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Museum hofft auf Zuschuss

Sonderschau zum Pfeifer geplant

HAMELN. Bis zu 150000 Euro hofft das Hamelner Museum von der Kulturstiftung des Bundes zu bekommen. Mit dem Geld soll in Hameln eine eigene Sonderausstellung erarbeitet werden, die zum Pfeifer-Tag im Jahr 2020 eröffnet werden könnte. Im Zentrum dieses Projekt steht der Rattenfänger.

veröffentlicht am 07.03.2018 um 17:57 Uhr

Der Rattenfänger steht ohnehin im Museum oft im Mittelpunkt. Hier präsentierte Museumsleiter Stefan Daberkow im vergangenen Jahr zwei neue Gemälde mit dem Pfeifer. Foto: Archiv
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Es wird aber nicht nur um die historische Figur des Pfeifers gehen. Vielmehr sollen, so sagte es Museumsleiter Stefan Daberkow, auch die politischen und gesellschaftlichen Verführungen weltweit durch „Rattenfänger“ und Demagogen zum Thema gemacht werden. Die Bewerbung für das Sonderprojekt ist raus, eine Förderzusage jedoch noch offen.

Wie Daberkow kürzlich im Kulturausschuss der Stadt erläuterte, soll die kommende Sonderausstellung den Namen „Catching (the) Pied Piper – Im Bann des Rattenfängers“ tragen. Weil das Hamelner Museum die wohl größte Sammlung an internationalen Rattenfänger-Büchern besitzt, steckt hinter dem Projekttitel eine besondere Idee: Laut Stadtverwaltung könnte in den kommenden zwei Jahren unter Einbeziehung verschiedener Migrationsgruppen und „Communities“ aus Hameln „die internationale Rezeptionsgeschichte der Rattenfängersage, auch im Hinblick auf deren Gegenwartsrelevanz aufgearbeitet werden“. Die Bücher aus der umfangreichen Museumssammlung könnten in diesem Zuge mit Hilfe der Hamelner Migranten „in Originalsprache erschlossen werden“, heißt es weiter.

Durch die Beteiligung der Hamelner Bürger an dem Projekt erhoffen sich die Macher, dass sich „Experten zum Thema Rattenfänger für den jeweiligen Kulturraum“ entwickeln. Neben der Frage der regionalen Identitätsstiftung stehe dabei insbesondere die internationale Dimension der Rattenfängersage im Mittelpunkt, heißt es in einer Mitteilung des Fachbereichs Kultur in der Verwaltung. Geplant ist, auch unter Berücksichtigung des „weltweiten Interesses an der Rattenfängersage“, die Sonderausstellung später in die Dauerausstellung des Museums einzugliedern.

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Der städtische Eigenanteil für dieses Projekt liege bei maximal 15000 Euro. Dieses Geld sei durch den Etat des Museums gedeckt. Sagt die Kulturstiftung des Bundes die Förderung zu, so soll unter anderem auch eine auf eineinhalb Jahr befristete Projektstelle damit finanziert werden.

Information

Ratten locken Besucher

Die Sonderausstellungen sind einer der Gründe, warum das Hamelner Museum ansteigende Besucherzahlen verzeichnen kann. Für Jahr 2017 meldete Museumsleiter Stefan Daberkow Besucherrekord: 26894 Menschen haben das Museum besucht, das waren 17 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr. Daberkow führt das große Interesse insbesondere auf die Sonderausstellung „Ratten“ zurück, die unlängst verlängert wurde und noch bis Ende August an der Osterstraße zu sehen sein wird. Der Oktober 2017 sei gemessen an den Besucher der beste Monat seit der Wiedereröffnung im Jahr 2011 gewesen, so Daberkow. „Das ist auf die Eröffnung der Ratten-Ausstellung im September zurückzuführen“, meint er. Die Besucherzahlen klettern stetig im Museum, das Interesse steigt. Für den Museumsleiter ist das allerdings kein Selbstläufer. „Es gibt ja keine Garantie für ständiges Wachstum.“ Das Museum müsse seinen Besucher etwas bieten. „Wir kämpfen jedes Jahr aufs Neue“, so Daberkow. Ab Herbst gibt es wieder etwas Neues: Dann stehen die 70er Jahre im Mittelpunkt. Mit einer Foto-Ausstellung will das Museum ein Stück Hamelner Alltagsgeschichte aufleben lassen.

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