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Kürzen oder Fällen kommt nicht in Frage

Sicht weg – wie hoch darf ein Baum wachsen?

HAMELN. Wie hoch dürfen Bäume wachsen, die am Straßenrand stehen? Ab welcher Größe sind sie nur noch hinderlich? Und wie sollten sie gegebenenfalls gestutzt werden? Was städtische Bäume betrifft, ist die Antwort klar und eindeutig: „Wir lassen die Bäume wachsen“, heißt es aus dem Rathaus. Egal, wie hoch ein Baum wächst: Er werde in der Regel nicht beschnitten.

veröffentlicht am 10.08.2018 um 17:23 Uhr
aktualisiert am 10.08.2018 um 18:20 Uhr

Hinter dieser Linde am 164er-Ring befindet sich der Balkon von Marianne Schikore. Die Hamelnerin meint: Der Baum muss gekürzt werden. Im Grundsatz sieht die Stadt Hameln das anders. Foto: dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Marianne Schikore wohnt am 164er-Ring. In einer Wohnung im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses. Vor ihrem Balkon steht eine Linde. Den Baum hat die Stadt Hameln dorthin gepflanzt. Vor elf Jahren sei das gewesen, sagt Marianne Schikore. Der Baum steht auf dem Fußweg direkt an der Straße – und laut Marianne Schikore ist die Linde inzwischen so hoch gewachsen, dass die Hamelnerin von ihrem Balkon aus kaum noch Richtung Stadt blicken könne. Am liebsten wäre ihr deshalb, wenn die Linde deutlich gestutzt oder gar gefällt werden würde. „Es muss auf jeden Fall etwas geschehen“, sagt sie. Warum der Baum überhaupt dort gepflanzt wurde, fragt sie sich ebenso, in Anbetracht der Tatsache, dass es entlang des 164er-Rings doch schon genügend Straßenbäume gebe.

Bei der Stadt Hameln gibt es mehrmals pro Woche Anfragen von Einwohner, ob nicht Bäume gekürzt oder gefällt werden könnten, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Sehr restriktiv“ werde allerdings mit etwaigen Wünschen umgegangen. Demnach setzen die städtischen Mitarbeiter nur dann die Kettensäge an, wenn tatsächlich ein Sicherheitsrisiko besteht.

„Die Sichtbehinderung durch einen Baum ist kein Grund, diesen Baum zu entfernen“, sagt Wahmes. Dass Konflikte entstehen, wenn Bäume teilweise sogar recht schnell wachsen, darüber ist man sich im Hamelner Rathaus bewusst. Doch der Stadtsprecher weist – genauso wie die Mitarbeiter, die regelmäßig Einwohner-Anfragen erhalten – daraufhin, dass den Bäumen in der Stadt wichtige Funktionen zugesprochen werden: Sie würden Verkehrslärm schlucken, wirken als Gestaltungselemente im Stadtbild und prägen es an vielen Stellen sehr deutlich. In diesem heißen Sommer besonders zu merken: Die Bäume spendeten reichlich Schatten. Kurz: „Straßenbäume sind in vielerlei Hinsicht für das Leben in der Stadt elementar wichtig“, so Wahmes.

Die Stadt beschäftigt eigens Baumkontrolleure, die laut Wahmes „zweimal jährlich jeden Baum in der Stadt unter die Lupe nehmen“. Stellen sie fehlende Standsicherheit fest oder drohen Äste herunterzufallen, müsse die Stadt unverzüglich handeln, gegebenenfalls auch fällen.

Für Marianne Schikore vielleicht ein Lichtblick: Natürlich gebe es immer auch Ausnahmen, in denen doch einmal ein Baum zurückgeschnitten wird. „Dies ist immer einzelfallabhängig und wird direkt vor Ort entschieden.“ Doch grundsätzlich gelte: Bäume reagieren sehr sensibel auf Schnitte. „Eine gute Baumpflege ist die, die nicht erfolgen muss, denn jeder, auch kleinere Schnitt verursacht eine Wunde und bedeutet Stress für den Baum“, sagt Wahmes. An Straßen komme die Stadt jedoch kaum drum herum, Bäume zu beschneiden. Dort müsse in erster Linie das sogenannte Lichtraumprofil freigehalten werden. Damit ist der freie Raum über einer Straße gemeint, damit Äste beispielsweise nicht von durchfahrenden Lkw abgebrochen werden.



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