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Einigung mit Betriebsrat erzielt

Siegfried zieht Kündigungen zurück

HAMELN. Aufatmen bei den Mitarbeitern von Siegfried. Nachdem der schweizerische Arzneimittelproduzent angekündigt hatte, 17 von 27 Männern und Frauen kurze Zeit nach ihrer Anstellung wieder zu kündigen, werden die Mitarbeiter nun doch vorerst weiterbeschäftigt. Dies bestätigt Pressesprecher Peter Gehler auf Anfrage.

veröffentlicht am 31.08.2018 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 31.08.2018 um 18:20 Uhr

Die 17 Mitarbeiter, denen gekündigt werden sollte, behalten ihre Stellen vorerst. Foto: wal
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Wie der Pressesprecher der Siegfried Holding AG, Peter Gehler, auf Anfrage der Dewezet mitteilt, sei am Donnerstag und Freitag mit dem Betriebsrat „eine Einigung bezüglich einer Übergangslösung zur Erhöhung der dringend benötigten Kapazitäten erzielt“ worden. „Im Rahmen dieser Übergangslösung können alle Mitarbeitenden vorerst weiterbeschäftigt werden“, so Gehler.

Dies dürfte die Mitarbeiter nun hoffen lassen. Wie berichtet, war manchen nach wenigen Monaten, einigen bereits nach zwei Tagen, anderen sogar am Tag ihres Arbeitsantritts bei Siegfried zum 30. September gekündigt worden. Die Betroffenen waren fassungslos, eine Frau soll zusammengebrochen sein, schilderte eine Person, die selbst eine Kündigung erhalten hatte, aber ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Einige hatten für ihre Neuanstellung bei Siegfried ihre alten Jobs aufgegeben. Ihnen drohte nun, mit leeren Händen dazustehen.

Der Grund für die überraschenden Kündigungen laut Siegfried (wir berichteten): Aufgrund der guten Auftragslage sollte ein neues Schichtsystem eingeführt werden, eine Aufstockung auf 21 Schichten an 365 Tagen im Jahr erfolgen. Als eine Einigung mit dem Betriebsrat bereits zum Greifen nah gewesen sei, habe das Unternehmen zum 1. April 27 neue Mitarbeiter mit befristeten Verträgen eingestellt. Dann sei ein neuer Betriebsrat gewählt worden, eine Einigung blieb aus, sodass sich Siegfried gezwungen gesehen habe, 17 Mitarbeitern wieder zu kündigen. Kurzum: Die Geschäftsführung sah die Schuld für die Kündigungen beim Betriebsrat.

Dieser hatte gegenüber der Dewezet erklärt, dass die Meinungen speziell über die Anzahl der für das Schichtsystem nötigen neuen Mitarbeiter auseinandergegangen seien. Doch der Arbeitgeber habe die Verhandlungen abgebrochen und den Betriebsrat mit den in Aussicht gestellten Kündigungen unter Druck gesetzt. Zuletzt hatte Siegfried die Einigungsstelle hinzugezogen. Dort sollte nun eine Lösung gefunden werden. Stattdessen wurde jetzt eine Übergangslösung gefunden, sodass die 17 Mitarbeiter, die ein Kündigungsschreiben erhalten hatten, bis auf Weiteres angestellt bleiben.

Die Einführung des neuen Schichtsystems sei nun für den 1. September 2019 vorgesehen, teilt Gehler mit. „Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat werden fortgesetzt.“ Der Betriebsrat war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.



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