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Hamelnerin fordert Befreiung für ein Jahr

Sind Pflegehunde bald steuerfrei?

HAMELN. Hunde, die in Hameln in Pflege genommen werden, sind für acht Wochen von der Steuer befreit. Die Hamelnerin Sina Ertel schlägt vor, die Steuerbefreiung auf ein Jahr auszuweiten: „In anderen Kommunen sind Pflegehunde grundsätzlich steuerfrei.“ Mit ihrem Anliegen hat sich die Hamelnerin an die Fraktionen im Hamelner Rat und Oberbürgermeister gewandt.

veröffentlicht am 15.09.2017 um 13:20 Uhr
aktualisiert am 15.09.2017 um 15:45 Uhr

Auch das Hamelner Tierheim würde eine Steuerbefreiung für Pflegehunde begrüßen. Foto: Janusch Porada/Privat
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Er hat große Kulleraugen, ein kuscheliges Fell – ist aber dehydriert und am Ende seiner Kräfte, erinnert sich Sina Ertel an die ersten Eindrücke von Straßenhund Nito, der in Spanien gefunden und aufgepäppelt wurde. Ihre Familie hat bereits zwei Hunde, einen dritten wollten sie nicht dauerhaft adoptieren, „dennoch wollten wir uns engagieren und für Nito eine Pflegestelle sein.“ Der Vierbeiner sollte aus der spanischen Rettungsstelle nach Deutschland gebracht werden, und hier – bis er endgültig vermittelt wäre – bereits einiges in der Familie lernen. Die Kosten für die notwendige Haftpflichtversicherung hätte der Verein, der sich in Spanien um die Hunde kümmert, getragen, die Hundesteuer ist von der Pflegestelle zu entrichten. „Damit er nicht ins Tierheim muss, hätten wir Nito gerne genommen, aber finanziell ist es ein Risiko“, erzählt sie.

In Hameln zahlt man für die ersten acht Wochen, die man einen Hund in Pflege hat, noch gar nichts; anschließend werden die Vierbeiner regulär steuerpflichtig. Bei Familie Ertel wären dies – weil es ihr dritter Hund wäre – 196 Euro jährlich gewesen. „Es gibt Kommunen, in denen sind Hunde in Pflege, solange bis sie vermittelt und adoptiert sind, grundsätzlich steuerfrei“, sagt sie. Auch in Hameln sollten ihrer Meinung nach Bürger, die Hunde in Pflege nehmen, finanziell entlastet werden. Ihr Anliegen hat die Hamelnerin daher an die Fraktionen im Hamelner Rat und an Oberbürgermeister Claudio Griese geschickt: Für zwölf Monate sollten Pflegehunde von der Steuer befreit werden.

Um die Tiere zu vermitteln, seien Pflegestellen sehr wichtig: Hunde könnten sich bereits an eine häusliche Umgebung gewöhnen; durch die Eindrücke der Pflegestelle könnten die Tiere dann passgenauer beschrieben und vermittelt werden. „So könnten auch Tierheime und Vereine vor Ort entlastet werden“, ist Ertels Gedanke dahinter.

Die SPD, die Grünen und die Piraten haben ihr schon geantwortet: „Die Piraten wollen den Antrag im Rat direkt stellen; in der kommenden Sitzung steht es aber noch nicht auf der Tagesordnung“, berichtet Sina Ertel. In Erinnerung rufen möchte sich die Hundebesitzerin, der alle Vierbeiner sehr am Herzen liegen, dennoch: Die Einwohnerfragestunde vor der Ratssitzung am Mittwoch bietet Gelegenheit dazu.

321 000 Euro hat die Stadt Hameln im vergangenen Jahr an Hundesteuer eingenommen. Pflegehunde seien bei der Verwaltung in den vergangenen Jahren allerdings nicht angemeldet worden. Vielleicht, so hofft Sina Ertel, würden mehr Leute einen Hund in Pflege nehmen, wenn diese für ein Jahr von der Steuer befreit würden.

„Eine gute Idee“, nennt auch das Hamelner Tierheim die Steuerbefreiung für Pflegehunde. Leiterin Claudia Gebhardt weiß, wie schwierig die Tiere teilweise zu vermitteln sind. „Wir sind froh, wenn sie untergebracht sind“; und das natürlich langfristig und in einem wohlbehütetem Zuhause.

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