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Ist so die Integration zu „managen“?

Stadt sieht bei Integration „Herausforderungen“ – benennt sie aber nicht

HAMELN. Mehr als jeder vierte Hamelner hat einen Migrationshintergrund. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, brauche es „vielfältige passgenaue Angebote, Antworten und Optionen“, ist im Bericht von Integrationsmanagerin Suna Baris zu lesen. Der Integrationsbericht wirft aber auch Fragen auf. Die Dewezet hat nachgehakt.

veröffentlicht am 28.12.2018 um 17:03 Uhr
aktualisiert am 28.12.2018 um 19:24 Uhr

Die Deisterstraße lockt mit zumeist türkischen Geschäften nicht nur Hamelner mit Migrationshintergrund. Foto: wal
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Grundschulen mit 80 Prozent Migrantenanteil unter Schülern – vor welche Herausforderungen stellt dies die Stadt?

Bei der Präsentation des Integrationsberichtes kurz vor Weihnachten merkte Stadträtin Martina Harms an, dass der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund an manchen Grundschulen bei 80 Prozent liege. Auf Nachfrage teilt der städtische Fachbereich Bildung, Familie und Soziales nun dazu mit, dass die Grundschulen Rohrsen, Wilhelm Raabe und Papenschule „einen relativ hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund“ hätten. Die Schulen hätten sich pädagogisch darauf eingestellt, wobei die Sprache eine große Rolle spiele. Die Landesschulbehörde habe sogenannte Sprachlernklassen eingerichtet, in denen Kinder mit erhöhtem Förderbedarf beim Erlernen von Deutsch aus dem gesamten Stadtgebiet unterrichtet würden. Auch die seit 2015 von der Stadt forcierte Ganztagsbildung trage zum Integrationsprozess bei.

Der Migrantenanteil an der Oberschule ist laut Integrationsbericht mit 46 Prozent besonders hoch und am Gymnasium mit 7 Prozent besonders niedrig. Wie reagiert das Integrationsmanagement auf dieses Missverhältnis?

Die Integrationsmanagerin informiere über die weiterführenden Schulen, um so etwaige geringere häusliche Förderung von Kindern aus Migranten- und insbesondere bildungsfernen Familien aufzufangen. „Eine zentrale Rolle spielt dabei der derzeit laufende Prozess der Schulentwicklungsplanung, um auf diesen Prozess eine Antwort zu finden“, heißt es weiter.

Migranten stellen mindestens 26 Prozent der Hamelner Arbeitslosen, sind deutlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Deutsche. Wie will das Integrationsmanagement dem entgegenwirken?

Mit enger Kooperation mit der Impuls gGmbH. So hätten etwa 19 Geflüchtete in Praktika, Ausbildung oder Arbeit und sieben Migrantinnen in die Weiterbildung „pädagogischer Mitarbeiter“ vermittelt werden können.

Fünf Handlungsfelder werden im Integrationsbericht abgesteckt: Bildung, Arbeit, Gesundheit/Soziales, Freizeit/Kultur und Wohnen. Welche Rolle spielt dabei die Stadt mit ihrem Integrationsmanagement?

Die Stadt sehe sich mit dem Integrationsmanagement als „Impulsgeberin, Förderberaterin und Netzwerkerin“. Das Integrationsmanagement mit der Beratung und Unterstützung aller interessierten Akteure führe zu einer größeren Wahrnehmung des Themas Integration. Projekte würden vom Integrationsmanagement in Kooperation mit anderen selbst durchgeführt. 2019 werde ein Newsletter von Suna Baris als eigene „Marke“ erscheinen und bestenfalls auch die erreichen, die selbstständig Projekte im Bereich Integration angehen wollen.

Laut Integrationsbericht sieht sich die Stadt mit Blick auf die Integration mit „Herausforderungen“ konfrontiert. Welche sind das und wie will Suna Baris diese bewältigen?

„Ziel ist es, optimale Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Bildungssystems zu schaffen und die Chance für höher qualifizierende und bessere Schulabschlüsse zu schaffen“, heißt es dazu aus dem Rathaus. „Gleiches gilt „für die Arbeitsmarktintegration durch zielgruppenspezifische Betreuung.“ Das Integrationsmanagement könne „diesen Herausforderungen nicht zu 100 Prozent gerecht werden, allerdings ist allein die Bereitstellung einer solchen Funktion als Ansprechpartnerin ein wichtiges Signal: Die Stadt erkennt die vielfältigen Anforderungen und hat eine Stelle eingerichtet, die sich Schritt für Schritt um die Anliegen kümmert“.



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