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Abzug der Briten / Stadtbaurat Hermann Aden gibt sich gelassen: „Situation in Hameln ist beherrschbar“

Stadt lädt Bürger zur Diskussion

Hameln. Ein Worst-Case-Szenario sähe in seinen Augen so aus: „Wir sagen ,uns egal, was passiert‘ – dann würde die BImA das Gelände an irgendeinen Husaren verhökern“ – und es entstünden auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne Verhältnisse wie am Kuckuck, schildert Stadtbaurat Hermann Aden, was er unbedingt vermeiden will. Deshalb hängt sich die Stadtverwaltung rein und steht in engem Kontakt zum Bundesamt für Immobilienaufgaben. An dieses geben die Briten Schritt für Schritt die Flächen zurück, die sie in Hameln mit ihrem Regiment nutzen. Für März stehen bereits einige auf der Liste. Die BImA ihrerseits sucht für die Flächen Käufer. In diesem Zusammenhang könnte die Stadt Hameln – wie auch andere Kommunen – von einer möglichen Gesetzänderung profitieren. Voraussetzung ist, dass der Bundestag einem vom Bundesrat eingebrachten Entwurf zustimmt.

veröffentlicht am 04.03.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

von Birte Hansen
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Dieser sieht vor, dass die BImA angehalten wird, bei der Vermarktung der Gelände nicht ausschließlich betriebswirtschaftlichen Zielen zu folgen. Nach bisheriger Gesetzlage muss sie sich an kaufmännischen Grundsätzen orientieren; geht es nach dem Willen der Bundesländer, hätte die BImA künftig jedoch auch die strukturpolitischen Interessen einer Kommune zu berücksichtigen. Eine Nachnutzung, die kommunalen und regionalen Zielvorstellungen entspricht, müsse auch dann möglich sei, „wenn diese nicht zum ,vollen Wert‘ zu realisieren sei“, heißt es in dem Entwurf. Im Zweifelsfall müsste die BImA einen niedrigeren Preis als den optimalen für ein Gelände akzeptieren, wenn eine entsprechende Nachnutzung den Interessen der Kommune dient.

Doch auch ohne ein so lautendes Gesetz gibt Hermann Aden sich derzeit gelassen, wenn es um das große Thema Britenabzug und Nachnutzung der frei werdenden Flächen geht. Die Zusammenarbeit mit der BImA sei vertrauensvoll, Interessenten, vor allem an der Linsingen-Kaserne, gibt es einige. Grundsätzlich würden die Zuständigen es zwar auch „gerne sehen, wenn die BImA den Stadtentwicklungsplänen unterworfen wäre“, so Aden. Aber auch so „verhält sie sich nicht wie ein Banker, sondern zeigt sich kooperativ“. Ein erst im Januar geschlossener Rahmenvertrag zwischen BImA, Hameln und dem Land Niedersachen soll sicherstellen, dass das so bleibt. Zudem sei der BImA bewusst, dass die Flächen, um die es in Hameln geht, „nicht im Speckgürtel von München liegen“. Die Situation, mit der Hameln sich konfrontiert sieht, ist laut Aden ohnehin beherrschbar. Zum einen lägen die drei großen militärischen Flächen – Linsingen Kaserne, Gundolph Park und Bailey Park – mitten in der Stadt, was die Vermarktung erleichtert. Zum anderen geht es in Hameln um gerade mal 250 bis 270 Hektar insgesamt. „Andere Kommunen haben gerade mal 10 000 Einwohner“ und sehen sich einer 250 Hektar großen Kasernenfläche irgendwo am Stadtrand gegenüber, vergleicht Aden Hamelns Herausforderung mit denen anderer Städte.

Trotzdem will auch hier gut Ding Weile haben. Aden rechnet damit, dass nicht vor 2016 beispielsweise in die Linsingen-Kaserne neue Nutzer eingezogen sein werden. Sollte Aden überhaupt ein Problem in der Zusammenarbeit mit der BImA sehen, dann am ehesten ein zeitliches. Die Mitarbeiter dort hätten so viel zu tun, dass einige Prozesse langsamer voranschreiten, als Aden und sein Team es sich wünschen. Die Stadt selbst bereitet derzeit die Bauleitplanung für „Linsingen“ vor – Stand jetzt existiert diese Fläche rein rechtlich nämlich gar nicht. Weder gibt es für das militärische Gelände einen Flächennutzungs- geschweige denn einen Bebauungsplan. Für die bevorstehende Nachnutzung ist dies aber notwendig.

Welche Branchen könnten nach dem Abzug der Briten auf dem Gelände der Linsingen-Kaserne vertreten sein? Ende März lädt die Stadt zu einer Bürgerversammlung. Dana

Parallel wird auch die nächste, zweite, Bürgerversammlung vorbereitet. Sie soll Ende März stattfinden. Dann will die Stadt die Bürger über die Planungen für die Militärgelände informieren und die Vorschläge der Stadtplaner zur Diskussion stellen. Unter anderem werde es darum gehen, welche Branchen zum Beispiel auf dem Linsingen-Gelände vertreten sein könnten und welche sogenannten „Durchdringungsmöglichkeiten“ geschaffen werden. Sprich: Wo kann man das Gelände dann von Ost nach West und von Nord nach Süd per Auto, Fahrrad und zu Fuß durchqueren und welche Grünflächen könnte es geben. Nicht nur für die Privatbürger, auch für die Interessenten, für die die Linsingen-Kaserne als künftiger Geschäftsstandort in Frage kommt, gehen die Informationsveranstaltungen weiter. Im Zwei-Wochen-Rhythmus finden Besichtigungstermine statt. Wer daran teilnehmen möchte, meldet sich bei Harald Laskowski, 05151/2021417.



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