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Unmut über Schließung der Filiale Meißelstraße / Auch Radfahrer und Falschparker ärgern Leser

Senioren wünschen sich, dass Sparkasse bleibt

Hameln (bha). Geld am Automaten abzuheben und Überweisungen online zu erledigen, ist für junge Menschen das Normalste der Welt. Die ältere Bevölkerung, vor allem Gehbehinderte, ist dagegen vor Probleme gestellt, wenn ihnen „ihre“ Bank abhanden kommt. So hat Silvia Gelhaar sich stellvertretend für viele Senioren, die in der Hamelner Nordstadt leben, am Dewezet-Lesertelefon beklagt, dass die Stadtsparkasse Hameln ihre Filiale an der Meißelstraße schließen will. „Hier herrscht große Betroffenheit und Unverständnis – wir sind alle vor den Kopf gestoßen“, sagt Silvia Gelhaar. Eine weitere Anruferin, für die der Weg zur dann nächstgelegenen Zweigstelle am Mertensplatz zu weit sei, regt in diesem Zusammenhang an, ein Rundschreiben zu organisieren, mit dem sich alle Betroffenen an das Unternehmen wenden. „Aber“, schränkt sie ein: „Ich selbst kann das nicht machen.“

veröffentlicht am 04.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 17:41 Uhr

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Ebenfalls in der Nordstadt macht es sich bei den Anwohnern bemerkbar, dass am Rewe-Markt, Fischbecker Landstraße, keine Glascontainer mehr stehen. Die Seniorin Christa Borowski weiß jetzt nicht mehr, wohin mit dem Leergut – den Nachbarn gehe es ähnlich –, und vieles lande jetzt leider in der Mülltonne. „Hier sind alles ältere Leute“, sagt sie, für die der Weg zu einem anderen Container zu weit sei.

In Groß Berkel sehen sich die Senioren einer ähnlichen Herausforderung gegenüber. Dort ist Ingeburg Dohme auf der Suche nach einer Möglichkeit, mal wieder rauszukommen. „Hier ist kein Bäcker mehr, kein Schlachter mehr, und bis zum Penny zu gehen, das schaffe ich nicht“, sagt die ältere Dame. Mal zum Multimarkt wäre schön, doch der Bus in die Richtung sei vor Jahren abgeschafft worden. Sie versteht nicht, warum – denn, so erinnert sie sich, der Bus sei damals immer voll gewesen. „Wir kommen nirgends mehr hin“, bedauert Dohme.

Mit einem andersgearteten Nicht-Wegkommen-Problem kämpft Sabine Haacke im Fröbelweg in Hameln regelmäßig und hofft, übers Lesetelefon eine Lösung zu finden: „Unsere Tiefgarageneinfahrt wird mehrmals in der Woche zugeparkt“, obwohl dort ein Schild „Absolutes Halteverbot“ steht. „Es ist wirklich ärgerlich“, sagt Haacke, die sich schon mehrfach ein Taxi gerufen habe, weil sie mit dem eigenen Auto nicht aus der Garage gekommen sei. „Die Stadt sieht keine Notwendigkeit zu handeln“, sagt sie und selbst etwas installieren „darf man ja nicht“.

Auch Paul Baumann wünscht sich strengere Ordnungsbehörden und zwar auf der alten Münsterbrücke. Seit den Bauarbeiten gilt dort ein Radfahrverbot auf dem gemeinsamen Weg für Radfahrer und Fußgänger, doch „was da los ist …!“, beschwert sich Baumann. „Da wird man angeklingelt und fast über die Weserbrücke geworfen“, überspitzt er die verbalen Zusammenstöße zwischen Fußgängern und Radfahrern.

Gar nicht laut genug kann es für Renate Frohmann sein. Sie ist entsetzt darüber, dass „wir seit Jahren nicht gewarnt werden können, wenn in Grohnde was los ist“, sagt sie über den Umstand, dass Hameln keine Sirenen mehr hat, die im Katastrophenfall warnen können.

Und einmal mehr ist beim Lesertelefon der Bürgergarten Thema. Käthe Schmidt lebt im Curanum, schätzt zusammen mit vielen anderen Bewohnern den Ausflugsort vor der Haustür. Aber jetzt „wird es uns vermiest“, sagt sie: „Es blüht nicht eine schöne Blume – überall ist Gras gesät worden.“

Während sich Leser sonst über Hundekot ärgern, ist es diesmal eine Hundebesitzerin, die sich ein netteres Miteinander erhofft. Tina Rickmeyer bedauert, dass sie sich als Hundebesitzer schon fast entschuldigen müsse, überhaupt einen Hund zu haben. „Natürlich muss jeder Besitzer den Hundekot wegmachen – aber wenn ich nicht mal Zeit habe, die Tüte dafür rauszuholen“, sondern sie gleich angeblafft werde – das ärgert sie. „Mehr Respekt wäre schön.“

Die Filiale der Stadtsparkasse Hameln an der Meißelstraße soll geschlossen werden. Etliche Anwohner sind aufgeschmissen und wissen nicht, wie sie ihre Bankgeschäfte erledigen sollen. „Wir können nicht alle mit Automaten umgehen“, sagt Silvia Gelhaar.

Foto: Wal



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