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Spektakulärer Zugriff: Fahnder nehmen zwei Hamelner fest – es sollen gefährliche Gewalttäter sein

Spezialkommando rammt Auto auf der A 27

Gestoppt: Der gestohlene schwarze Hyundai wurde auf der Autobahn bei Bremen von zwei zivilen Streifenwagen eines Spezial-Einsatzkommandos gerammt.

veröffentlicht am 16.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Hameln/Bremen. Der Zugriff auf der A 27 nördlich von Bremen ist filmreif. Mehrere Zivilfahrzeuge eines Sondereinsatzkommandos (SEK) verfolgen einen schwarzen Hyundai. In dem gestohlenen Kleinwagen mit Westersteder Kennzeichen sitzen zwei junge Männer aus Hameln. Beide sind 24 Jahre alt und vorbestraft – sie sollen jede Menge schwere Straftaten auf dem Kerbholz haben. Ermittler glauben, dass das Duo in mehreren norddeutschen Städten Verbrechen verübt hat. Bewaffnete Raubüberfälle, Erpressung, Einbruch, Autodiebstahl – all das geht nach Meinung der Staatsanwaltschaften Hannover, Verden, Oldenburg und Bremen auf das Konto der Tatverdächtigen, die als Intensivstraftäter eingestuft werden.

Was die beiden Hamelner zu diesem Zeitpunkt nicht wissen: Die Polizei ist ihnen bereits auf den Fersen. Am Mittag wird der gesuchte Hyundai von einer Streife der Autobahnpolizei Bremen entdeckt. Die Polizisten wissen, dass die Männer bei ihren Raubzügen bewaffnet waren. Sie halten sich zurück, fordern das SEK an. Dann geht alles sehr schnell: Das Sonderkommando nimmt den Hyundai in die Zange. Nahezu zeitgleich wird das Auto von einem VW Passat und einem VW Golf gerammt und gestoppt. Mit gezogenen Pistolen werden die Verdächtigen aus dem Fahrzeug geholt und auf der Autobahn mit Kabelbindern gefesselt.

Ermittler des für Raub zuständigen Fachkommissariats 2 (FK 2) in Hameln waren die ersten, die erkannten, dass der Einbruch in die Friedhofsgärtnerei auf dem Deisterfriedhof am 4. Dezember, der Diebstahl eines VW Polo an der Süntelstraße (ebenfalls am 4. Dezember) und der Überfall auf die Filiale der Bäckerei „Schmidt“ am Steigerturm am Morgen des 5. Dezember zu einer weitaus größeren Serie von Straftaten gehören. Ein auf dem Stadtfriedhof gestohlener weißer Opel stellte die Verbindung zwischen den Taten her.

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Auch der Überfall auf die Bäckerei Schmidt am Steigerturm in Hameln ist aufgeklärt.

Ins Visier der Fahnder gerät rasch ein Mann, gegen den die Polizei bereits im Frühjahr wegen einer Serie von Überfällen auf alte Damen in der Hamelner Nordstadt ermittelt hat. Zwischen Herbst 2008 und März 2009 soll er ein Dutzend Taschenraube und -diebstähle begangen haben. Der Hamelner war seinerzeit von zivilen Fahndern in Tatortnähe überprüft worden. Weil er im November nicht zum Prozess erschien, wurde nach ihm bundesweit mit Haftbefehl gesucht.

Das Team vom FK 2 wusste, dass der 24-Jährige Verwandte in Cloppenburg hatte. Dort war am 8. Dezember eine Frau im Pfarrzentrum St. Josef von zwei bewaffneten Maskierten überfallen und gefesselt worden. Sie wurde gezwungen, die PIN-Nummer ihrer Kontokarte zu verraten. Augenzeugen hatten in Tatortnähe ein weißes Fahrzeug mit HM-Kennzeichen gesehen. Die Ermittler in Hameln zählten eins und eins zusammen. Die Erkenntnisse und Überlegungen des Zentralen Kriminaldienstes führten dazu, dass die Staatsanwaltschaft Verden Zielfahnder auf den Hamelner ansetzte.

Neben den drei Straftaten in Hameln und dem Überfall in Cloppenburg gelten auch Verbrechen in Diepholz und Bremen als aufgeklärt. Die letzte Tat, die das Duo begangen haben soll, geschah am späten Abend des 14. Dezember. In Bremen sollen die Männer ein Ehepaar in ihre Gewalt gebracht haben. Die Frau und der Mann wurden in ihrem Haus mit Klebeband an Händen und Füßen gefesselt. Dann erpresste ein Täter mit Waffengewalt die PIN-Nummern der EC-Karten.

Während ein Räuber die Überfallenen in Schach hielt, fuhr sein Komplize zweimal zur Sparkasse und hob größere Summen von den Konten der Opfer ab. Die Täter verließen das Haus erst nach zwei Stunden.

Exakt so sollen die Räuber in der Nacht zuvor in Diepholz vorgegangen sein. Dort brachen sie ein Fenster eines Wohnhauses, in dem eine Frau (71) und deren Enkelin (10) schliefen, auf. Sie fesselten die Seniorin und das Kind und erpressten den PIN-Code.



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