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Warum wir wie der populäre Comic-Matrose „Popeye“ das gesunde Blattgemüse lieben sollten

Spinat ist nicht nur was für Muskelprotze

Was Großen mundet, ist für Kleine oft „igitt“: Der Himmel weiß, wie viele Mütter (und Väter) schon vergebens versucht haben, ihrem Nachwuchs Spinat schmackhaft zu machen. Mit dem Hinweis auf Gesundheit kommt man da nicht weiter. Und mit der schönen grünen Farbe des Blattgemüses kann man beim Junior wohl auch kaum punkten. Eher schon mit „Popeye“, dem populären Comic-Seemann, der dem Spinat seine beeindruckenden Armmuskeln verdankt. Tatsächlich bestätigen amerikanische Ernährungsforscher: Spinat enthält Substanzen, die wie Anabolika beim Aufbau von Muskeln helfen. Rein pflanzlich, versteht sich. Ohne Nebenwirkungen.

veröffentlicht am 26.04.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 12:41 Uhr

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Ralf Schreeck, der auf dem Wochenmarkt den ersten Spinat aus deutschem Freilandanbau verkauft, würde sich lieber nicht auf die Muskelspiele des Spinatmatrosen verlassen, um Kinder für Spinat zu begeistern: „Vermutlich hilft es, wenn man sagt: Das schmeckt auch mit Nudeln“, schlägt er vor. Pasta statt Popeye. Alles, was mit Spaghetti, Makkaroni, Ravioli & Co. funktioniert, hat gute Chancen vom Nachwuchs akzeptiert zu werden. Von Erwachsenen wurde Spinat dagegen lange Zeit wegen seines enormen Eisengehaltes geschätzt: Der ist, weiß man heute, längst nicht so hoch wie ursprünglich angenommen, aber die Vitamine A und C, Karotine und Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Magnesium sind ja auch sehr wertvoll. Da Spinat (wie auch Rhabarber) Oxalsäure enthält, die Kalzium im Körper bindet, ist es ratsam, das Gemüse in Kombination mit Milchprodukten zu verzehren. Wichtig ist: Spinat schützt die Augen, wie eine Studie der Universität von Manchester untermauert. Demnach würden die Karotine, von denen Spinat trotz seiner grünen Farbe unglaublich viele enthält, unter anderem gegen Nachtblindheit helfen. Das im Spinat enthaltene Lutein spiele überdies eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Augen und biete Schutz vor altersbedingten Augenkrankheiten. Mehr noch: Wissenschaftler an der amerikanischen Tufts-Universität in Boston haben unlängst nachgewiesen, dass Menschen, die regelmäßig Spinat essen, weniger gefährdet sind, an Lungenkrebs zu erkranken. Das betreffe auch ehemalige Raucher. Die Wirkung sei auf den hohen Anteil an schützenden Karotinoide im Spinat zurückzuführen.

„Spinat wird im September und Oktober ausgesät“, erzählt Ralf Schreeck: „Bei Minusgraden kommt er unter Vlies oder Folie.“ Und ist jetzt erntefrisch aus deutschem Freilandanbau zu haben. Dieser Frühjahrsspinat ist feiner und milder im Geschmack als die kräftigen Spinatgewächse der übrigen Jahreszeiten. Seine jungen, zarten Blätter eignen sich roh als Salat, der sich wunderbar mit Tomaten, Mais und Champignons kombinieren lässt. Gegarter Spinat schmeckt lecker in deftigen Eintöpfen, als Beilage in Form von Rahm- oder Blattspinat zu Eiergerichten, gedünstetem oder gebratenem Fleisch, als Füllung in Ravioli und Fleischrouladen, in Aufläufen, Suppen oder pikanten Quiches.

Lecker ist ein Spinat-Nudel-Auflauf: Dafür ein Kilo frischen Spinat waschen, zupfen und in kochendem Salzwasser ein paar Minuten blanchieren. Abtropfen lassen und in eine geölte Auflaufform geben. 500 Gramm gekochte Nudeln und eine halbe Packung Bechamel-Sauce dazugeben und 200 Gramm geriebenen oder gehobelten Gouda-Käse darüber verteilen. Alles bei 180 Grad im Ofen etwa 30 Minuten überbacken.

Wer jungen Spinat lieber als Salat genießen möchte, sollte folgendes Rezept mit Mango probieren: Aus Limettensaft, Chili-Flocken, Ingwer und Salz eine Marinade anrühren. In einem flachen Topf oder einer tiefen Pfanne Öl erhitzen, den frischen Spinat dazugeben, leicht salzen und ganz kurz im heißen Öl wenden, bis er anfängt, zusammenzufallen. Die Blätter sollten noch knackig, aber rundum mit heißem Öl überzogen sein. Den Spinat mit Mangostreifen, Karottenstiften und der Marinade vermischen und mit Frühlingszwiebeln, Cashew-Kernen oder Koskos-Raspeln bestreut servieren. Dazu passt ein leichter, fruchtiger Rotwein.

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr

Der erste deutsche Freiland-Spinat ist da: Wie hier Ralf Schreeck bieten zurzeit etliche Wochenmarktbeschicker das erntefrische Blattgemüse an, das dem Comic-Matrosen „Popeye“ zu seinen beeindruckenden Armmuskeln verholfen hat.

Foto: Dana



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