weather-image
Zu Silvester haben die süßen Hefebällchen Hochkonjunktur / Stoßgeschäft auch bei Bäckerei Mensing

Sonderschichten für Berliner

Hameln. Einst waren sie die kalorienreiche Speise vor der Fastenzeit, und je nach Landstrich haben sie daher ihre Hochkonjunktur in der Zeit von Silvester bis zum Aschermittwoch. Und genauso unterschiedlich wie ihre Hauptverzehrzeit sind die Namen der fettgebackenen Winterspezialität: Während hierzulande zu Silvester „Berliner“ einfach zum Jahreswechsel dazugehören, verspeist man in Berlin „Pfannkuchen“. In Mitteldeutschland nennt man sie „Kräppel“ und in den südlichen und westlichen Karnevalshochburgen genießt man „Faschingskrapfen“.

veröffentlicht am 31.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:21 Uhr

270_008_6824158_hm102_Dana_3112.jpg

Autor:

Marina Fuchs
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Doch wie man die kugelrunden Leckereien aus der Backstube nun auch nennen mag: Für die Bäckereien bedeuten die gezuckerten Hefeteilchen erst einmal Sonderschichten: So kommen in der Hamelner Bäckerei Mensing derzeit täglich rund 1000 Berliner aus dem 165 bis 170 Grad heißen Fett. Kälter dürfen sie nicht frittiert werden. Dann würden sie sich voll Fett saugen. „Heißer darf es aber auch nicht sein“, erklärt Bäckermeister Axel Schroer: Dann bildet sich das gefürchtete Acrylamid. Acrylamid entsteht bei starker Erhitzung kohlenhydratreicher Lebensmittel, es wird bei der sogenannten Bräunungsreaktionen gebildet. Es steht im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein. Doch stimmt die Temperatur, und haben die Hefeteig-Ballen, die mit der ganz normalen Brötchenpresse portioniert werden, bei vorherigem Aufgehen und einmaligem Wenden sieben Minuten im Frittierfett gelegen, so kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, meint der Hamelner Bäckermeister.

Derzeit steht Schroer morgens im Anschluss an die nächtliche Normalschicht ab 5.30 Uhr nur zur Berliner-Produktion in der Backstube. Rund sechs Stunden widmet er sich dann mit mehreren Mitarbeitern ausschließlich den goldgelben Hefebällen, von denen bis Silvester rund 5000 Stück über die Ladentheken des Stammgeschäfts an der Klütstraße und die der Filialen gehen. Doch längst vorbei sind die Zeiten, in denen es Berliner nur in der Variante „Zucker bestreut und mit Marmelade gefüllt“ oder in der senfgefüllten Scherzversion gab. Wie Bäckermeister Schroer berichtet, gibt es die Senfvariante ohnehin nur noch auf ausdrückliche Bestellung: „Und das ist mit den Jahren immer weniger geworden, heute machen wir nur noch maximal 20 Senfberliner im Jahr.“ Stattdessen ist heute aber rund um und im Ur-Berliner die große Vielfalt gefragt: Füllungen mit verschiedenen Konfitüren, Cremes oder Eierlikör, Ummantelungen nicht nur mit Zucker, sondern mit Schoko- und Zuckerglasuren und Ausdekorierungen der Hefeteigbälle zu Krümelmonstern, Glücksschweinchen oder Froschkönigen. Und wer meint, letztere Fantasieproprodukte seien ausschließlich für Kinder bestimmt, der irrt gewaltig: „Auch für Erwachsene werden diese Tier-Berliner gern gekauft“, so Schroer.

In der Backstube gibt Bäcker Egbert Abraham den vorgeformten Berliner-Rohlingen Zeit zum Aufgehen, bevor sie ins heiße Frittierfett kommen.

270_008_6824154_hm101_Dana_3112.jpg
270_008_6824314_hm105a_Dana_3112.jpg

Dana (3)



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt