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Kritik an Urteil zur Attacke in Afferde

Staatsanwaltschaft will neuen Prozess

Hameln (ube). Mit der brutalen Attacke auf einen Frührentner (53), die sich am Nachmittag des 25. Mai auf dem Spielplatz der Gartenkolonie „Feierabend“ in Afferde ereignet hat, wird sich das Landgericht Hannover beschäftigen müssen: Die Staatsanwaltschaft ist mit dem am Montag verkündeten Urteil des Amtsgerichts Hameln nicht zufrieden. Sie hat Berufung eingelegt, will erreichen, dass gegen den 16-jährigen Täter eine Jugendstrafe verhängt wird. Das teilte gestern Oberstaatsanwältin Irene Silinger auf Anfrage der Dewezet mit. Wie bereits berichtet, hatte Jugendrichter Thomas Franke „jugendrichterliche Maßnahmen“ angeordnet – wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung (der 16-Jährige hatte an einem anderen Tag mit der Faust die Rückscheibe eines Autos eingeschlagen). Der Minderjährige soll 80 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und wurde vom Richter angewiesen, an einem Sportfreizeitkurs und an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen. Jede Maßnahme dauert drei Monate. Wegen „der Schwere der Schuld“ hatte die Staatsanwältin eine neunmonatige Jugendstrafe, die gegen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden sollte, beantragt. Richter Franke wählte mildere Mittel – wohl auch deshalb, weil sich der Jugendliche, der seit zwei Monaten von der Familienhilfe des Landkreises betreut wird, „positiv entwickelt“ und die Jugendgerichtshilfe bei ihm „derzeit keine schädlichen Neigungen“ feststellen kann. Die von der Staatsanwaltschaft Hannover geforderten Bewährungsauflagen seien zwar deckungsgleich mit den jugendrichterlichen Maßnahmen, sagt die Oberstaatsanwältin. Allein die Jugendstrafe fehle. Diese sei aber aus erzieherischen Gründen erforderlich. Der Angeklagte hat die Gewalttat eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft habe allerdings den Eindruck gewonnen, „dass er sich nicht wirklich damit auseinandergesetzt hat“, erklärt Silinger. „Das zeigt uns, dass durchaus noch Erziehungsmängel, also schädliche Neigungen, vorliegen. Zudem sind die erheblichen Verletzungen des Opfers zu würdigen.“ Eine Bewährungsstrafe hätte nach Meinung der Oberstaatsanwältin den Vorteil, dass sie widerrufen werden kann, wenn der Verurteilte weitere Straftaten begeht oder die Auflagen nicht erfüllt.

veröffentlicht am 20.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 13:21 Uhr

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Opfer Andreas H. hatte am Tattag unter anderem mehrere Schädelbrüche erlitten und war nach Meinung seines Operateurs Dr. Klaus-Peter Seifert „dem Tod sehr nahe“, als er verletzt am Boden lag und immer wieder ins Gesicht getreten wurde.



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