können bereits in diesem Jahr Bienen und Co. von Blumen aus Steuermitteln profitieren; die Kosten sind überschaubar: 1300 Euro hat „H.O.“ nach eigenen Angaben für 1000 Tütchen mit Saatgut ausgegeben, die im vergangenen Jahr für die Aktion „H.O. blüht auf“ geordert wurden. 650 davon sind laut Projektkoordinator Andreas Hunte schon unter die Leute gebracht worden, 350 sind also noch zu haben. Von April bis Mai sollen die Samen auf einer Fläche von fünf Quadratmetern in die Erde eingeharkt werden, geblüht wird dann von Juni bis Oktober. Auch auf kommunaler Erde, zum Beispiel entlang des Weserradweges oder auf Friedhöfen, sollen bald Blumen wachsen – dafür setzt die Stadt aber nicht auf die einjährige, sondern auf eine mehrjährige Mischung. Im zweiten Schritt will die Stadt Hessisch Oldendorf auch die eigenen an Landwirte verpachteten Flächen teilweise, am Rand, in blühende Landschaften verwandeln. Dafür müssten jedoch zunächst die Pachtverträge geändert werden.

Ob in Hameln auch schon in wenigen Monaten geschenkte Blumen blühen, ist fraglich: Der Rat, der über das „Blühpflanzenprogramm“ entscheiden soll, tagt wieder am 27. März, und für den Umweltausschuss am Mittwoch, der die Weichen Richtung baldiger Blüte hätte stellen können, war der Antrag der rot-roten Gruppe einen Tag zu spät eingegangen. Für den 9. Mai ist dann die nächste Ratssitzung datiert – für eine Blüte ab Juni in diesem Jahr könnte es also knapp werden.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

Die Idee ist super und funktioniert in anderen Gemeinden schon gut. Auch Hameln kann mit überschaubaren Mitteln dazu beitragen, Arten zu schützen und Vielfalt zu unterstützen. Vor allem auf kommunalen Flächen – denn: Als Anreiz ist es natürlich toll, ein Tütchen mit Blumensamen geschenkt zu bekommen, aber Hand aufs Herz: Wer loslegen möchte, muss nicht auf einen Ratsbeschluss warten, sondern kann schon jetzt für wenige Euro Blumensamen kaufen und gleich im April aussäen.



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