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Kritik an Bessmann-Ansiedlung in Hessisch Oldendorf

„So etwas gehört einfach nicht in ein Grundzentrum“

Hameln (CK). Harald Krüger freut sich, Susanne Lippmann ärgert sich vermutlich. Denn während der Bürgermeister der Stadt Hessisch Oldendorf die Tatsache begrüßt, dass die Bekleidungsfirma Bessmann mit Stammsitz in Marienfeld nun doch in seiner Kommune ein Outlet-Center etablieren will (wir berichteten), hat Hamelns Oberbürgermeisterin Sorgenfalten auf der Stirn. Vorausgegangen waren ein langer Streit und eine Phase, in der sich nichts tat – und das 15 Jahre lang.

veröffentlicht am 22.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 03:41 Uhr

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Zur Vorgeschichte: Die Firma Bessmann hatte Mitte der 90er Jahre ein entsprechendes Gelände an der Fabrikstraße in Hessisch Oldendorf gekauft und bekam auch 1997 eine Baugenehmigung für ein Bekleidungszentrum. Was das Unternehmen nicht ahnte: Ein Widerspruch war möglich. Und den legte die Stadt Hameln ein, damals unter Federführung des derzeit amtierenden Oberstadtdirektors Werner Lichtenberg. Der hatte die Befürchtung geäußert, dass durch die Umsiedlung des Bekleidungshandels, der bereits am Ortsrand von Hessisch Oldendorf gute Erfahrungen gemacht hatte, Hamelns Innenstadt als Mittelzentrum Kaufkraft entzogen würde. In der Folge entwickelte sich ein regelrechter Kleinkrieg: Bessmann machte mit großen Transparenten an der Baustelle darauf aufmerksam, dass die Stadt Hameln verantwortlich sei, wenn hier nicht gebaut werden dürfe, und warf den Verantwortlichen eine Art Verhinderungspolitik vor. Jeder, der an der Bauruine vorbeifuhr, bekam das mit. Das Ganze ging schließlich vor Gericht, und die Stadt Hameln unterlag. Doch obwohl Bessmann nach eigenen Angaben damals bereits zweieinhalb Millionen Mark investiert hatte, kam die Baustelle zum Erliegen – das Unternehmen war verärgert, der Schwung während eines zweijährigen Baustopps völlig versiegt.

Nun aber soll nach 15 Jahren alles anders werden: Volker Bessmann, der 2003 die Geschäfte von seinem Vater Heiner übernommen hatte, möchte künftig Marken- und Sportartikel, aber auch Sonderposten anbieten und ist bereit, auf dem Gelände rund 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu entwickeln und „ein paar Millionen Euro“ dafür zu investieren. Was wiederum bei der Stadt Hameln sauer aufstößt.

„Unsere Einstellung dazu hat sich nicht geändert“, sagt Pressesprecher Thomas Wahmes. Solch ein Einzelhandelsangebot mit innenstadtrelevanten Sortimenten gehöre einfach nicht in ein Grundzentrum wie Hessisch Oldendorf. „Unsere Aufgabe ist es, die umliegenden Grundzentren zu versorgen. So was wie in Hessisch Oldendorf kann nicht gut sein“, meint er. Trotz aller Bedenken sieht der Stadtsprecher von Hameln allerdings „keinen Hebel“, um das geplante Outlet-Center zu verhindern. Ähnlich ist die Auffassung auch beim Landkreis. Jörg Heine, Leiter des Amtes für Regionalplanung: „Es gibt einen rechtskräftigen Bebauungsplan, und das ist bestehendes Baurecht.“ Die Frage, ob die Errichtung dieses Bekleidungszentrums mit dem regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises vereinbar sei, stelle sich deshalb erst gar nicht, meint Heine.

Auch wenn die Hamelner Verwaltung große Sorgen hat, was die Realisierung der Pläne von Bessmann angeht: Weder auf dem bürokratischen noch auf dem politischen Wege scheint etwas dagegen zu machen zu sein. Und das dämmert wohl auch der Politik, die zum Teil nicht einmal darüber informiert ist. Thorsten Sander (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, räumt jedenfalls freimütig ein, von dem Thema bisher noch gar nichts gehört zu haben. Und politisch diskutiert, so glaubt auch Wahmes, wird das Bessmann-Vorhaben in Hameln _ aller Bauchschmerzen zum Trotz – ohnehin wohl nicht.



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