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Bald eröffnet die fünfte Bar in Hameln

Shisha schlägt Disko

HAMELN. Samstagsabend in einer ShishaBar: Das Licht ist gedämmt, die Wasserpfeife blubbert. Gast und Gastgeber kennen sich mit Vornamen. Süßer Rauch zieht durch den Raum, es riecht nach Honigmelone, Traube oder Vanille. Bald sind es fünf Shisha–Bars in der Kleinstadt Hameln. Es drängt sich die Frage auf: Was macht das Shisharauchen derzeit so beliebt?

veröffentlicht am 11.08.2017 um 13:30 Uhr
aktualisiert am 12.08.2017 um 14:00 Uhr

Eröffnete damals die erste Shisha–Bar in Hameln: Mario Fröhlich genießt eine Wasserpfeife in seiner M&G Shisha–Bar. Foto: jj
Johannes Jordan

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Johannes Jordan Reporter
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„Beim Rauchen der Shisha steht die Gemeinschaft im Fokus.“, erklärt Yalcin Uzun. Der Mitbesitzer der Shisha–Bar Classic fährt fort: „Ganz selten kommen Leute allein, Shisha wird eigentlich immer in Gruppen geraucht.“

Besonders bei Jugendlichen ist die Shisha beliebt. Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge hat knapp ein Drittel der 12– bis 17-Jährigen bereits Wasserpfeife geraucht. So wie der 18 Jahre alte Nico Seibert: Der Emmerthaler rauchte seine erste Shisha mit 16 bei einem Freund im Keller: „Da haben wir die Shisha des großen Bruders gefunden und ausprobiert.“ Heute besucht er drei bis viermal im Monat eine der Hamelner Shisha–Bars. Unlängst hat sich der Gymnasiast eine eigene Shisha angeschafft. „Man trifft sich mit Freunden, die Shisha steht auf dem Tisch, man kann sich in ungezwungener Atmosphäre unterhalten.“

Mario Fröhlich – Inhaber der M&G–Shisha–Bar – hat den Eindruck, dass die Jugendlichen ihre Samstagabende immer häufiger ruhig angehen: „Die jungen Leute ziehen die Shisha–Bar der Diskothek vor.“ Yalcin Uzun macht noch einen anderen Grund für die Beliebtheit der Bars aus: den Fitness–Trend. „Bei uns wird wird wenig Alkohol getrunken. Viele trinken ein Wasser oder einen Pfefferminztee und rauchen in gemütlicher Atmosphäre ihre Shisha nach dem Training.“

Mitbesitzer Yalcin Uzun (li.) bedient einen Gast. Im „Classic“ wird die traditionelle Shisha mit einer modernen Bar kombiniert. Foto: jj
  • Mitbesitzer Yalcin Uzun (li.) bedient einen Gast. Im „Classic“ wird die traditionelle Shisha mit einer modernen Bar kombiniert. Foto: jj

Einer erinnert sich genau an die Anfänge der Shisha–Szene in Hameln: „Im April 2011 haben wir unseren Laden eröffnet, damals waren wir die erste und einzige Shisha–Bar in Hameln.“, erzählt Mario Fröhlich.

Mittlerweile gibt es in Hameln vier Shisha–Bars: das „M&G“, das „Highlight“, die „Diwan Lounge“ und das „Classic“. Die Bars unterscheiden sich voneinander vor allem optisch. Während die Diwan Lounge und das M&G orientalisch anmuten, versuchen die jüngeren Bars, das Highlight und das Classic, mit durchgestylter Hochglanzoptik zu punkten. M&G–Inhaber Fröhlich meint: „Die breite Masse will nicht mehr in orientalische Bars, die Leute bevorzugen Lounges mit modernem Look und rauchen dort ihre Shisha.“ Deswegen will Fröhlich beim anstehenden Umzug des M&G in die Thietorstraße 6 das Aussehen des Ladens moderner ausrichten – weg vom orientalischen Flair: „Wir passen uns dem Zeitgeist an.“

Yalcin Uzan findet: „Shisha ist längst etwas Modernes. Das versuchen wir mit unserem Laden zu zeigen. Wir versuchen, alle Altersgruppen und Herkünfte anzusprechen. Mit orientalischem Design wäre das schwierig.“

Mit dem „Hangout“ soll nun am Münsterkirchhof die fünfte Bar mit Wasserpfeifen entstehen. „Eröffnung ist am 1. September“, sagt Besitzer Mohammad Reza Karimian. Er befindet sich gerade in den letzten Vorbereitungen für seine Shisha–Bar.

Information

Weniger Zigaretten, aber mehr Shisha

Es hält sich wacker das Gerücht, dass Shisha weniger schädlich sei als das Rauchen einer herkömmlichen Zigarette. Ein Irrtum. Bei beiden werden finden sich krebserrengende Stoffe im Tabak. Der Shisha–Tabak ist zudem stark aromatisiert: „Die zahlreichen Zusatzstoffe machen ihn noch gefährlicher“, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Trotzdem steigt der Konsum von Wasserpfeifentabak. 2016 lag der Absatz in Deutschland um 45,6 Prozent höher als im Vorjahr. Im Gegenzug wurden 2016 7,7 Prozent weniger Zigaretten versteuert als 2015, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Trotzdem machen Zigaretten weiterhin fast vier Fünftel des gesamten Tabakmarkts aus. Sowohl Shisha als auch Zigaretten dürfen erst mit 18 Jahren geraucht werden.jj

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