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Stadt Hameln hält an der Solarmesse fest

veröffentlicht am 19.09.2011 um 14:54 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Hameln (bha). Unaufgeregte Enttäuschung, so lässt sich der Zustand beschreiben, in dem sich Hamelns Wirtschaftsförderer Dietmar Wittkop einen Tag nach der Soltec befindet. Enttäuscht, weil die Besucherzahlen weit hinter den erwarteten zurückgeblieben sind: Er spricht von 5000, statt erhoffter acht- bis elftausend. Und unaufgeregt, weil er nach diesem ersten schwächelnden Jahr keinen Zweifel an der Kompetenz des neuen Veranstalters hegt. „Wir müssen uns und der Expotec diesen Vorlauf geben“, sagt Wittkop. Und: „Wir wollen auf jeden Fall an der Messe festhalten.“ Was nicht bedeutet, dass auch aus seiner Sicht einiges verbessert werden muss.

Aus einer ersten Auswertung der Aussteller-Fragebögen geht laut Wittkop hervor, dass immerhin 70 Prozent bereits ihre Teilnahme an der Soltec 2012 angekündigt haben. Danach hat nur ein kleiner Anteil vor, seinen Stand nicht wieder aufzuschlagen. Etliche hätten zu verstehen gegeben, dass sie mit der Qualität der Kontakte zufrieden gewesen seien und konkrete Aufträge mitgenommen hätten. Überlegungen werden jetzt zu folgenden Aspekten angestellt:

  • Werbung: Angesichts des neuen Standorts Bürgergarten müsse künftig zielgerichteter mit der Beschilderung darauf hingewiesen werden. Problem sei in diesem Jahr die Kommunalwahl und die damit einhergehende Plakatierung an allen Ecken gewesen. Das Unternehmen Fricke, das von der Stadt mit der Vergabe von Werbeflächen beauftragt ist, habe zudem den Fehler gemacht, dass es der Expotec GmbH nur die „üblichen Werbeflächen“ angeboten habe. Bislang habe es immer eine „Lex Soltec“ gegeben, nach der ausnahmsweise auch außerhalb der sonst üblichen Standorte plakatiert werden dürfe. Im nächsten Jahr müsse mindestens drei bis vier Wochen vorher großflächig plakatiert werden. Einen positiven Aspekt der Plakatierung hat es aber offenbar in diesem Jahr gegeben: Erstmals sei mit Großtafeln in Hannover für die Soltec geworben worden – und habe einige Besucher aus der Landeshauptstadt nach Hameln geholt.
  • Ambiente: An den Zelten selbst hat Wittkop nichts auszusetzen – „das sind hochwertige Zelte von deBoer“ – , wohl aber werde darüber nachgedacht, ob alles mit Teppich ausgelegt werden könne, sodass der blanke Holzfußboden abgedeckt wird. Einige Aussteller hatten überdies die bislang verwendeten futuristischen Spannbauten vermisst. Die allerdings sind jährlich mit 125 000 Euro netto zu Buche geschlagen, und Wittkop bezweifelt, dass die Aussteller bereit wären, höhere Standmieten zu zahlen, um die Kosten dafür mit abzudecken.
  • Veranstaltungsort: Am Bürgergarten will Wittkop festhalten, obwohl sich dort der Zeltaufbau schwierig gestaltet hatte. Schuld daran war der Regen, der den Rasen aufgeweicht hat. Den entstandenen Schaden am Rasen schätzt er auf 9000 Euro. Es sei zu überlegen, so Wittkop, ob ein „Veranstaltungsrasen“ angeschafft wird, dessen Kosten umgelegt werden. Schließlich werde der Bürgergarten mittlerweile für viele Aktionen genutzt. Die Soltec war vom angestammten Ort auf dem Rathausplatz in den Bürgergarten verlegt worden, weil damit die Kosten für die Umsiedelung des Wochenmarktes während der Messe in Höhe von 15 000 Euro eingespart werden können. Was zu überlegen sei: Ob das Weserbergland-Zentrum für die Fachvorträge genutzt werden müsse (wofür der Veranstalter Miete zahlen muss), oder ob die Vorträge auch im Bürgergarten in Zelten stattfinden könnten. Annette Neuber von Expotec hatte gegenüber der Dewezet die schlechte Anbindung von Bürgergarten und WBZ bedauert.
  • Aussteller: 60 Stände waren in diesem Jahr besetzt, für nächstes Jahr peilen Stadt und Veranstalter 100 an. Der Zeitraum für die Akquisition weiterer Unternehmen betrug diesmal nur vier Monate – zu kurz, um Größere zu überzeugen. Deren Messebudgets für 2012 werden jetzt verplant. Dann, hofft Wittkop, werde beispielsweise auch Volkswagen mit von der Partie sein und mehrere Elektro-Autos präsentieren.
  • Zuschüsse: Die finanzielle Unterstützung, die die Stadt Hameln gewährt, beträgt für die Länge der Vertragslaufzeit von fünf Jahren 62 500 Euro. Dass die Stadt dem Veranstalter in diesem Verlustjahr stärker unter die Arme greift als vorgesehen, „wird es nicht geben“, sagt Wittkop. Wohl aber könne darüber nachgedacht werden, wie beispielsweise die personelle Unterstützung durch die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs noch ausgeweitet werden könnte.
  • Themenschwerpunkte: Dass die Nachfrage nach „Photovoltaik“ eventuell gesättigt ist und andere Themen in den Vordergrund gestellt werden, sieht Wittkop nicht. Allerdings soll „Elektromobilität“ weiter ausgebaut werden.
Die Aussteller haben mit dem Abbau ihrer Stände begonnen; am Donnerstag sollen auch die Zelte aus dem Bürgergarten verschwunden sein. Der Termin für die nächste Soltec steht unterdessen fest: 17. bis 19. September 2012.


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