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Ministerium erteilt Sondergenehmigungen / Wie können Hamelns „Lückenkinder“ betreut werden?

Später Schulstart stellt Eltern vor Probleme

Hameln (bha). Wie soll das gehen, müssen sich in diesem Jahr viele Eltern fragen, deren Kinder im Sommer eingeschult werden. Die Sommerferien, wird gewitzelt, dauern in Niedersachsen in diesem Jahr nämlich sieben statt der üblichen sechs Wochen, und die berufstätigen Eltern, die weder auf Oma und Opa noch auf Freunde zurückgreifen können, stehen vor der Herausforderung, eine Betreuung für ihre Nicht-mehr-Kita- und Noch-nicht-Schulkinder zu finden. Alles, weil in Niedersachsen das neue Schuljahr ausnahmsweise sehr spät (im September) und an einem Montag (am 3.) beginnt, und die Hamelner Grundschulen allesamt Anträge gestellt haben, die Einschulung der Erstklässler an einem Samstag vorzunehmen.

veröffentlicht am 11.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 01:21 Uhr

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Niedersachsen hat mit Rücksicht auf den sommerlichen Reiseverkehr beschlossen, den Ferienbeginn um zwei Tage vorzuverlegen, weil es sonst zusammen mit Nordrhein-Westfalen am Donnerstag, 26. Juli, in die schulfreie Zeit gestartet wäre. Bayern zieht kurz danach am 1. August nach. In Niedersachsen beginnen sie nun am Montag, 23. Juli, und enden damit am Freitag, 31. August. Abgesehen davon, dass unter diesen Umständen nach sechs Wochen Entwöhnung vor den Schülern gleich eine volle Unterrichtswoche läge, hätte die ursprüngliche Planung Lehrer, Schüler und Eltern vor Probleme gestellt, schildern Schulleiter. Denn die Vorgabe des Kultusministeriums in Hannover lautete, dass die Einschulung der Erstklässler in der Zeit vom Samstag, 1. September, bis Mittwoch, 5. September, erfolgen könne.

Aber: „Wir können das nicht nach sechs Wochen aus dem Boden stampfen“, sagt Christiana Luttmann-Fähndrich von der Grundschule Hohes Feld über zu treffende Vorbereitungen. Montag Schulstart, Mittwoch große, schöne Feier für die Jüngsten – „nicht zu schaffen“, ist der Tenor. Zudem sei eine Einschulung mitten in der Woche für alle, die gerne am besonderen Tag des jetzt schon großen Nachwuchses dabei sein möchten, ungünstig. Eltern, Freunde, Verwandte müssten Urlaub nehmen – oder kämen eben nicht.

Bisher habe die Schule immer donnerstags angefangen, die Lehrer hätten in jener Woche bereits gearbeitet und Vorlauf für den großen Samstag gehabt. Jetzt verschöbe sich alles nach vorne. Auch die Alternative, dann eben am Samstag vor Schulbeginn, am 1. September, einzuschulen, ist offenbar an den Grundschulen diskutiert – und verworfen worden. Erstens könnte dann von den „Großen“ keine Feier für die „Kleinen“ vorbereitet werden; außerdem kämen einige Familien erst am Sonntag aus dem Urlaub, lautet die Begründung. Kurzum: Alle Grundschulen der Hamelner Kernstadt haben sich entschieden, einen Antrag beim Kultusministerium zu stellen, den Einschulungstermin auf den 8. September zu verschieben.

Dass die Entscheidung eine zweite Seite hat, sei dabei bedacht worden, sagt Luttmann-Fähndrich. Nämlich, dass die berufstätigen Eltern eine ganze weitere Woche nach den Sommerferien erst einmal ohne Betreuung dastehen. Hinzu kommt laut Uwe Wilhelms-Feuerhake von der Grundschule in Afferde, dass das Kindergartenjahr wie gehabt am 31. Juli endet und die Zeit bis zum Schulbeginn durch die späten Ferien ohnehin lang ist. Die Kitas und Kindergärten sind nicht mehr zuständig für die Betreuung, die Schulen sind es noch nicht. Jetzt suchen alle Beteiligten nach Lösungen, um den Hamelner Eltern der sogenannten „Lückenkinder“ so weit wie möglich entgegenzukommen.

Das Hamelner FiZ, Familie im Zentrum, hat die Koordination übernommen unter der Leitung von Dagmar Marschner. „Alle Akteure, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten“ beteiligen sich am Runden Tisch, an dem das Problem gelöst werden soll.

Zwar gehe es dort im Allgemeinen um die Ferienprogramme der verschiedenen Anbieter (zuständige städtische Einrichtungen, Horte der Träger DRK und Awo sowie der evangelische Jugenddienst). Doch der Fokus liege in diesem Jahr auf „der siebten Woche“, sagt Marschner.

Lösungen sind offenbar in Sicht, wenngleich auch noch nicht vollständig. Bis Ende Februar sollen im FiZ alle Informationen aus den Einrichtungen vorliegen, damit den Eltern im März das Betreuungsangebot vorgestellt werden kann. Es werde Angebote über die Familienbüros in den Stadtteilen geben, erklärt Marschner. Afferde und Rohrsen hätten schon Konzepte, der Fuchsbau auch, in Klein Berkel und anderen Bereichen werde noch dran gearbeitet. Angedacht ist unter anderem, die Betreuung der betreffenden Kinder über Tagespflegepersonen von der Beschäftigungsgesellschaft impuls abzudecken. Unentgeltlich werden die Angebote für Eltern nicht sein. Für die Ganztags- oder Halbtagsbetreuung sollen Gebühren erhoben werden, so Marschner. In welcher Höhe, wird noch erarbeitet. In diesem Zusammenhang erinnert sie daran, dass es für bedürftige Familien für die Betreuung Zuschüsse über das sogenannte Teilhabepaket gibt, das beim Job-Center oder beim Landkreis beantragt werden kann.

Für wie viele Beinahe-Schüler eine Betreuung angeboten werden muss, ist noch offen. Wilhelms-Feuerhake in Afferde rechnet für seinen Bereich mit etwa 30 Kindern von den 60, die eingeschult werden. Dort wird eng mit dem Familienbüro und der St.-Georg-Kirchengemeinde als Träger zusammengearbeitet. Auch die Kollegen der Schule wirkten an der Betreuung mit, so Wilhelms-Feuerhake.

Eltern können sich an das FiZ , Osterstraße 46, Telefon 202-3456, wenden.

Die Schule fängt nach den Sommerferien am Montag, 3. September, an; die Einschulung für die Abc-Schützen aber soll erst am 8. stattfinden.

Montage: Wal

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