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Drei Millionen Euro werden investiert

Stadt arbeitet sich in den Ferien an ihren Schulen ab

Hameln. Das war einmal: dass die Stadt Hameln ihre Schulen verlottern ließ, allenfalls gutwilligen Eltern einen Eimer Farbe fürs Klassenzimmer spendierte und sich ansonsten darauf berief, für die Instandsetzung der Gebäude kein Geld übrig zu haben. Mit den Auswirkungen dieser Vernachlässigung kämpft die Stadt bis heute. Obwohl der Jahresetat für die Bauunterhaltung vor fünf Jahren auf über drei Millionen Euro aufgestockt und seitdem auf konstant hohem Niveau gehalten wurde, ist der „Sanierungsstau“ immer noch nicht abgearbeitet. Auch in den Sommerferien 2012 hat das Handwerk in Hamelns Schulen wieder Hochkonjunktur. Über drei Millionen Euro sollen in den sechs schulfreien Wochen verbaut werden.

veröffentlicht am 03.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Brigitte Niemeyer
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Bei der zentralen Gebäudewirtschaft im Rathaus laufen die Fäden zusammen. Hier ist der bauliche Zustand der Schulen dokumentiert; hier legt Abteilungsleiterin Sonja Fricke die Prioritäten fest, nach denen die Mängel abgearbeitet werden sollen und leitet alles in die Wege, damit Handwerker und Techniker das Feld besetzen können, das die Schüler geräumt haben.

Viel Geld fließt diesen Sommer in die Sanierung maroder Flachdächer. „Mit den geneigten Dächern der alten Schulgebäude sind wir durch“, sagt Fricke, „die Flachdächer werden uns aber noch eine Weile beschäftigen“. Jetzt sind erst einmal die Sertürner-Realschule mit Kosten in Höhe von 652 000 Euro, die Sporthalle der Theodor-Heuß-Realschule (280 000 Euro) und die Sporthalle Klein Berkel (345 000 Euro) an der Reihe. Fast ebenso teuer wird mit 317 000 Euro die Sanierung des Daches der Wilhelm-Raabe-Schule. „Wir müssen das denkmalgeschützte Gebäude komplett neu eindecken“, erklärt Fricke. Die Holzschäden am Dachstuhl hielten sich Gott sei Dank in Grenzen und fielen längst nicht so ins Gewicht wie seinerzeit bei Papenschule, Hermannschule und Schiller-Gymnasium. Trotzdem sei die Arbeit so umfangreich, „dass wir sie vielleicht nicht ganz in den Sommerferien schaffen“.

Gleich mehrere Hunderttausend Euro nimmt die Stadt in die Hand, um die Schulen aufzurüsten, damit sie geltenden Sicherheitsvorschriften genügen. So wird zum Beispiel im Viktoria-Luise-Gymnasium für 180 000 Euro eine „Sicherheitsbeleuchtung“ installiert – mit vielen grünen Schildern, die den Pennälern im Ernstfall den Fluchtweg aus den Gebäuden weisen. Und die – weil über Akkus abgesichert – auch dann noch leuchten, wenn die Stromversorgung schon zusammengebrochen ist. Die hohen Kosten kommen laut Fricke auch deshalb zustande, „weil diese Schule sehr groß ist“.

An der Klütschule (289 000 Euro) und am Albert-Einstein-Gymnasium (130 000 Euro) investiert die Stadt in den Brandschutz, lässt feuerfeste Decken und Rauchschutztüren einbauen – oder auch Fenster vergrößern, die in dem für die Schulen erstellten Brandschutzgutachten als Notausgang ausgewiesen sind. Vikilu und Wilhelm-Raabe-Schule werden außerdem mit einer „Elektroakustischen Alarmierungsanlage“ (kurz Ela oder vereinfacht Lautsprecheranlage) ausgerüstet. Auch diese Ausstattung (100 000 Euro) gehört keineswegs in die Kategorie Luxus, sondern erfüllt lediglich die Vorschrift, wonach in allen Schulen sowie Sporthallen mit Zuschauerplätzen die technischen Voraussetzungen für eine „Sprachalarmierung“ gegeben sein müssen – als Ersatz für die laute Sirene, die zwar vor Gefahr warnen, aber keine Anweisungen für das Verhalten im Notfall erteilen kann.

180 000 Euro werden am Schulzentrum Nord verbaut, um vorhandene Räume in der Sertürner-Realschule und im Haus Mileva auf die Bedürfnisse der neuen IGS zuzuschneiden. Und weitere 100 000 Euro, um einen Chemieraum im Albert-Einstein-Gymnasium auf den neuesten Stand zu bringen. Das speziell für die Sanierung von Fachunterrichtsräumen aufgelegte Jahresbudget wird damit nicht ausgeschöpft. „Wir sparen Geld an, weil wir nächstes Jahr am Vikilu in einem Rutsch das Dach sanieren, zwei Biologie- und zwei Chemieräume erneuern wollen“, erklärt Fricke.

Ein weiterer Posten im Programm: 75 000 Euro für die Erneuerung des Sporthallen-Bodens an der Basbergschule. „Auf dem alten Parkettboden stehen schon die Splitter raus, an denen die Kinder sich verletzen können“, so Fricke. Und auch die 66 000 Euro für den neuen Boden der Sporthalle der Schule in Holtensen seien unumgänglich, „Da hatten wir einen Wasserschaden, der alte Boden war regelrecht ertrunken.“ Ihn wieder richtig trocken zu bekommen, sei so gut wie unmöglich. Ihn feucht zu lassen aber gefährlich, „weil sich dann Pilzbefall bildet“.

Die 75 000 für kleinere Schönheitsreparaturen an diversen Schulen und die 85 000 Euro für die Sanierung der Toiletten an der Klütschule noch mit eingerechnet, summieren sich die Ausgaben alles in allem auf über drei Millionen Euro – und bleibt am Ende trotzdem noch viel zu tun für die nächsten Sommerferien. Fricke: „Wir haben immer noch einen Riesensanierungsstau aus den vergangenen Jahrzehnten.“



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