weather-image
23°

Notfall auf der Weser – britische und deutsche Sanitäter arbeiten Hand in Hand

Soldaten retten Schwangere mit Sturmboot

Hameln (ube). Britische Reservisten haben eine schwangere Frau (22), die während einer Schlauchbootfahrt auf der Weser starke Schmerzen im Unterbauch bekam, mithilfe eines Sturmbootes gerettet. Lance Corporal (Unteroffizier) John Brooks, der bei der Berufsfeuerwehr Hannover arbeitet, und Bernhard Mandla, Lehrrettungsassistent der Hamelner Wachbereitschaft, kümmerten sich während der kurzen Überfahrt um die Frau. Der Feuerwehr-Rettungswagen hatte sich dem Einsatzort nur bis auf 350 Meter nähern können. „Zwischen Fahrzeug und Patientin lagen ein abgeerntetes Maisfeld, ein Acker und die zugewucherte Uferböschung, an der bis zu zwei Meter hohe Pflanzen wuchern“, berichtet Oberbrandmeister Bernhard Mandla. „Der Weg durch das Dickicht schied für einen schonenden Transport der Schwangeren aus.“ Die spektakuläre Aktion fand am späten Sonntagnachmittag statt.

veröffentlicht am 11.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 14:41 Uhr

270_008_5814032_hm102_1109.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zwei Paare aus Nordrhein-Westfalen waren zu einer Bootstour gestartet. Um 17.15 Uhr ging es der werdenden Mutter plötzlich sehr schlecht. Die Freunde machten ihr Schlauchboot am unbefestigten Ufer zwischen Hameln und Gut Helpensen fest – und winkten den auf der anderen Weserseite an der Fischbecker Landstraße übenden Soldaten zu. Stabsfeldwebel Brad Parker wurde aufmerksam, hörte Hilferufe. „Meine Jungs, darunter zwei Sanitäter, waren gerade zum Abendbrot in der Kaserne“, erzählt Parker. Der Pionier vom „412 Troop“ nahm sein Handy, wählte 112 und setzte einen Notruf ab. Dann informierte er seine Männer, die sich glücklicherweise gerade auf der Rückfahrt zum Truppenübungsplatz befanden.

Unklar ist, ob das Schlauchboot am Sinken war. „Als ich es zum ersten Mal gesehen habe, war zumindest keine Luft mehr drin“, berichtet Parker. Das würde erklären, warum die Gruppe das andere Ufer nicht aus eigener Kraft erreichen konnte.

Bootsführer Corporal Kevin Burgess und Lance Corporal Tony Snell, im Zivilberuf Logistiker bei der Polizeihubschrauberstaffel Niedersachsen, und Rettungsassistent John Brooks sprangen in das sieben Tonnen schwere Schnellboot mit Jet-Antrieb und ließen die beiden je 120 PS starken Motoren an, um Erste Hilfe leisten zu können. Die Feuerwehr-Retter Klaus Waltemathe und Bernhard Mandla mussten sich zu Fuß durch das unwegsame Gelände kämpfen. Deutsche und britische Sanitäter trafen zeitgleich bei der Schwangeren ein und untersuchten sie. Die Helfer machten sich Sorgen um das ungeborene Kind. „Die Briten haben angeboten, die Patientin mit ihrem Boot auf die andere Weserseite zum befestigten Übungsplatz zu bringen“, erzählt Mandla. „Wir haben das dankend angenommen.“ Mit vereinten Kräften wurde die Frau ein kurzes Stück durch den Fluss zum britischen Schnellboot getragen.

Rettungsassistent Waltemathe forderte derweil einen Notarzt und einen zweiten Rettungswagen an, während sich Mandla und Brooks an Bord um die 22-Jährige kümmerten. Notarzt Sven Schulze und drei Feuerwehrsanitäter nahmen die Patientin kurz darauf an der Fischbecker Landstraße in Empfang und brachten sie ins Krankenhaus.

Die Feuerwehrleute lobten den couragierten Einsatz der Soldaten: „Nur aufgrund der gemeinsamen, wenn auch ungewöhnlichen Rettungsaktion, war es möglich, die Erkrankte schnell, sicher und komplikationslos aus dem unwegsamen Gelände heraus in eine Klinik zu bringen“, meint Mandla. Stabsfeldwebel Parker sagte gestern: „Wir hoffen sehr, dass es Frau und Kind gut geht – und wünschen gute Besserung.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?