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Annemarie Rein-Piepho hat jetzt über 100 Arbeiten dem Hamelner Museum geschenkt

Spurensuche mit Pinsel und Zeichenstift

Hameln. Bleistift. Feder. Pinsel. Kohle. Egal, was sie in die Hand nimmt, um ihre Eindrücke zu Papier zu bringen: Sie ist meisterlich. Und zeichnet, seit sie denken kann. Ausschließlich draußen, in der freien Natur. Dort füllt sie Blatt für Blatt. In Hunderten von Bildern hat die heimische Künstlerin Annemarie Rein-Piepho die Heimat festgehalten. Landschaften, Landmarken, Häuser, Straßenzüge, historische Details, Kellergewölbe, markante Bäume, sogar ein Klohäuschen – es gibt kaum etwas in der Region, was ihr bei ihren Streifzügen mit Pinsel und Zeichenstift entgangen ist. So ist die gebürtige Bremerin, die von 1942 bis 1950 am Zoologischen Institut in Göttingen als Zeichnerin gearbeitet hat und seit Jahrzehnten im Weserbergland heimisch ist, zu einer bemerkenswerten Chronistin geworden. „Alles, was Beine hat, kann ich nicht“, hat die inzwischen 92-Jährige einmal selbstkritisch gesagt. Macht nichts. Dafür hat sie ein untrügliches Gespür für heimatliche Motive und Details.

veröffentlicht am 30.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Das Werk von Annemarie Rein-Piepho ist so umfangreich, dass sie es sich erlauben kann, Bilder zu verschenken. Dem Landkreis Hameln-Pyrmont vermachte sie mit mehr als 200 Arbeiten ihr Lebenswerk. Das Museum Bad Münder bedachte sie mit einer Mappe Zeichnungen aus dem Sünteltal. Für die Dewezet war sie unermüdlich mit dem Zeichenstift auf Achse. Der Buchverlag CW Niemeyer würdigte die Künstlerin mit den Bildbänden „Mit Pinsel und Zeichenstift“ (1990) und „Zauberhaftes Weserbergland“ (2002).

Jüngst konnte man auch im Hamelner Kunstkreis in der Ausstellung „Heimatkunde mit dem Zeichenstift“ 60 ihrer Arbeiten bewundern, die der Landkreis zur Verfügung gestellt hatte. Und jetzt schenkte sie dem Hamelner Museum über 100 ihrer Werke. Eine Auswahl an Zeichnungen und Aquarellen ist dort im Kaminzimmer ausgestellt, andere hängen in einem Raum der Dauerausstellung.

„Wir sind sehr glücklich über diese Bilder“, freuen sich Museumschef Stefan Daberkow und Klaus Arnold, Vorsitzender des Museumsvereins. Sie schätzen die Arbeiten von Annemarie Rein-Piepho: „Wenn sie ein Kellergewölbe zeichnet, hat das nicht nur einen hohen künstlerischen, sondern auch geschichtlichen Wert“, nennt Daberkow ein Beispiel. Und Arnold findet: „Die Wiedergabe historischer Straßenzüge und Fachwerkbauten ist besonders spannend, weil ja vieles verloren gegangen ist.“

Annemarie Rein-Piepho gelingt mit bewundernswerter Leichtigkeit der Spagat zwischen zeichnerischer Akribie und atmosphärischer Dichte. So vermittelt sie nicht nur stimmungsvolle Bilder ihrer Heimat, sondern lenkt den Blick auch auf Verborgenes und Bemerkenswertes und ruft längst Vergessenes in Erinnerung. Das macht ihre Arbeiten so wertvoll. Die Werke, die sie jetzt dem Museum geschenkt hat, setzen Hameln ein Denkmal, spiegeln in vielen Facetten den Charme einer Fachwerkstadt, an der die Zeit nicht spurlos vorübergegangen ist. Es lohnt sich, mit diesen Bildern auf Entdeckungsreise zu gehen.

Unermüdlich mit dem Zeichenstift auf Spurensuche: Annemarie Rein-Piepho hat jetzt dem Hamelner Museum einen Teil ihrer Werke geschenkt. Es freuen sich

Museumschef Stefan Daberkow (re.) und Klaus Arnold vom Museumsverein.Wal



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