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Passanten äußern sich positiv zu den Werken der Künstler, die

Skulpturen im Bürgergarten

Hameln (kar). Schön? Nicht schön? Gewöhnungsbedürftig? In der Kunst scheiden sich die Geister, ist die Beurteilung von Werken immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und so gibt es in der Bevölkerung durchaus unterschiedliche Meinungen zu den Skulpturen im Bürgergarten. Hier fand eine Woche lang ein Wettbewerb zwischen fünf Künstlern statt: Annabella Claudia, Olaf Klepzig, Frank-Helge Steuer, Jan Ehlers und Jörg Schröpfer ließen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Am Ende vergab die Jury den ersten Preis an Klepzigs „Einstammpaar“, den zweiten an Annabellas „Weser-Nilpferd“ und den dritten an den „Apfelbaum-Rattenfänger“ von Ehlers. Was sagen Passanten zu den Kunstwerken? Lag die Jury mit ihrer Entscheidung richtig?

veröffentlicht am 14.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 22:21 Uhr

C. Rademacher
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Das Nilpferd ist bei Kindern beliebt

„Das Paar sieht gut aus“, gibt Hans Christen der Jury recht. Der Hamelner hat Olaf Klepzig ein paarmal besucht und zugeschaut, wie der Dresdner aus einem gewaltigen Eichenstamm die beiden Figuren schuf – mit der Motorsäge. Christen war fasziniert. „Wie der Mann mit der Säge umgeht, das ist Können“, sagt er voller Bewunderung. Ihm gefällt nicht nur die farblich unterschiedliche Gestaltung der beiden Figuren, sondern auch der Abstraktionsgrad. Der sei ansprechend, gebe aber keine unlösbaren Rätsel auf: „Man kann erkennen, was es ist“, stellt Barbara Spreemann fest, die das „Einstammpaar“ nicht zuletzt wegen seiner Größe mag: „Aber auch das Nilpferd gefällt mir gut“, sagt sie mit anerkennendem Blick auf Annabellas gewaltiges Flusspferd aus glasfaserverstärktem Kunststoff, das auf der Rasenfläche kaum zu übersehen ist. „Beide Skulpturen passen gut in den Bürgergarten“, findet die Hamelnerin.

Yvonne Müller und Christoph Richert finden das Paar zwar „nicht schlecht“, bevorzugen aber das Nilpferd und den Apfelbaum-Rattenfänger, dessen Haltung mit der zum Himmel emporgereckten Flöte gut ankommt. Auch eine Dame aus Afferde, die anonym bleiben will, findet für Ehlers’ Holzskulptur nur lobende Worte: „Die ist etwas ganz Besonderes.“

Hedwig und Jörg Moser sind eigens wegen des „Einstammpaars“ in den Bürgergarten gekommen. „Die plastische Wirkung überzeugt mich“, sagt er, „da sitzt jeder Schnitt“. Sie mag vor allem die weibliche, rote Figur, bei der „das Gesicht schön herausgearbeitet“ wurde, während der Mann seltsam gesichtslos geblieben sei. Mag sein, dass sich der Künstler etwas dabei gedacht hat. „Vielleicht ist er auch nicht fertig geworden“, rätseln die beiden.

H. Christen
  • H. Christen
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B. Spreemann
  • B. Spreemann
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B. Spreemann

Das Gegensätzliche der beiden großen Holzfiguren, die das Ehepaar Moser so faszinieren, lässt auch andere nicht kalt. Eine Bustouristin, deren Gruppe gerade durch den Bürgergarten geschleust wird, stürzt spontan auf das „Einstammpaar“ zu, berührt vorsichtig das Holz: „Wunderschön!“, sagt Christa Rademacher aus Sundern im Sauerland. Sie freut sich über die rote Farbe und die Größe der Skulpturen und begeistert sich: „Die Figuren sind abstrakt und ein bisschen skurril. Das gefällt mir.“

„Keine schlechte Wahl“, bestärkt auch Wolfgang Lesse aus Bodenwerder die Jury bei der Vergabe des ersten Preises.

Die fünfjährige Nicole Marie wartet gar nicht erst die Meinung ihres Papas zu Klepzigs Figuren-Paar ab: „Cool“, urteilt die Kleine, um im gleichen Atemzug festzustellen: „Aber das dicke Nilpferd ist noch cooler.“ Das sei natürlich für Kinder interessanter, meint ihr Vater Uwe Blanz. Er findet das „Einstammpaar“ sehr „ästhetisch und gut zu erkennen“, obwohl es durch seine Abstraktion viel Spielraum lasse, „alles Mögliche hineinzuinterpretieren“. Von den ausladenden Kurven der weiblichen Figur aber wäre so manche Frau vielleicht nicht so begeistert, setzt Blanz mit einem Lächeln dazu.

Gleich nebenan wühlt Dirk Klus im Erdreich: Für die Skulpturen hat der städtische Gärtner im Moment kein Interesse, sein Augenmerk gilt den Rabatten im Bürgergarten, die er und seine Kollegen gerade bepflanzen. Ihm gefallen die Skulpturen von Schröpfer und Ehlers. Warum? „Weil die mehr mit dem Rattenfänger zu tun haben“, sagt Klus kurz und bündig – und wendet sich wieder seinen Pflanzen zu.

Uwe Blanz und Töchterchen Nicole Marie mit Olaf Klepzigs „Einstammpaar“: „Cool“, findet die Kleine das Werk. Fotos: Wal

am Wettbewerb teilnahmen kommen an

Hedwig und Jörg Moser (li.) mögen Klepzigs Paar, Yvonne Müller und Christoph Richert (re.) finden andere Skulpturen schöner.



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