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Fußgänger müssen besonders aufpassen

Sperrbaken an Bushaltestellen sind gefährlich

Hameln (ni). Wo die Ausbuchtungen von Bushaltestellen in den Straßenraum ragen, sollen rot-weiß gestreifte Baken den Verkehr sicherer machen. Doch was als Warnhinweis für die Autofahrer gedacht ist, kann unaufmerksamen Fußgängern schnell zu schmerzhaften Erfahrungen verhelfen.

veröffentlicht am 02.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 19:41 Uhr

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Scharfe Kanten rundum, vorstehende Schrauben an der Rückseite und das Ganze genau in der richtigen Höhe, dass Kinder sich verletzen können – für Detlef Pandel sind das die hervorstechendsten Merkmale jener Blechschilder, die an vielen Öffi-Stationen stehen. Mitsamt dem kurzen Pfahl, an dem sie festmontiert sind, messen die Baken „vielleicht 90 Zentimeter“, sagt der Hamelner und würden damit ein hohes Verletzungspotenzial in sich bergen. Von der Seite fielen die Schilder, weil sehr dünn, kaum auf, von hinten, weil nur grau, auch nicht. Wer einen Moment unachtsam sei oder nicht so ganz sicher auf den Beinen, könne sich daran wehtun. Wie die kleine Tochter einer Bekannten, die mit dem Fahrrad auf dem Gehweg an der Haltestelle Osterplatz unterwegs war, „was ja erlaubt ist“. Offenbar war das Kind dem Schild zu nahe gekommen und hatte sich an den herausstehenden Schrauben verletzt. „Gott sei Dank nicht schlimm“, sagt Pandel, der sich gar nicht ausmalen will, was alles hätte passieren können. Oder noch passiert an so einer Bushaltestelle, „wo ja auch mal mehrere Kinder warten und herumhampeln“.

Eigentlich sollen sie Autofahrer schützen

Die Blechbaken seien aufgestellt, „damit Autofahrer bei Dunkelheit die Ausbuchtung wahrnehmen und nicht gegen den 10 bis 20 Zentimeter hohen Bordstein prallen“, rechtfertigt Thomas Wahmes die Warnschilder. Dass sie aufgrund ihrer Beschaffenheit eine Gefahr für Fußgänger darstellen könnten, will Hamelns Pressesprecher allerdings nicht ganz von der Hand weisen. Aber: „Im öffentlichen Verkehrsraum drohen überall Gefahren.“ Erhöhte Aufmerksamkeit sei von allen gefordert, die sich darin bewegen.

Pandel findet diese Argumentation in Zusammenhang mit den scharfkantigen Blechschildern schlichtweg „absurd“. Wenn im sogenannte öffentlichen Verkehrsraum ohnehin schon Gefahren lauerten, müsse die Stadt ja nicht noch welche obendrauf satteln. Ihm will nicht in den Kopf, warum ein Haltestellenschild in luftiger Höhe von einem Metallrohr umrahmt ist, („wenn man dagegenläuft, hat man höchstens eine Beule“), ein Schild in Augenhöhe von Kindern aber scharfe Kanten und Schrauben haben darf, an denen man sich blutige Wunden holen kann. Pandel: „Das ist doch unlogisch.“

Solche Sperrbaken sollen Autofahrer vor Haltestellen warnen – für Fußgänger sind sie eine Gefahr, zumal sie in luftiger Höhe von einem Metallrohr umgeben sind. Fotos: pr



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