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Bundes- und Landespolizei zeigen Präsenz / Spezialhubschrauber machen Luftbilder

Sicher ist sicher – Fahnder im Sondereinsatz

Hameln. Sie tragen knallgelbe Jacken, ein Schlitz gibt den Blick auf ihre Dienstpistolen frei. Mit wachem Blick schauen sich die Kommissare Katja Lehmeier und Alexander Huer im Hamelner Bahnhof um. Wegen der aktuellen Terror-Warnung sind die Polizisten der Inspektion Hameln/Holzminden noch aufmerksamer als sonst. Während ihrer Sonderstreife gucken sie sogar in die Abfalleimer. Huer strahlt den Inhalt mit einer Taschenlampe an. Könnte ja sein, dass sich darin etwas befindet, was Verdacht erregt. Eine akute Gefährdungslage, das wissen die Beamten, gibt es in Hameln zwar nicht, aber dennoch gilt: Sicher ist sicher.

veröffentlicht am 22.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:21 Uhr

Detlef Lenger

Autor:

Ulrich Behmann
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„Das Ziel von Terroristen ist es, möglichst viele Menschen zu treffen. Insofern ist Hameln weniger gefährdet als eine Großstadt wie Hannover“, sagt Detlef Lenger von der Bundespolizeiinspektion Hannover, die auch für den Landkreis Hameln-Pyrmont zuständig ist. „Und deshalb“, erklärt der Kommissar, „steht die Rattenfängerstadt auf unserer Prioritätenliste auch nicht ganz oben.“ Soll heißen: Die personalstarken Mobilen Überwachungs- und Kontrolleinheiten, kurz MKÜ, haben derzeit andere Orte im Fokus. Sicherheitsstreifen in den S-Bahnen von und nach Hameln – ja, es gibt sie. „Aber doch eher selten“, sagt der Bundespolizist. Sorgen wegen der verschärften Sicherheitslage müsse sich niemand machen. Nach Angaben der für die Bahnanlagen und Gleise zuständigen Bundespolizei-Inspektion gibt es „eine ganze Reihe verdeckter Maßnahmen, die unsichtbar sind für die Fahrgäste“. Wenn Bundespolizisten auf dem Bahnhof in Hameln unterwegs sind, „dann achten sie auf Personen, die sich auffällig verhalten und sich für elektrische Anlagen, das Stellwerk oder Kesselwaggons interessieren“, sagt Lenger.

Unterstützung kommt aus der Luft. Nachtflugtaugliche Hubschrauber der Bundespolizei fliegen die Strecken ab. Die „Pirol“-Besatzungen machen Fotos, werten die Bilder später aus. In ausgewählten Zügen fahren schwer bewaffnete Bundespolizisten mit. Alle Reisenden, so der Kommissar, werden gebeten, wachsam zu sein und keine Gepäckstücke herumstehen zu lassen. In Hannover gab es deshalb bereits dreimal falschen Terror-Alarm. In zwei Fällen konnten die Besitzer der herrenlosen Koffer ermittelt werden, am Freitag wurde allerdings ein Rucksack, der in einer Tüte mit der Aufschrift „Müll“ steckte, vorsorglich von Delaborierern mit einem Wassergewehr zerstört.

Weil die Bundespolizei in diesen hektischen Tagen nicht überall sein kann, arbeitet sie eng mit der Landespolizei zusammen. So auch in Hameln. Zwar patrouillieren Polizisten der Inspektion Hameln/Holzminden nicht auf den Bahnsteigen (dafür ist die Bundespolizei zuständig), dennoch zeigen sie regelmäßig vor und im Bahnhof Präsenz. Vor allem morgens und nachmittags, wenn sich dort viele Pendler befinden. Die Polizisten tragen auffällige Jacken, sie sollen – wie alle anderen Bürger auch – Ausschau halten nach Merkwürdigkeiten. Der Erste Kriminalhauptkommissar Wilfried Ludwig nennt das „eigene Verdachtsgewinnung“. Der Leiter „Einsatz“ bittet unsere Leser: „Wer Sonderbares beobachtet, sollte die Polizei informieren. Man kann den Notruf 110 oder die 05151/933222, also die Nummer des Bürgertelefons, wählen. Wer sich geirrt hat, muss keinesfalls mit Konsequenzen rechnen“, sagt Ludwig.

Sonderstreife im Hamelner Bahnhof: Die Kommissare Katja Lehmeier und Alexander Huer schauen sogar in die Abfallkörbe. Man kann ja nie wissen.

Foto: Wal



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