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„Engagierte, weltoffene Frau“

SPD, Linke, Grüne und CDU stellen sich hinter Integrationsmanagerin

HAMELN. Gegenwind für Güsgen: Mit seiner Forderung, die Integrationsmanagerin möge sich zwischen ihrem Beruf und ihrer ehrenamtlichen Arbeit in der Hamelner DITIB-Gemeinde „Fatih“ entscheiden, steht Hans Wilhelm Güsgen (FDP) im Rat weitgehend allein da. SPD, Linke, Grüne und CDU stellen sich hinter Suna Baris.

veröffentlicht am 20.04.2017 um 19:34 Uhr

Integrationsmanagerin Suna Baris bekommt Rückendeckung von SPD, Linken, Grünen und CDU. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Die Fraktion der Grünen im Rat weist Güsgens Forderung „entschieden zurück und fordert den Liberalen auf, sich bei Frau Baris für seine unhaltbaren Unterstellungen zu entschuldigen“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Er habe sie „persönlich angegriffen“. Baris und die Fatih-Gemeinde sei „nicht vorbehaltlos mit der Politik des DITIB-Verbandes gleichzusetzen“. Baris sei eine „engagierte, weltoffene Frau, die sich schon lange für demokratische Werte und Integration einsetzt“.

Dabei wollten sich „die Grünen nicht der Bedenken gegenüber der DITIB und ihrer Verflechtung mit dem türkischen Staat verschließen“. Es sei aber falsch, „diese Auseinandersetzung an Frau Baris festzumachen“. Ratsherr Wolfgang Meier (Grüne): „Ich denke, dass jetzt der Parteivorstand der FDP gefordert ist, Güsgen in seine Schranken zu verweisen und ihn an die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit zu erinnern.“

Peter Kurbjuweit (Linke) erinnert Güsgens Ansinnen an „Gesinnungsschnüffelei“. „Ich halte davon gar nichts“, sagt er. Er habe von Suna Baris und der DITIB-Gemeinde am Thiewall „in Sachen Integration einen guten Eindruck“. „Die Auseinandersetzung ist eine andere“, sagt Kurbjuweit. Die bestehe jetzt, nach dem Referendum in der Türkei, in der Frage nach dem „künftigen Umgang“ mit dem Dachverband DITIB.

Kurt Meyer-Bergmann (SPD) bewertet die Einstellung von Suna Baris als Integrationsmanagerin als „gute Entscheidung der Verwaltung“. Sie habe bei ihrer Vorstellung im Ausschuss für Familie, Kitas, Schulen und Sport einen „sehr kompetenten“ Eindruck gemacht. Über ihr ehrenamtliches Engagement – was kein „Ausschlusskriterium“ sein dürfe – sei im Zuge dessen jedoch „nicht informiert“ worden.

Die Nähe DITIBs zum türkischen Staat sei „nicht unproblematisch“. Als Integrationsmanagerin sei sie im Vorstand ihrer Gemeinde von daher besonders gefragt, die von DITIB übermittelten Inhalte zu prüfen.

Thomas Meyer-Hermann (CDU) weist darauf hin, dass „DITIB nicht verboten“ und die Hamelner DITIB-Gemeinde bislang „in keinem Fall negativ in Erscheinung getreten“ sei. Und solange Baris als Integrationsmanagerin „neutral“ arbeite und ihre Verbindung zu DITIB „mit sich selbst vereinbaren“ könne, spreche nichts gegen sie.

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