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Besucherzahlen der Soltec weit unter den Erwartungen – Viele Aussteller enttäuscht und sauer

„So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen!“

Hameln (jch). Viel zu tun hatten die Männer an Bratwurstbude und Bierstand im Bürgergarten am Wochenende nicht. Freitag und Samstag sei es besonders schlimm gewesen, am Sonntag seien der verhaltene Besucherstrom der Soltec ab 14 Uhr abgeflaut.

veröffentlicht am 10.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 14:41 Uhr

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Diese Einschätzung teilen auch viele der Aussteller der Energiemesse. Ingo Böttger, Aussteller aus Rodenburg, der eigentlich ein paar Aufträge für Fotovoltaikanlagen an Land ziehen wollte, sieht sich regelrecht getäuscht: „Die Besucherzahlen der Soltec 2011 wurden mit 6000 angegeben. Nur deshalb sind wir hier.“ Er und sein Kollege schätzen, dass die Zahl der Besucher in diesem Jahr nicht einmal die 1000er Grenze überschritten hat. Verantwortlich für dieses Minusgeschäft macht er den Veranstalter. So habe er im Vorfeld nichts von Werbemaßnahmen mitbekommen.

Matthias Koglin, der mangels Kundschaft gegen 16 Uhr seinen Stand für Solaranlagen zusammenzuräumt, ist ähnlich enttäuscht. Das Wochenende mit drei Personen am Stand sei „eine personelle und finanzielle Katastrophe“ für den Kleinbetrieb. Seit 2004 sei der Solarfachmann auf der Soltec vertreten, jetzt aber sei Schluß: „Wenn sich das Konzept nicht total ändert, war das unsere letzt Soltec.“

Annette Neuber, die beim Veranstalter Expotec für die Soltec zuständig ist, zeichnet ein anderes Bild der Messe. Rund 2500 Tickets für die Messe seien verkauft worden, Schulkassen und Gäste bei der Eröffnung nicht mitgerechnet. Auch das Werbekonzept, dass zusammen mit der HMT erarbeitet wurde, sei aufgegangen. Neuber räumt allerdings ein, dass die Besucherzahlen nicht ganz den Erwartungen entsprachen. „Es wird in nächster Zeit eine Beiratssitzung geben, auf der wir mit der Stadt und dem Förderverein entscheiden müssen, wie es weiter geht“. Allein mit Fotovoltaik könne heute keine Messe mehr bestehen.

Wenig Andrang auch bei den Segways im Bürgergarten. Fotos: Dana

Der Beiratssitzung fiebert auch Lutz Reimann, Geschäftsführer von Elektroma entgegen. Er ist Mitglied im Beirat und sagt der Soltec eine düstere Zukunft voraus. „So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen“, sagt Reimann, der mit einigen Kollegen den größten Stand der Messe betreut und mit deutlich mehr Zulauf gerechnet hatte. Die Soltec habe es leider nicht geschafft, sich vom reinen Solarmesse-Image zu lösen. Ohnehin habe das Wort „solar“ durch die politische Debatte um die Einspeisevergütung Schaden genommen, aber auch die Expotec habe es verpasst, den neuen Charakter der Messe zu transportieren. „Die Bandbreite in diesem Jahr reicht von E-Mobility über Solartechnik bis hin zu intelligenten Stromlösungen fürs Haus“, so Reimann. Das habe draußen aber leider kaum jemand mitbekommen.

Für die Zukunft hofft er, dass die Soltec zu einer Messe wird, die die „Energiewende vollständig abbildet“. Vom Dach bis zum Keller sollen sich Interessierte dann über Energiesparmöglichkeiten informieren können. Nur so habe die Soltec noch eine Überlebenschance.



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