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Rathaus ging von Vertragsverlängerung aus – fragte aber auch nicht nach

Stadt von Pachtauslauf am Rattenfängerhaus „überrascht“

HAMELN. Claudio Griese hat die Nachricht, dass die Pächterin des Rattenfängerhauses ihren Vertrag auslaufen lässt, am Freitag aus der Zeitung erfahren. Entsprechend „überrascht“ habe er die Information aufgenommen, wie der Oberbürgermeister im Dewezet-Gespräch sagte. Er sei davon ausgegangen, dass das Pachtverhältnis fortgesetzt werde. Griese steht nun vor der Herausforderung, innerhalb von relativ kurzer Zeit, eine Nachnutzung für eines der bekanntesten historischen Gebäude der Stadt zu finden.

veröffentlicht am 22.02.2019 um 17:21 Uhr
aktualisiert am 22.02.2019 um 20:40 Uhr

Elf Monate hat die Stadt nun Zeit, eine Folgenutzung für das bedeutsame Rattenfängerhaus zu finden. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Zwar habe die Stadtverwaltung gewusst, dass die Option zur Pachtverlängerung zum 31. Januar dieses Jahres auslaufe. Darauf angesprochen habe die Stadt die Pächterin Christina Hartlieb-Fricke allerdings „nicht explizit“, wie Stadtsprecherin Janine Herrmann auf Anfrage bestätigt. Hintergrund sei, dass die Stadt im Juli 2018 „zuletzt einen Nachtragsvertrag“ mit der Pächterin abgeschlossen habe. „Die Stadt Hameln war zudem 2018 regelmäßig mit der Pächterin aufgrund baulicher Erfordernisse in Kontakt“, führt die Sprecherin aus. „Seitens der Stadt wurde daraus geschlossen, dass eine weitere Zusammenarbeit angestrebt wird.“

Doch das ist nicht der Fall. Wie am Freitag berichtet, wird Pächterin Hartlieb-Fricke zum 29. Dezember ihre Gastronomie im Rattenfängerhaus schließen. Es ist das Ende einer Ära. Die Familie Fricke ist seit 53 Jahren Pächterin des geschichtsträchtigen Hauses.

Völlig offen ist nun, was nach dem 31. Januar 2020 kommt, wenn der Pachtvertrag ausläuft. „Zurzeit gibt es keine Alternativplanung für das Objekt“, teilt die Stadt auf Anfrage mit, die von der Entscheidung der Pächterin Hartlieb-Fricke offensichtlich total überrascht worden ist. Bleiben der Stadt noch elf Monate, um sich um eine Nachnutzung des Rattenfängerhauses, das eine gewichtige touristische Anlaufstelle ist, zu kümmern.

Aber ist das zu schaffen oder droht nun Leerstand? Die Stadtverwaltung versucht, sich optimistisch zu geben. „In der Vergangenheit gab es Anfragen zur Nutzung, die aber aufgrund des bestehenden Pachtverhältnisses nicht weiterverfolgt wurden“, heißt es aus dem Rathaus. Aber auch: „Ob der Zeitraum für die Suche nach einem neuen Pächter ausreicht, um eine unmittelbare Folgenutzung sicherzustellen, kann nicht belastbar beurteilt werden.“

Die Stadt will nun aber offenbar alle Hebel in Bewegung setzen, um einen drohenden Leerstand in dem Renaissance-Gebäude an der Osterstraße 28 abzuwenden. Die Stadt werde „alles Notwendige“ tun, „um einen Leerstand im Rattenfängerhaus zu vermeiden“, sagt Stadtsprecherin Janine Herrmann. Unklar ist, ob für die Stadt auch eine andere Nutzung des Rattenfängerhauses als eine gastronomische infrage kommt.

An möglichen Brandschutzauflagen, die auf potenzielle Nachnutzer zukommen und ihnen teuer zu stehen kommen könnten, drohe eine Folgenutzung jedenfalls nicht zu scheitern. „Dadurch würden sich keine Änderungen ergeben, es sei denn, der Pächterwechsel würde andere Nutzungen, Grillen am offenen Feuer zum Beispiel oder Umbauten, mit sich bringen“, heißt dazu aus dem Rathaus.

Doch ein neuer Pächter muss erst mal gefunden werden.



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