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LED-Straßenlampen zahlen sich aus

Stadt Hameln spart kräftig beim Strom

HAMELN. Wie haben doch viele Menschen der „guten alten Glühbirne“ nachgetrauert. Aber der Blick auf die Stromrechnung dürfte inzwischen die meisten Zweifler trösten: Die LED-Technik hilft tatsächlich, nach der anfänglichen Investition spürbar Geld zu sparen.

veröffentlicht am 06.03.2018 um 16:25 Uhr
aktualisiert am 06.03.2018 um 17:00 Uhr

Mehr Licht, weniger Kosten: Dank der LED-Technik sind Hamelns Verkehrswege gleichmäßiger ausgeleuchtet. In der tiefen Nacht können die Lampen gedimmt werden, was zusätzlich Geld spart. Foto: Dana
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Das gilt für jeden privaten Haushalt, umso stärker jedoch für ein großes Gemeinwesen wie die Stadt. Innerhalb von sieben Jahren hat Hameln rund 3700 seiner 10 500 Straßenlaternen sowie 53 Ampelanlagen umgerüstet. Der Stromverbrauch der Stadt für die Straßenbeleuchtung lag im vergangenen Jahr um ein Drittel unter dem des Jahres 2010. Infolgedessen mussten statt 540 000 Euro – trotz leicht gestiegener Preise – nur noch 370 000 an die Stadtwerke überwiesen werden. Den größten Sprung nach unten gab es zwischen 2013 und 2015, nach der heißen Phase des Lampenaustauschs. „Mit neuen LED-Leuchten für ihre Straßenlaternen will die Stadt innerhalb von 15 Jahren Stromkosten in Höhe von zwei Millionen Euro sparen“, war vor fünf Jahren als Ziel genannt worden. Diese Rechnung dürfte aufgehen.

Bei der Beleuchtung der Hamelner Kernstadtstraßen wurden im vergangenen Jahr 1,4 Millionen Kilowattstunden (kW/h) Strom verbraucht, für die Ortsteile drum herum knapp 450 000. 2010 waren es noch 1,9 Millionen kW/h im Zentrum und 919 000 auf dem Lande gewesen. Die LED-Leuchten sind aber nicht nur sparsam im Verbrauch, ihr Wartungsaufwand ist auch geringer als bei den alten Natriumdampflampen. Gleichzeitig ist die Lichtausbeute der LED trotz des geringen Verbrauchs merklich größer, wodurch sich in den Straßen eine gleichmäßigere Ausleuchtung ergibt. Und ganze Straßenzüge lassen sich nun dimmen: Wurde früher in der tiefen Nacht zur Einsparung jede zweite Laterne gelöscht, kann das Licht jetzt nach Belieben heruntergefahren werden, ohne dass finstere Bereiche entstehen – der Komfort und das Sicherheitsgefühl müssen nicht leiden. Für die Ampeln wurde sogar ein Verbrauchsminus von 96 Prozent errechnet.

Die Deutsche Energieagentur schätzt, dass durch „energetische Modernisierungen“ bei der Straßenbeleuchtung bundesweit bis zu 80 Prozent Strom eingespart werden können, insgesamt 2,2 Milliarden Kilowattstunden. In Hameln liegen die Kosten der bisherigen Umrüstung bei 1,5 Millionen Euro, wobei der Bund einen Zuschuss und die Förderbank KfW ein zinsgünstiges Darlehen gewährt haben. Die Kosten für die neuen Lampen sollen sich nach sechs bis sieben Jahren amortisiert haben.

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Wie die Zentrale Gebäudewirtschaft berichtet, beziehen die Stadt und ihr Abwasserbetrieb pro Jahr insgesamt 12,1 Millionen Kilowattstunden Strom. Die Kommune muss ihren Energieeinkauf alle zwei Jahre öffentlich und angesichts der Größenordnung sogar europaweit ausschreiben. „In der letzten Zeit sind die Stadtwerke Hameln immer als der wirtschaftlichste Bieter aus diesen Vergabeverfahren hervorgegangen“, bestätigen die Verantwortlichen – sicherlich mit Erleichterung, denn mit der Überweisung an die Stadtwerke stärkt Hameln sein eigenes Unternehmen, sichert Arbeitsplätze vor Ort und sich selbst die alljährliche Dividende. Bei der Strombeschaffung werde auf die Herkunft Wert gelegt und Ökostrom verlangt. Auf eigenen Gebäuden Elektrizität zu gewinnen – wie bei der Sporthalle Nord –, sei sinnvoll. Eine Photovoltaikanlage sowie ein Blockheizkraftwerk sind auch für das neue Verwaltungsgebäude des Klärwerks geplant.

In ihren Kindertagesstätten, Schulen und Sporthallen wird die Stadt in diesem Jahr den Austausch der Beleuchtungstechnik fortsetzen. Im Rathaus selbst gibt es noch viele Leuchtstoffröhren – die immerhin effizienter sind als Glühbirnen; die Umstellung auf LED soll im Rahmen der seit langem erwogenen Gebäudesanierung geprüft werden. Teils erscheine es wie eine Zwickmühle, die gewünschte Umweltfreundlichkeit und die Bezahlbarkeit einer möglichen Maßnahme miteinander zu vereinen.

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