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Brücke „Zur Lust“ ist marode und für Pkw und Lkw gesperrt / Zugang vorerst nur zu Fuß möglich

Stadt hängt Anlieger ab

Rohrsen. Es ist ein Schock für Oliver Fraatz: Der Inhaber einer Tischlerei in Rohrsen erfährt am Freitag von seinem Vermieter, dass die Stadt Hameln die Brücke „Zur Lust“ und damit die einzige Zufahrt zu seiner Werkstatt vorerst für Pkw und Lkw sperren will. „Die Traglast der Brücke ist nicht mehr gewährleistet“, erklärt Stadtsprecher Andreas Seidel. Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit habe sich die Verwaltung daher entschieden, die Brücke neben dem Gelände der abgerissenen Wollwarenfabrik kurzfristig seit gestern zu sperren. Fraatz trifft diese Nachricht wie ein Schlag ins Gesicht. „Das ist existenzbedrohend für mich. Denn ich komme dann nur noch zu Fuß zu meiner Werkstatt“, erklärt er. Er weiß nicht, wie er sein ganzes Material zur Werkstatt schaffen soll. „Ich kann dann gar nicht mehr richtig arbeiten.“

veröffentlicht am 03.03.2014 um 15:34 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:41 Uhr

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Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Fraatz hat mittlerweile von seinem Vermieter einen Prüfbericht des von der Stadt beauftragten Planungsbüros Loevenich aus Lüdersen erhalten, das auf den 18. Dezember 2013 datiert ist. Darin wird der Zustand der Brücke „Zur Lust“ mit der Note 3,5 bewertet. Doch erst das Sanierungskonzept, das das selbige Planungsbüro am 21. Februar 2014 der Verwaltung zur Verfügung gestellt hat, gab den Ausschlag für die kurzfristige Sperrung der Brücke, die Oliver Fraatz sowie die weiteren Eigentümer und Anwohner nun böse überrascht hat. „Wenn ein Gutachten erstellt wird, muss es erst noch überprüft werden“, heißt es aus dem Rathaus. Und nun habe laut Seidel dringender Handlungsbedarf bestanden. „Auf lange Sicht ist geplant, das Brückenbauwerk durch einen Neubau zu ersetzen“, steht im Bericht. Das Planungsbüro sollte aber im Auftrag der Stadt auch ein Sanierungskonzept erarbeiten, damit die Brücke wieder durch Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen befahren werden kann. „Doch das schließt Feuerwehr, Krankenwagen und Lkw, die etwas anliefern wollen, aus“, so Fraatz.

Nach seiner Ansicht muss schnell etwas passieren. Daher haben Oliver Fraatz, sein Vermieter und andere Eigentümer mithilfe von Rohrsens Ortsbürgermeister Jobst-Werner Brüggemann gestern einen Ortsbesichtigungstermin mit der zuständigen Mitarbeiterin des Fachbereichs Umwelt und technische Dienste, Helga Auhage, organisiert. „Es ist unser Anliegen, das Problem mit geringen Mitteln zu lösen“, so Brüggemann. Doch im Beisein der Presse möchte Helga Auhage keine Auskunft geben und verweist auf den Pressesprecher der Stadt. Andreas Seidel erklärt: „Man hat sich bei dem Treffen darauf geeinigt, ein Provisorium zu favorisieren, um die Zufahrt zu dem hinter der Brücke liegenden Gelände zügig zu ermöglichen.“ Allerdings müsse über die Behelfsbrücke heute noch im Rathaus entschieden werden: Es gehe darum, die Finanzierung dieses Projekts zu klären. Sollte die Behelfsbrücke genehmigt werden, könnte sie laut Seidel bereits in 14 Tagen stehen.

Oliver Fraatz wäre mit dieser Lösung zufrieden. „Dann kann ich zumindest wieder zu meiner Werkstatt fahren“, sagt er. Die nächsten zwei Wochen werde er sich anderweitig behelfen müssen. Dass die Stadt die Lösung mit der Behelfsbrücke laut Fraatz schon parat hatte, die betroffenen Anlieger aber nicht früher informiert habe, versteht er aber nicht.



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