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Schlussrechnung liegt vor

So viel kostet das Pflaster vom Fest

HAMELN. Wie viel die lange umstrittenen Bauarbeiten insgesamt gekostet haben, konnte die Stadt lange Zeit nicht genau sagen. Erst am vergangenen Freitag erfolgte die Endabnahme für Osterstraße und Bäckerstraße, damit konnte auch die Abrechnung abgeschlossen werden: Etwa sieben Millionen Euro flossen in die Sanierung.

veröffentlicht am 24.08.2017 um 18:20 Uhr

Um die neuen Pflastersteine wurde lange gestritten. Foto: MZ
Michael Zimmermann

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„Das Pflaster ist fest“, hieß es Ende August 2013: Nach einem langen und dornenreichen Weg zur Neugestaltung der Fußgängerzone konnte endlich das erste Pflasterfest gefeiert werden. Inzwischen ist die große Altstadtsause eine feste Größe im Hamelner Veranstaltungskalender. Wenn heute Nachmittag, 15.30 Uhr, die Nachwuchsband Vorlaut die ersten Gitarrenriffs durch die Bäckerstraße hallen lässt, findet die Party bereits zum fünften Mal statt.

Wie viel die lange umstrittenen Bauarbeiten insgesamt gekostet haben, konnte die Stadt lange Zeit nicht genau sagen. Erst am vergangenen Freitag erfolgte die Endabnahme für die Bereiche Osterstraße und Bäckerstraße, damit konnte auch die Abrechnung abgeschlossen werden: Nach Auskunft von Stadtsprecher Thomas Wahmes flossen etwa sieben Millionen Euro in die Sanierung. Davon hatte die Stadt 4,2 Millionen Euro zu stemmen, der Rest kam aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und vom Landkreis Hameln-Pyrmont, der 600 000 Euro zuschoss.

Für den ersten Baubschnitt (Pferdemarkt) wurden 2,4 Millionen Euro fällig, von denen die Stadt Zuschüsse und Spenden in Höhe von einer Million Euro bekam. Die Abschnitte zwei und drei (Osterstraße und Bäckerstraße) kosteten 3,5 Millionen Euro (davon 1,5 Millionen Euro Zuschüsse und Spenden). In der Rechnung sind laut Wahmes auch Vorlaufkosten wie die Musterfläche in der Bäckerstraße oder eine Bürgerversammlung enthalten. Die Randbreiche (Teil des Münsterkirchhofes, Emmernstraße und Ritterstraße) schlugen mit 0,6 Millionen Euro zu Buche (Zuschüsse und Spenden: 250 000 Euro). Bleibt noch der Tunnel am Grünen Reiter, für den 500 000 Euro ausgegeben wurden (Zuschuss: 50 000 Euro).

Der Neubau der Hochzeitshausterrasse inklusive Sonnensegel ist in dieser Berechnung nicht enthalten, erklärt Wahmes. Hierfür schlagen noch einmal 340 000 Euro zu Buche, von denen aus dem Konjunkturpaket II 255 000 Euro an die Stadt flossen.

Der Kostenrahmen sei damit eingehalten worden, beteuert Wahmes. Zu Beginn der Planungen war von vier Millionen Euro die Rede, später beschloss der Rat eine Deckelung auf fünf Millionen Euro. Schnell war jedoch klar, dass auch das womöglich zu knapp kalkuliert war: Die Politik entschied sich nämlich im Juni 2011 für die Pflasterung mit höherwertigem, aber auch teurerem Naturstein. Damit lagen die Berechnungen für die ersten drei Abschnitte bei 5,75 Millionen Euro. Erst später wurden auch die Nebenstraßen und der Fußgängertunnel ins Projekt mit aufgenommen.

Dem Sanierungsprogramm ging vom ersten Aufschlag vor zehn Jahren an scharfe Kritik voraus, inklusive hauchdünn gescheitertem Bürgerentscheid. Den Kritikern erschienen die Pläne zu kahl, zu lieblos, zu teuer. Dennoch rollten im März 2010 die ersten Bagger. Der letzte Pflasterstein in der Bäckerstraße wurde im Juni 2013 verlegt. Ein Jahr später hatten auch die Nebenstraßen ihren neuen Belag und 2015 war dann auch der Fußgängertunnel am Grünen Reiter endlich fertig.

Mein Standpunkt
Michael Zimmermann
Von Michael Zimmermann

Seit vier Jahren liegt das Pflaster jetzt schon in der Fußgängerzone – und es liegt dort auch ganz gut. Die große Aufregung hat sich inzwischen gelegt, und auch die jetzt bekannten Kosten von sieben Millionen Euro wirken angesichts der Summen, die heute für andere Bauprojekte zu Buche schlagen, fast schon lächerlich klein. Am Wochenende darf also ruhig ausgelassen gefeiert werden.



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