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Gute Noten für Lebensqualität / Abstriche bei Angeboten für Jugendliche

Stadt stellt Umfrage-Ergebnisse vor: Hamelner sind gerne Hamelner

Hameln (fh). Nein, wie am Zeugnistag in der Schule habe sie sich nicht gefühlt, versichert Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann: „Ich finde, dass man in dieser Stadt gut leben kann, also war ich auch nicht nervös.“ Die Verwaltung hatte im April dieses Jahres die Hamelner gefragt, was sie von ihrer Stadt halten. Freizeitangebote und Einkaufsmöglichkeiten, Wohnsituation und Arbeitsmarkt, Parkplätze und öffentlicher Nahverkehr: Zu diesen und weiteren Themen durfte eine repräsentative Stichprobe von 4457 Hamelnern im Alter von 18 bis 85 Jahren Noten verteilen. 1800 ausgefüllte Fragebögen kamen zurück. Ein sehr guter Rücklauf, wie die Verwaltung betont. Das jetzt veröffentlichte „Zeugnis“ für die Stadt besagt unter dem Strich: Klassenziel erreicht – Bürger im Großen und Ganzen zufrieden. Allein: Ein paar drängende Aufgabenfelder ergeben sich aus der Umfrage dann doch.

veröffentlicht am 19.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 09:21 Uhr

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Grundsätzlich gilt: Die meisten Hamelner sind gerne Hamelner. 48,9 Prozent antworten auf die Frage „Wie gut lässt es sich in Hameln leben?“ mit „gut“ oder gar „sehr gut“. Der Notendurchschnitt liegt bei 2,65. Verglichen mit anderen Städten, sei das „ein Platz im oberen Mittelfeld“, sagt Frank Bendel von der Abteilung Stadtentwicklung und Planung, der die Umfrage auswertete. In vielen anderen Bereichen stehe Hameln im Vergleich zu anderen Kommunen sogar noch besser da, so Bendel. Tendenziell sind in der Umfrage die älteren Semester positiver gestimmt als die jüngeren.

Die meiste Zustimmung erntete die Stadt für das Dienstleistungsangebot (84,7 Prozent gut und sehr gut), die Gesundheitsversorgung (76) und die Einkaufsmöglichkeiten (65,9). Deutlich schlechtere Noten gab es hingegen etwa für die Angebote für Familien (19,5 Prozent gut und sehr gut) und Freizeitangebote für Jugendliche (17) sowie das Arbeitsplatzangebot (15,7).

Noch positiver fielen die Antworten auf die Frage nach der persönlichen Wohnsituation aus: 83 Prozent bewerten sie als gut oder sehr gut. Tendenziell gute Noten gibt es für die Kinderfreundlichkeit, eher schlechte jedoch für die Alten- und Behindertengerechtigkeit. Gerade hier macht Lippmann Handlungsbedarf aus. Zwar bewerten 44,7 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Wohnung unter diesem Gesichtspunkt als schlecht oder sehr schlecht, Sanierungsbedarf sehen deshalb jedoch nur 24 Prozent. Und dieses verhältnismäßig geringe Interesse sei auch bei Älteren erkennbar: „Mancher hat vielleicht noch nicht in ausreichendem Maße verstanden, was er tun muss, um nicht eines Tages ins Heim zu müssen“, sagt Lippmann. Offenbar bestehe hier Aufklärungsbedarf. Bendel verweist auf entsprechende Beratungsangebote vom Land.

Bereits bestehende städtische Beratungsangebote haben es jedoch nicht immer ganz leicht. Die Altenbegegnungsstätte A.R.A ist 65,1 Prozent der Umfrageteilnehmer unbekannt. 69,3 Prozent haben noch nie von der Freiwilligenagentur zu ehrenamtlicher Tätigkeit gehört. Dass es eine Tagesmütter- oder -vätervermittlung gibt, war sogar für 74,8 Prozent neu.

Deutlich mehr anfangen konnten die Befragten mit dem Theater, das 98,7 Prozent kennen, dem Museum (97,9), dem Bürgeramt (97,8) und der Stadtbücherei (97,4). Aber auch die Veranstaltungsreihe „Hamelner Forum“ (59,6 Prozent bekannt) und das noch relativ neue FiZ – Familie im Zentrum (59,4) brachten es noch auf beachtliche Werte.

Beim Vergleich der Aussagen über einzelne Stadtteile gilt – entsprechend der vorherrschenden Farbe in den Infografiken der Stadt: Nicht alles, aber vieles liegt im grünen Bereich. Denn die Farbe Grün steht hier für die Schulnoten von 1 bis 3. Auffallend dabei: Gleich mehrfach hat Halvestorf die Nase vorn. Egal, ob das soziale Umfeld, Sauberkeit, Sicherheit, Freizeitangebote für Jugendliche oder Lebensqualität bewertet werden soll: hier und noch in einigen weiteren Bereichen erreicht das Dorf im Westen den Topwert. Das ausgeprägte Vereinsleben, so vermutet Lippmann, könnte einen Erklärungsansatz liefern. Am Ende der Liste landeten nicht selten Innen- und Südstadt. „Die Gebiete sind unterschiedlich strukturiert“, betont Bendel, der den Bericht gestern Abend dem Ausschuss für Stadtentwicklung vorstellte, „man sollte nicht den Fehler machen, ein Ranking aufzustellen.“ Um langfristige Erkenntnisse zu gewinnen, peilt man im Rathaus nun eine regelmäßige Befragung an, die nächste in drei Jahren. Im Gespräch ist zudem eine Umfrage unter Kindern und Jugendlichen. Schließlich sind die 18- bis 85-Jährigen, die sich nun über das Freizeitangebot für Jugendliche geäußert haben aus diesem schon seit einer Weile herausgewachsen.

Die Lebensqualität in

Hameln bekam überwiegend gute Noten. Allerdings bewerten die jüngeren Hamelner die Stadt tendenziell kritischer als die älteren.

Grafiken: Stadt Hameln/Dana



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