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Kaum mehr Haltemöglichkeiten für auswärtige Unternehmen / Stadt arbeitet bereits an Lösung

„Sitzquader“ am Bahnhof verwirren Taxifahrer

Hameln (ww). Als der Aerzener Taxiunternehmer Ulrich Koch vor einigen Tagen einen Fahrgast am Hamelner Bahnhof absetzen wollte, traute er seinen Augen kaum: Unmittelbar vor dem Eingang zum Bahnhofsgebäude wurden auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern mehrere große Steinblöcke aufgestellt – dort, wo Koch sonst immer seine Gäste ein- oder aussteigen lässt. „Jetzt muss ich meine Gäste 70 bis 80 Meter vom Eingang entfernt aus dem Auto schmeißen“, beschwert sich der Fahrer, denn die Stellplätze rechts des Vorplatzes sind den Hamelner Stadttaxen vorbehalten, und die Busspur ist für Taxifahrer tabu.

veröffentlicht am 26.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 12:21 Uhr

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Koch chauffiert häufig Gäste des Schlosshotels Münchhausen oder der Aerzener Maschinenfabrik zum Bahnhof der Rattenfängerstadt, oft sind Koffer oder Golftaschen mit an Bord. „Ich will ja gar nicht auf gut Glück vor dem Bahnhof auf Fahrgäste warten, aber auch bei Regen oder Schnee muss es doch möglich sein, vom Taxi zum Zug zu gelangen, ohne pitschnass zu werden.“

Und auch die Hamelner Taxifahrer sind alles andere als begeistert: 26 Taxen mit Konzession gibt es laut Bereitstellungsplan im Hamelner Stadtgebiet, neun von ihnen stehen – wenn sie nicht gerade im Einsatz sind – täglich am Bahnhof bereit. Doch für neun Fahrzeuge ist der nun von Steinblöcken begrenzte Platz viel zu eng bemessen, zudem eine Baustelle die Ein- und Ausfahrt zur Taxispur derzeit zusätzlich verengt. „Wenn zu den Stoßzeiten ein bisschen was los ist, kommt hier keiner mehr rauf oder runter“, berichten drei am Dienstagmorgen vor dem Bahnhof wartende Fahrer der „Funk-Taxen-Zentrale 7477“, „da ist Gerangel programmiert.“

Doch was steckt hinter dem steinernen Platzverweis? Anders als der Bahnhof selbst liegt der Vorplatz im Zuständigkeitsbereich der Stadt Hameln, deren Sprecher Thomas Wahmes erklärt: „Bislang war die Fläche vor dem Eingang des Bahnhofsgebäudes ungeordnet, und das hätte auch funktioniert, hätten alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht genommen.“ Allerdings sei der Bereich, der eigentlich Fußgängern vorbehalten sei, in der Vergangenheit immer wieder von Lieferfahrzeugen, Privatwagen und Taxen befahren worden. „Wir haben uns deshalb entschlossen, die Verkehrsströme am Bahnhof neu zu ordnen und klar voneinander zu trennen“, so Wahmes.

Die Steinblöcke sind übrigens nicht einfach nur Schikane, sondern „Sitzquader“, auf denen Fußgänger gern Platz nehmen dürfen. An einer Lösung für das Taxi-Problem arbeite die Stadt bereits: „Wenn die Baustelle an der Bereitstellungsspur für wartende Busse verschwunden ist, steht der Bereich rechts des Vorplatzes wieder voll und ganz den Hamelner Taxen zur Verfügung“, berichtet der Stadtsprecher. „Für die auswärtigen Taxen, die Fahrgäste bringen oder abholen, verhandeln wir derzeit mit Öffis und Polizei, ob die Busspur mitgenutzt werden kann, wie in anderen Städten üblich. Das Ganze wollen wir zügig regeln, am liebsten noch im Oktober – damit es keinen weiteren Ärger gibt.“

Steinblöcke verhindern nun, dass Fahrzeuge hier halten.

Foto: Dana



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