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Hausboot rein, Havarist raus

Spektakulärer Kraneinsatz am Hamelner Hafen

HAMELN. Mit zwei Kränen wurden am Donnerstag das Hausboot des Hamelners Dennis Jungesbluth (30) in den Kanal zum Hamelner Hafen gehoben. Schon bald soll es an seinen Liegeplatz bugsiert werden. Anschließend hievten die Experten eine Motorjacht aus dem Wasser, die am 1. Mai an den Latferder Klippen auf Grund gelaufen war.

veröffentlicht am 02.05.2019 um 18:14 Uhr

Einsatz am Hamelner Hafen – mit zwei Riesenkränen wird das 32 Tonnen schwere und 14 Meter lange Hausboot wieder ins Wasser gesetzt. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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HAMELN. Die Dieselmaschinen der beiden gelben Kolosse laufen, die Kranführer haben ihre Hände an den Joysticks. Ihr Blick ist auf ein 14 Meter langes, 6,5 Meter breites und 32 Tonnen schweres Hausboot gerichtet. In den vergangenen Wochen waren die Stahlrümpfe der beiden uralten Schuten, auf denen das 70-Quadratmeter-Holzhaus des Hamelners Dennis Jungesbluth (30) montiert ist, von einem Sachverständigen aus Bremen auf ihre Schwimmfähigkeit untersucht und mit mehreren Schutzanstrichen versehen worden. Nun soll das Wohnschiff zurück ins Wasser gesetzt werden.

Ein sogenannter Tandem-Hub steht kurz bevor. So nennen Spezialisten das millimetergenaue Zusammenspiel zweier Kräne. Arbeiter haben unter der ehemaligen „Freedom“ Breitbandgurte ausgelegt und Schwerlastschlingen an den Stahltraversen der Autokräne angebracht. Am Donnerstag um 13 Uhr hebt das Wohnschiff ab – in Zeitlupe. Routiniert bewegen die Kranführer mit ihren Fingern je zwei Joysticks. Ganz behutsam – von Hektik keine Spur. Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste.

Mit viel Gefühl steuern die Männer hydraulische Hub- und Senkzylinder, Drehkränze und Seilwinden. Wenige Minuten später ist es geschafft. Das Hausboot schwimmt wieder. Dennis Jungesbluth ist erleichtert. Dirk Ullrich auch. Er ist Koordinator bei der Kranfirma Franz Bracht aus Porta Westfalica. Obwohl: Ullrich hatte keinen Zweifel daran, dass auch dieser Hub reibungslos über die Bühne geht. Die Männer in ihren Krankanzeln sind halt Profis. „Der vierachsige Autokran hat 80 Tonnen, der fünfachsige 120 Tonnen Hubkraft“, erklärt der Koordinator.

Am Haken: Der 6,5 Tonnen schwere Havarist mit dem ungewöhnlichen Namen „Keine Ahnung“ wird untersucht. Das Ruder ist gebrochen, die Schraube deformiert. Foto: ube

Der neue Hausboot-Kapitän Jungesbluth macht vorübergehend an der Kaimauer fest. Das Technische Hilfswerk hat zugesagt, sein schwimmendes Domizil schon bald mit zwei PS-starken Pontonfähren in den Schutzhafen zu schleppen und an den Liegeplatz zu bugsieren. Während Jungesbluth noch den Sitz der Bootsfender überprüft, nimmt ein 56 Jahre alter Mann aus Bad Oldesloe seine Motorjacht, die er erst vor wenigen Tagen in Hannoversch Münden gekauft hat, an die Leine.

Das 9,5 Meter lange und 6,5 Tonnen schwere Stahlboot ist manövrierunfähig. Am Mai-Feiertag war das mit zwei Personen besetzte Motorboot mit dem ungewöhnlichen Namen „Keine Ahnung“ in Höhe der berühmt-berüchtigten Latferder Klippen auf Grund gelaufen. Feuerwehr und THW waren den Schiffbrüchigen zur Hilfe geeilt. Nun wird der Havarist aus dem Wasser gehoben, damit das gebrochene Ruder und die deformierte Schraube repariert werden können. Wenn alles nach Plan läuft, kann die Jacht schon am Freitag wieder in die Weser gesetzt werden und der Skipper seine Überführungsfahrt ins Ostseebad Travemünde fortsetzen.



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