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Gekürzte Fördermittel zwingen Stadt und Veranstalter zum Umdenken / Neue Zelte für weniger Geld

Soltec – Zukunft mit geringeren Zuschüssen

Hameln (bha). Die Karten für die Solarmesse Soltec werden in diesen Tagen zwar offiziell neu gemischt und verteilt, aber die altbekannten Spieler können sich schon eines guten Blattes und bester Siegchancen sicher sein. Allerdings sieht sich der bisherige und vermutlich künftige Veranstalter Rainer Timpe einer neuen Herausforderung gegenüber: gleiche oder bessere Qualität zu bieten bei deutlich reduzierter finanzieller Unterstützung. Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat seinen Zuschuss in Höhe von 62 500 Euro gestrichen, die Stadt Hameln wird ihre Hälfte in gleicher Höhe voraussichtlich drastisch kürzen. Kostensparen ist angesagt, soll die Soltec in Hameln Bestand haben. Und das scheint angesichts des finanziellen Drucks plötzlich zu funktionieren.

veröffentlicht am 30.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 06:21 Uhr

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Vor zwei Wochen hatte die Messen & Ausstellungen Rainer Timpe GmbH gegenüber der Dewezet noch davon gesprochen, dass mindestens 100 000 Euro Zuschuss erforderlich seien. Jetzt liegt der Stadt ein neues Angebot vor. Angemeldeter Zuschussbedarf: 50 000 Euro. Theoretisch ginge es auch ohne, erklärt Timpe. Was dann aber zu erwarten wäre, hätte mit Qualität nicht mehr viel zu tun, so der Tenor. Was ist das Geheimnis, das bislang offenbar Unmögliches 15 Jahre nach der ersten Soltec möglich macht?

Zwei große Kostenblöcke schiebt der Veranstalter vor sich her, die insgesamt 125 000 Euro ausgemacht haben: die Messe-Zelte und die Werbe-Aktivitäten. Letztere könnten nicht eingedampft werden, wolle man weiterhin ausreichend und interessante Aussteller und Besucher gewinnen, erklärt Timpe sinngemäß. Die charakteristischen Spannbauten mussten dran glauben. Bislang hatte die Stadt Hameln an ihnen festgehalten, obwohl sie teuer waren. „Sie sahen ja auch schön aus“, lautet das Hauptargument seitens der Verwaltung für die spitz zulaufenden weißen Zelte, die relativ wenig Ausstellungsfläche geboten haben. „Schön“ als Gegenargument zu „günstig“ und „aufwendig im Aufbau“ wiegt mittlerweile offenbar weniger schwer – jetzt erlaubt die Stadt andere Zelte, wie der Hamelner Wirtschaftsförderer Dietmar Wittkop erklärt.

Timpe will, so er den Auftrag erhält, auf zweigeschossige Konstruktionen mit über acht Metern Höhe setzen, die den Ausstellern mehr Gestaltungsspielraum bieten und die zugleich kostengünstiger sind. Dass diese nicht auf dem Rathausplatz, sondern beim nächsten Mal im Bürgergarten aufgebaut werden sollen, erspart der Stadt weitere 15 000 Euro, weil sie den Wochenmarkt während der Soltec nicht verlegen muss.

Eigentlich, so hat es die Stadt vorgesehen, könnte sich jetzt jeder Veranstalter für die Ausführung der Soltec bewerben. Mit der Messe AG in Hannover gab es bereits Gespräche, die laut Wittkop aber lediglich Kooperationen zum Gegenstand hatten. Timpes Unternehmen hat auch aus Sicht der Verwaltung beste Karten, auch künftig die Geschicke der Soltec zu lenken. „Es ist immer vorteilhaft, mit bestehenden Veranstaltern weiterzumachen“, meint Wittkop. Der Mindener Rainer Timpe hat die Soltec vor fünf Jahren übernommen und auf Erfolgskurs gebracht hat. Und so macht die Stadt derzeit auch kaum Aufhebens um die noch freie Soltec, sondern hat mit einer Rund-Mail an einige potenzielle Veranstalter in Deutschland kundgetan, dass es in Hameln einen Vertrag neu zu unterzeichnen gibt. Das beste Angebot zieht. Rührte die Stadtverwaltung jetzt groß die Werbetrommel, hielte Timpe das bei aller Wettbewerbsfreiheit für mindestens unglücklich. „Die Stadt soll jetzt keine Unruhe stiften“, sagt er und hofft seinerseits auf weitere Zusammenarbeit. Andere Bewerbungen mit Konzeptvorschlägen liegen der Stadt laut Wittkop jedenfalls noch nicht vor. Bei der Vertragsgestaltung zeigt sich die Verwaltung mittlerweile nicht nur bei den Zelten flexibler. Auch die Laufzeit sei Verhandlungssache und nicht mehr auf fünf Jahre festgelegt und räumt beiden Partnern Kündigungsmöglichkeiten ein.

Dass Hameln die Soltec überhaupt noch braucht, dass die Verbraucher die Soltec überhaupt noch wünschen und dass die Aussteller auch im 16. Jahr wieder auf der Soltec vertreten sein wollen, stellt von den Betreffenden niemand in Frage – trotz der gekürzten Einspeisevergütung und trotz bevorstehender Kürzung der Förderungen bei Photovoltaik-Anlagen. Wittkop führt die seltene Möglichkeit ins Feld, sich an einem Tag sämtliche Informationen zu beschaffen, die rund ums Energiesparen gesucht werden. Heimische Unternehmen wie Elektroma und Team Springe Solar setzen ebenfalls auf die Messe und heben deren Bedeutung für ihre Auftragsbücher und Kontakte hervor. Dabei müssten jedoch verstärkt neue Akzente gesetzt werden. Zugunsten von Geothermie und Elektromobilität könnte Photovoltaik etwas zurückgedrängt werden.

Spätestens im März soll, so Wittkop, der Rat eine Entscheidung über die künftigen Zuschüsse und den künftigen Soltec-Veranstalter fällen. Aussteller wie Veranstalter benötigen nämlich so schnell wie möglich Planungssicherheit.



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