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Alexandra Soyke, Svenja Görlitz und Marc Zobel ausgezeichnet

Sie haben Zivilcourage gezeigt

Hameln. Dass sie kurz vor Weihnachten auf eine Bühne gebeten werden, um geehrt zu werden – daran werden die drei bei ihrem entschiedenen Vorgehen wohl nicht gedacht haben. Ihr beherztes Eingreifen sollte eigentlich nur helfen, fremdes Eigentum zu sichern oder gar Leben zu retten. Alexandra Soyke, Svenja Görlitz und Marc Zobel sind jetzt als Zivilcouragepreisträger der Stadt Hameln während einer Feierstunde ausgezeichnet worden.

veröffentlicht am 20.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:42 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Und so kam es dazu: Es ist der 26. Oktober, als die zwei Schülerinnen einen Fahrraddiebstahl auf dem Schulhof des Schillergymnasiums vereiteln können. Zwei mutmaßliche Diebe – einer von ihnen steht Schmiere, während sich der andere mit einer Zange an einem Rad zuschaffen macht – werden von der damals 16-jährigen Alexandra und der ein Jahr älteren Svenja bei ihrem kriminellen Vorgehen beobachtet. Die Schülerinnen zählen eins und eins zusammen und merken, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Sie machen auf sich aufmerksam, die Täter geben ihr Vorhaben auf und flüchten.

Doch nicht nur das: Svenja und Alexandra können der Polizei anschließend eine so detaillierte Täterbeschreibung liefern, dass die zwei Verdächtigen (22 und 26) schon zwei Stunden später von einer Streifenwagenbesatzung am Hastenbecker Weg entdeckt werden. Übrigens haben die beiden Schülerinnen auch ein Dankeschön des Fahrradeigentümers erhalten. „Darüber haben wir uns gefreut, dass der sich bedankt hat“, sagen die Preisträgerinnen. „Seit dem Vorfall achtet man in der Ecke mehr drauf, was da passiert“, sind sich die Schülerinnen einig.

Noch keine vier Wochen ist es her, dass Marc Zobel womöglich drei Menschen vor dem Tod bewahrt hat. Der Feuerwehrmann hat am 25. November dienstfrei. Als der 36-Jährige gegen 8.30 Uhr in Klein Berkel in den Grasbrink einbiegt, sieht er aus einem der Häuser Rauch aufsteigen. Zobel zögert nicht, stoppt seinen Wagen und läuft zum brennenden Gebäude. Er hört aus dem Haus Hilferufe. Das Erdgeschoss steht bereits in Flammen. Der Feuerwehrmann schätzt die Lage ein und weiß, dass er hier helfen muss. Der Hamelner wählt den Notruf und schlägt mit einem Stuhl die Glasscheibe der Haustür ein.

Marc Zobel holt zwei Frauen (40 und 82) sowie einen 64-jährigen Mann aus dem Haus und bringt sie so in Sicherheit. Ins Freie gelangen auch zwei Hunde. Nur Minuten später kommt es im Haus zu einer Durchzündung – heiße Rauchgase verbrennen explosionsartig. Das Haus steht bis in den Dachstuhl in Flammen.

„Definitiv ist die Situation eine andere, wenn man weiß, dass da noch jemand im Haus ist. Natürlich überlegt man dabei und spielt verschiedene Szenarien im Kopf durch und entscheidet sich hoffentlich für das Richtige. Und das anders, als jemand, der das noch nie erlebt hat“, sagt der erfahrene Feuerwehrmann am Rande der Preisverleihung. Die findet diesmal in einem würdigen Rahmen statt. Über 700 Besucher, darunter Oberbürgermeister Claudio Griese, sind in der Sporthalle des Schillergymasiums, als die Preisträger von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Zivilcourage des Präventionsrates für ihr mutiges Einschreiten gelobt und mit Gutscheinen bedacht werden.

Marc Zobel rettete drei Menschen aus einem brennenden Haus.ube

Svenja Görlitz, Alexandra Soyke und Jens Petersen (v. li.) am Tatort.fn



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