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Sie verdienen ihr Geld mit dem verteilen von Knöllchen

veröffentlicht am 14.07.2010 um 14:53 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (ni). Hamelns Politessen und ihre männlichen Kollegen sind ihr Geld wert. Mit den Verteilen von Knöllchen bringen sie der Stadt mehr ein, als sie an Personalkosten verursachen.

Zu siebt und im Schichtdienst sind die „Verkehrsüberwacher“ mit dem besonderen Blick für parkende Autos vor abgelaufenen Parkuhten und Halteverbotsschildern auf den Straßen und Plätzen der Stadt unterwegs.  37 767 knöllchen steckten sie im vergangenen Jahr hinter die Scheibenwischer und kassierten damit exakt 332 365 Euro und 26 Cent von Verkehrssündern ab. Im Jahr davor waren es 43 481 „Fälle“ und 362 141,44 Euro, in 2007 summierten sich die Einnahmen aus der Verteilung von 42 585 Strafzetteln auf 328 430,88 Euro.
Eine erzieherische Funktion mit nachhaltiger Wirkung hat die Überwachung des ruhenden Verkehrs mitsamt Ahndung der Verstöße gegen die Regeln offensichtlich nicht. Konstante Zahlen über die Jahre sprechen für sich. Dass 2009 5714 Fälle weniger aktenkundig wurden als im Vorjahr ist nicht auf mehr Wohlverhalten aufseiten der Autofahrer zurückzuführen, sondern allein auf die vorübergehende Dezimierung des Überwachungs-Teams. Eine Stelle war über längere Zeit unbesetzt.
 Auch an den aus Politessen-Sicht einträglichsten Revieren ändert sich nichts. Die Innenstadt ist und bleibt das Viertel, in dem im Schichtbetrieb von sieben Uhr morgens bis 20 Uhr am Abend die meisten Knöllchen verteilt werden. Mit bescheidenen fünf Euro kommt davon, wer 30 Minuten ohne gültigen Parkschein parkt. Wer diese Zeit auf drei Stunden ausdehnt, muss 25 Euro berappen. Parken in der Fußgängerzone außerhalb der offiziellen Zeiten für den Anlieferverkehr kostet nach dem bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog 30 Euro. Und mit dem Spitzensatz von 35 Euro wird zur Kasse gebeten, wer ohne Berechtigung einen Sonderparkplatz für Schwerbehinderte blockiert. 15 Euro werden fällig, wenn ein Fremder sein Auto auf einem ausgewiesenen Bewohnerparkplatz abstellt; genau so viel hat zu zahlen, wer das eingeschränkte Halteverbot ignoriert – und dabei erwischt wird.
 Der Landkreis verdient an den Falschparkern auch noch ein bisschen mit. Genauer gesagt an jenen, deren Zahlungsmoral zu wünschen lässt. Immerhin 20 Prozent der Ertappten stellen sich laut Verwaltung nämlich stur und zahlen nicht. Sie landen darum nach schriftlicher Anhörung, erneuter Erinnerung und eingeräumter Reaktionszeit nach etwa fünf Wochen bei der Bußgeldstelle des Landkreises. Die wird damit zum Herrn des des „Verfahrens“ und schickt die Bußgeldbescheide raus. Für den Empfänger wird die Angelegenheit damit deutlich teuer, denn er muss die Kosten des Verfahrens plus 3,50 Eruo „Auslagen“ tragen. Ein nicht bezahltes Fünf-Euro-Knöllchen wächst sich so ruck, zuck zu einem „Kostenbescheid“ von insgesamt 18,50 Euro aus. Von diesem Geld sieht die Stadt keinen Cent. Es fließt in die Kasse des Landkreises.



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