weather-image
20°

Firmen legen als Reaktion auf Auftragsflaute Brummis still / Senkung von Maut und Steuer gefordert

Spediteure richten sich auf harte Zeiten ein

Hameln-Pyrmont (ni). Die allgemeine Wirtschaftskrise schlägt jetzt auch auf die Speditionen durch. Unternehmen in der Region sehen „schwierige Zeiten“ auf sich zukommen.

veröffentlicht am 24.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 05:41 Uhr

Auch Kenneth Randle von der Spedition Ewald steuert seinen Brumm
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Die Situation ist kritisch“, sagt Walter Hausmann von der gleichnamigen Spedition in Aerzen. Ihn drückt vor allem die Erhöhung der Maut, „die wir absolut nicht an die Kunden weitergeben können“. Um 40 Prozent sei die Autobahngebühr für die Brummis zum Jahresbeginn gestiegen; die Mehrkosten für das Unternehmen schlagen laut Hausmann vor allem deshalb ins Kontor, weil im Zuge des allgemeinen Auftragsrückganges die sogenannten „Rückladungen“ fehlten. „Beladen und mit gutem Preis raus, aber leer zurück – das hält man nur eine gewisse Zeit durch“, sagt Hausmann. Ohne die zurzeit vergleichsweise niedrigen Spritpreise „hätten wir schon keine Chance mehr“.

Als erste Reaktion auf die ausgebliebene Belebung des Geschäftes nach den traditionell schwächeren Wintermonaten hat Hausmann einen seiner neun Brummis „in die Ecke gestellt“. Ob er mit diesem Einschnitt über den Sommer komme oder weitere Fahrzeuge stilllegen müsse, vermag der Spediteur heute nicht abzuschätzen: „Wir müssen abwarten, ob sich da noch was tut.“ Tun könnte in seinen Augen die Regierung etwas, um der Branche unter die Arme zu greifen: Die Maut-Erhöhung aussetzen wäre eine Maßnahme, die Kraftfahrzeugsteuer von rund 1500 Euro pro Fahrzeug senken – wie bei der Maut-Einführung versprochen „aber bis heute nicht gehalten“ – eine andere.

Auch Reinhard Bierwirth von der Hamelner Spedition Ewald wäre die Senkung der Maut „auf jeden Fall eine Erleichterung“. Bei den Leerfahrten über die Autobahn seien die Gebühren zu einem zusätzlichen Kostenfaktor für die Unternehmen geworden. Bei den in der heimischen Region ansässigen Transportunternehmen mache sich die Krise in der Autoindustrie jetzt bemerkbar. Viele Frachten hingen unmittelbar oder indirekt mit der Autoproduktion zusammen – nämlich über die unterschiedlichsten Zulieferer. „Wenn die Kurzarbeit machen, merken wir das“, so Bierwirth.

An der Maut würde die Spediteur Gerd Purrmann nicht drehen wollen. „Wir haben sie größtenteils bei den Kunden durchbekommen“, sagt Geschäftsführer der Spedition Purrmann und fürchtet, eine Senkung der Gebühr könnte von den Kunden als falsches Signal verstanden werden, „noch mehr Druck auf die Preise auszuüben“. Entlastung über die Kfz-Steuer hielte er für das bessere Instrument in diesen „ziemlich düsteren Zeiten“. Um rund 15 Prozent sei das Transportaufkommen gesunken. Das einzige Mittel, um gegenzusteuern, sei die Stilllegung von Fahrzeugen, „was leider auch immer mit dem Verlust von Arbeitsplätzen verbunden ist“.

Die Auslastung vorhandener Fahrzeuge ist bei der Spedition Petersen in Hessisch Oldendorf nicht das große Problem. „Als reiner Spediteur vermitteln wir vor allem Frachten; selbst fahren ist nicht unser Hauptgeschäft“, so Inhaber Rainer Petersen. Was in der Branche los ist, weiß er gleichwohl: „Nur wer ein finanzielles Polster hat, kann diese Krise überstehen.“ Bei vielen Kollegen sei die Finanzdecke allerdings so dünn, dass er für sie schwarz sehe.

Rückgang beim Export wirkt sich aus

Die dramatischen Auftragseinbrüche hingen auch damit zusammen, dass der Höhenflug des Exportweltmeisters Deutschland durch die internationale Wirtschaftskrise abrupt gestoppt wurde. Petersen sieht angesichts des gnadenlosen Preiskampfes in dem Gewerbe eine „Bereinigung“ des Marktes voraus. Gute Karten hätten vermutlich die Firmen, die beim Transport von Nischenprodukten, „die nicht jeder fahren kann“, einen Fuß in der Tür haben.

Die Erhöhung der Maut zum Jahresanfang tut den Spediteuren vor allem bei Leerfahrten weh.

Foto: ddp



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?