weather-image
23°

Hamelner melden, wo zu schnell gefahren wird / Manche Fahrer haben 30 Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho

Spielstraße in Afferde – „ganz schlimm“

HAMELN. Mit Kreide malen, Fahrradfahren lernen, Ballspielen, auf dem Bobbycar die Straße entlangknattern – all das soll eine „Spielstraße“ möglich machen. In vielen Straßen aber trauen Eltern sich gar nicht, ihren Kindern diese Freiheit zu geben, weil Autofahrer dort zu schnell unterwegs sind. Die Dewezet greift das Thema auf und sucht Lösungen.

veröffentlicht am 24.05.2019 um 13:22 Uhr
aktualisiert am 24.05.2019 um 21:00 Uhr

Mit Überschreitungsquoten von durchschnittlich drei bis fünf Prozent rechnet der Landkreis. So lange diese Quote höher liege, werde gemessen, wenn auch unregelmäßig. An der St.-Monika-Straße wird etwa dreimal pro Jahr kontrolliert. Foto: Dana
Birte Hansen

Autor

Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

In Afferde sind es die St.-Monika-Straße und der Scheckenblick, in denen sich Anwohner von zu schnell fahrenden Autos gestört fühlen, wie die Leserreaktionen zeigen. Svetlana Siemens schreibt: „St.-Monika-Straße ist wirklich ganz schlimm. Man wird sogar angehupt, wenn man nach Vorschrift fährt. Obwohl dort wirklich viele Kinder spielen und zum Spielplatz laufen, ohne zu gucken. Ganz schlimm die Ecke.“ Und Karin Schwekendiek berichtet: „Auch ich erlebe das dort leider immer wieder, dass die Autofahrer den Kopf schütteln, Mittelfinger zeigen, nachdem sie an den spielenden Kindern vorbei sind, ordentlich Gas geben oder ähnliches, wenn Kinder dort spielen...“

Die Stadt Hameln kennt das Problem, wie Stadtsprecher Thomas Wahmes auf Anfrage erklärt. In nahezu „jedem Bürgerforum ist zu schnelles Fahren eines der Top-Themen“, die von den Teilnehmern angesprochen würden. Davon betroffen sind neben den Spielstraßen auch die 30-Zonen. „Man kann die Probleme nicht wegreden.“ Was er danach sagt, klingt jedoch nach Kapitulation, doch als solche will er es nicht verstanden wissen. Es sind Sätze wie „unsere Möglichkeiten sind begrenzt“, „man kann da durch Einzelmaßnahmen nicht viel ändern“, „es ist kein Kraut dagegen gewachsen“, „es gibt Dinge, die nicht per Knopfdruck von oben gelöst werden können“, die betroffene Anwohner vor die Frage stellt: Ja, und nun?

„Nein, bislang nicht“, sagt die Stadt auf die Frage, ob sie die Polizei schon einmal gebeten hat, an den betreffenden Straßen, in denen Anwohner sich beschweren, Kontrollen vorzunehmen. Der Landkreis Hameln-Pyrmont führt derartige Kontrollen nach eigenen Angaben durch, „zum Beispiel in Hessisch Oldendorf (Lange Straße), Afferde (St.-Monika-Straße) oder Löwensen (Am Hessebusch)“. Eine flächendeckende Überwachung allerdings sei nicht möglich, und die verkehrsberuhigten Bereiche würden „in der Regel auch nur angefahren, wenn dort vorab Messungen durch die Städte und Gemeinden (,Display') durchgeführt wurden und sich dabei ein relevantes Geschwindigkeitsniveau und auch ein signifikantes Fahrzeugaufkommen herausstellen“. Welches Niveau jedoch in den Hamelner verkehrsberuhigten Zonen, den Spielstraßen, wie sie gemeinhin genannt werden, herrscht, lässt sich nicht sagen – die Geschwindigkeiten werden mit den Displays, die die Stadt nutzt, nur dem jeweiligen Verkehrsteilnehmer angezeigt, nicht aber gespeichert. Kann eine Gemeinde diese Daten nicht zur Verfügung stellen, werde „bei Beschwerden von Anwohnern aber auch gleich von uns gemessen“, erklärt Nikola Stasko von der Kreisverwaltung.

Die Messstandorte müssen in Niedersachsen laut Landkreis bestimmte Kriterien erfüllen: „Nicht näher als 150 Meter vor beziehungsweise nach geschwindigkeitsregelnden Verkehrszeichen.“ Daraus ergebe sich, dass der verkehrsberuhigte Bereich entsprechend lang sein muss. Zudem müsse auch ein geeigneter Standort für die Messtechnik beziehungsweise für die Messfahrzeuge zur Verfügung stehen.

In der St.-Monika-Straße in Afferde werde regelmäßig gemessen, etwa dreimal pro Jahr. Bei den jüngsten vier Messungen seit Dezember 2018 sind zwischen 13,2 und 5,7 Prozent der Fahrzeuge zu schnell unterwegs gewesen. Die langsameren der Zu-schnell-Fahrer waren zwischen sechs und zehn Stundenkilometern zu schnell, ein Großteil war an drei von vier Messtagen zwischen 11 und 15 km/h zu schnell, und einige sind mit mindestens 30 km/h erwischt worden, einer sogar mit mehr als 40 km/h. Solange die Überschreitungsquote nicht gegen null gehe, erklärt der Landkreis, würden wiederkehrende Messungen vorgenommen.

Wird in Ihrer Spielstraße auch zu schnell gefahren? Oder halten sich alle an die langsame Schrittgeschwindigkeit? Schreiben Sie uns von Ihren Erfahrungen an b.hansen@dewezet.de

Auf diesen Spielstraßen und 30er Zonen wird gerast

Leser nennen problematische Straßen

Information

Netzstimmen

Wir wollten von unseren Lesern wissen, an welchen Straßen zu schnell gefahren wird. Hier sind einige der Antworten, die uns erreicht haben:

  • Jens Arndt Afferde: Sankt-Monika-Straße , Scheckenblick. Wurde sogar schon überholt und angehupt.
  • Kathrin Koßmann: Hellbergblick in Tündern. Trotz Spielplatz und „Spielstraße“ wird hier Gas gegeben.
  • Angélique Strahmann: Freya -Markus -Straße in Hameln. Einige rasen dort, nehmen die gerade Straße als Abkürzung ohne jede Rücksicht (rechts vor links wird nicht beachtet).
  • Cathrin Tavares Marques: Veilchenweg in Afferde und es wird gefährlich geparkt.
  • Dirk Schaper: Genau, Veilchenweg/Azaleenweg immer schön hinter einer Hecke und entgegen der Fahrtrichtung, scheint aber keinen zu interessieren.
  • Je Rs: Kattenwinkel / Büttenstraße
  • Sascha Wehrhahn: Eichbreite genau dasselbe. Die heizen hier durch, dass da noch keiner in die parkenden Autos gekracht ist, ist ein Wunder.
  • Mona Ha: Im Haydnweg spielen die Kinder auf der Straße (30er Zone) und da klappt es ganz gut, find ich.


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?