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Seit 25 Jahren besteht die Deutsch-Französische Gesellschaft / Jubiläumsfeier am Samstag

Sie sind echte Frankreich-Fans

Hameln. „Das Allerschönste an unserer deutsch-französischen Gesellschaft ist die gute Stimmung und die Harmonie zwischen den Generationen. Das schätze ich an ihr besonders.“ Wenn Monique Schulz, die Vizepräsidentin der DFG, wie sich die Gesellschaft kurz nennt, von ihren frankophilen deutschen und den französischen Freunden spricht, leuchten ihre Augen. Vor allem freut sie, dass die DFG mittlerweile 25 Jahre besteht und in diesem Jahr ihr Jubiläum feiert. „Wir sind ein sehr lebendiger Verein mit vielen verschiedenen Aktivitäten“, erzählt sie.

veröffentlicht am 25.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:21 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Höhepunkt des Jubiläums war am 15. November ein Chanson-Konzert mit der deutsch-französischen Sängerin Marén Berg im Lalu, das gemeinsam mit der Europa-Union und dem Verein für Städtepartnerschaften veranstaltet worden war. Am Samstag feierte die DFG nun ihr Jubiläum im Kreise von Mitgliedern und Freunden mit Sektempfang, Buffet, Kinderchor und einer Präsentation aller Gruppen im Forum des Schiller-Gymnasiums. Dabei berichteten Christa Bruns und Horst von Bültzingslöwen auch von den Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum des Elysée-Vertrages in Frankreich, die sie miterlebt hatten.

Rund 70 Mitglieder hat die Deutsch-Französische Gesellschaft, deren Vorsitzender Uwe Fanio ist. Ein Problem, das viele Vereine in der Region plagt, kennt die DFG nicht: „Wir haben keine Nachwuchssorgen“, erklärt Monique Schulz. „Der größere Teil unserer Mitglieder sind Ehepaare bis zum Alter von 40 Jahren, deren Kinder eine eigene Gruppe bilden.“ Mitglieder seien vor allem Deutsche, die die französische Sprache liebten, und Franzosen, die einen deutschen Ehepartner hätten.

Vorbei die Zeiten, als sich Franzosen und Deutsche als Erbfeinde begegneten und bis in die 1960er Jahre die „Boches“, wie die Deutschen von den Franzosen bezeichnet wurden, in Paris Probleme hatten, auch nur ein Bier zu bekommen. Erst der Elysée-Vertrag, 1963 unterzeichnet von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, begründete die neue deutsch-französische Freundschaft und eine deutliche Zunahme deutscher Schüler, die Französisch als zweite Fremdsprache wählten und Latein ins Abseits schickten. Eine Tendenz, die allerdings längst gebrochen ist. Mit der schwierigen Grammatik setzen sich heute immer weniger Schüler an den Gymnasien auseinander. In den Oberstufen der berufsbildenden Schulen wird sogar meist Spanisch als zweite Fremdsprache angeboten.

Gegründet wurde die DFG in Hameln am 25. April 1988. Zu den Gründungsmitgliedern und Initiatoren zählten damals Christa Bruns, Wolfgang Weber (ehemals Vikilu) und Uwe Fanio. Kurze Zeit später hatte der gemeinnützige Verein bereits 40 Mitglieder. Als Hauptziele der Gesellschaft nennt Monique Schulz die Pflege der französischen Sprache und Kultur – sie sind eben echte Frankreich-Fans. Wie aktiv die Mitglieder sind, zeigt das rege Vereinsleben. Gleich zwei Chanson-Gruppen existieren. Während die eine Gruppe sich jeweils spontan ausgesuchten Themen widmet, singt die zweite Kompositionen vom Mittelalter bis zu französischen Gospels. Im Literaturkreis werden vor allem philosophische Werke behandelt. Die etwa 15 zweisprachig aufwachsenden Kinder der DFG erhalten Französischunterricht im privaten Rahmen, singen in einem Chor oder unternehmen Ausflüge. Noch relativ jung ist eine Boule-Gruppe. Als eine fröhliche Truppe wird die „Theater Compagnie Amicallemand“ geschildert, die derzeit eine moderne Version von Molières „Die gelehrten Frauen“ probt – auf Französisch mit Einschüben in deutscher Sprache. Je nach Jahreszeit trifft sich eine Poesie-Gruppe im Sommer zur „poesie au jardin“ (Poesie im Garten) und im Winter zur „poesie aux chandelles“ (Poesie im Kerzenschein). Mehrmals im Jahr schreitet die Wandergruppe im Weserbergland aus und endet in gemütlicher Kaffeerunde. Mit dabei sind die Ältesten ebenso wie Kleinkinder im Kinderwagen. „Und uns sind Gäste immer willkommen“, betont die Vizepräsidentin, „wir sind offen für alle, die Interesse an uns haben.“

Auch bei herbstlichem Wetter macht die Kindergruppe der Deutsch- Französischen Gesellschaft ihre Ausflüge. Alle Kinder wachsen übrigens zweisprachig auf. privat



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