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Wenige Liter lohnen sich bei großen Bäumen aber kaum

Stadt bittet um Mithilfe beim Gießen

HAMELN. Pausenlos sind die Mitarbeiter vom Betriebshof der Stadt Hameln mit der Bewässerung von Straßenbäumen und Stadtgrün beschäftigt. Die Pflanzen leiden unter der Trockenheit. Jetzt bietet die Stadt ihre Bürger um Mithilfe beim Gießen. „Wir freuen uns über jeden Bürger, der eine Gießkanne in die Hand nimmt und hilft“, heißt es aus dem Rathaus. Besonders Jungbäume brauchen Wasser.

veröffentlicht am 01.08.2018 um 16:38 Uhr
aktualisiert am 01.08.2018 um 17:20 Uhr

Vertrocknete Blätter zeigen, wie Hamelns Bäume mit der Hitze zu kämpfen haben. Foto: Dana
Muschik, Moritz

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Die Blätter braun gefärbt, vertrocknet: Entlang der Wettorstraße haben die rotblättrigen Nelkenkirschen stark mit der Hitze zu kämpfen. Doch nicht nur dort leiden die Bäume unter der Trockenheit. Die Mitarbeiter vom Betriebshof der Stadt Hameln sind pausenlos mit der Bewässerung beschäftigt. „Das Tankfahrzeug ist im Dauereinsatz“, sagte Stadtsprecher Thomas Wahmes – und bat die Hamelner um Mithilfe: „Wir freuen uns über jeden Bürger, der eine Gießkanne in die Hand nimmt und hilft.“ Nur: Welchen Bäumen kann das wirklich helfen? Und wie viel Wasser ist erforderlich?

„Es ist schwierig, eine pauschale Aussage zu treffen“, sagt Staudengärtner Matthias Großmann. „Aber man kann es sich zumindest sparen, an einen 100 Jahre alten Baum fünf Liter Wasser zu kippen“, meint der Inhaber von „Stauden Junge“. „Das ist so, als würden wir einen Schluck Wasser trinken, obwohl wir ja eigentlich viel mehr benötigen“, bestätigt Bernd Krohne, der eine Baumschule betreibt. Bürger könnten aus diesem Grund eher helfen, indem sie Jungbäume bewässern. Hintergrund: Viele größere Bäume holen sich das nötige Wasser über tiefe Wurzeln aus dem Boden, haben mehr Substanz. Neugepflanzte Jungbäume benötigen dagegen Wasser, weil ihre Wurzeln noch nicht so tief sind. Großmann: „Ein kleines Baby muss ja auch mehr umsorgt werden als ein Erwachsener.“

Das weiß auch die Verwaltung. Nicht alle Bäume im Stadtgebiet werden daher turnusmäßig bewässert. „Ab dem vierten bis fünften Standjahr wird das Wässern eingestellt beziehungsweise auf akuten Bedarf beschränkt“, heißt es aus dem Rathaus. In der Regel würden die Bäume von Fremdfirmen gepflanzt, ein Jahr gepflegt und gewässert. Ab dem zweiten Standjahr übernimmt der Betriebshof per erstellter Liste die Bewässerung. „Dabei wird der Intervall größer, je länger der Baum am Standort steht.“ Die Bäume werden meist in sandhaltige Substrate gepflanzt, damit der Wurzelraum gut gelüftet wird. Das stellt bei anhaltender Hitze aber ein Problem dar. Die Substrate können Wasser nicht gut binden und trocknen leichter aus. Zudem ist der Wassertransport aus tieferen Bodenschichten in Richtung Oberfläche erschwert.

Pro Jungbaum werden bei jeder Wässerung ungefähr 60 Liter Wasser benötigt. An diesen Mengen können sich Bürger orientieren, wenn sie den besonders gefährdeten Jungbäumen etwas Gutes tun wollen. Großmann spricht von „mindestens 50 Litern“, die pro Wässerung nötig seien. Einmaliges Bewässern reicht aber nicht aus. Großmann empfiehlt, die Bäume jeweils einmal pro Woche zu gießen. Allerdings sollten Bürger darauf achten, dass das Wasser nicht direkt auf dem trockenen Boden abfließt.

Das ist das Problem, weshalb gerade größere Stadtbäume nicht mit einer „Einmalration Wasser“ gegossen werden können. Das Wasser gelangt eher nicht in den Boden, sondern fließt oberflächlich in die Gossen ab. Dazu sind für ältere Bäume entsprechend große Wassermengen erforderlich, meist mehrere hundert Liter. Und das kann der Bürger ohnehin nicht leisten.



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