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Gebiet vom Bahnhof bis zur Deisterallee unter der Lupe / Als nächstes ist der Bürgergarten dran

Senioren fordern: Weg mit den Dreckecken!

Hameln (CK). Bei einem Rundgang durch die Innenstadt wird es an manchen Stellen allzu deutlich: Hameln hat Dreckecken! Weggeworfene Pizza-Schachteln, Plastiktüten, leere Flaschen zum Teil zersplittert – all das trägt nicht unbedingt dazu bei, dass Auswärtige einen positiven Eindruck von der Stadt gewinnen. Aber auch viele Hamelner selbst klagen über den Unrat, der – achtlos weggeworfen von gedankenlosen Zeitgenossen – allen Bemühungen zum Trotz manche Stelle verunziert. Die Senioren-Union der CDU will das nicht länger hinnehmen.

veröffentlicht am 26.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 11:41 Uhr

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Nach entsprechenden Klagen von Bürgern und einer eigens dazu einberufenen Vorstandssitzung hatte sich ein Team, bestehend aus dem Vorsitzenden Gerhard Paschwitz sowie seinen Mitstreitern Walter Klemme, Ute Paeschke, Werner Kirsch und Wilfried Warnecke an einem normalen Vormittag auf den Weg gemacht, um vom Bahnhof aus Richtung Altstadt diese Dreckecken unter die Lupe zu nehmen und alles mithilfe einer Kamera zu dokumentieren. Ergebnis: Stellenweise sieht’s wirklich schlimm aus!

„Der Bahnhof selbst sieht tipptopp aus. Aber alles, was dann folgt, ist dringend verbesserungswürdig und muss auf Touristen abschreckend wirken“, sagt Paschwitz. Das fängt schon bei der Bepflanzung an: „Für den Vorbereich des Bahnhofs etwa ist das von der Stadt schon lange zugesagt worden. Aber wir warten noch immer darauf, und dabei ist doch gerade dieser Bereich so etwas wie eine Visitenkarte“, ergänzt Klemme.

Paschwitz, selbst Mitglied des städtischen Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt, appelliert zwar an seine Mitbürger, die beim Thema Sauberkeit eben auch gefordert seien, vermisst aber dringend etwas ganz Besonderes: Papierkörbe, die mit einer Entsorgung für Zigarettenstummel ausgerüstet sind. „Stellenweise liegen die überall rum“, beklagt er und verweist auf das Positivbeispiel anderer Städte unter dem Motto „Wir geben Ihrer Kippe ein Zuhause.“ Das sei schon deshalb wichtig, weil Dreck nun mal eben Dreck nach sich ziehe. Da helfen seiner Ansicht nach auch die sogenannten „Hand- und Spanndienste“ – das Aufsammeln von Abfall durch Hilfskräfte – nur wenig. Paschwitz schlägt (zum wiederholten Mal) vor, die Parkraumüberwacher mit einzuspannen. Sie könnten ihre Umgebung aufmerksam beobachten und vom Abfall bis zum losen Gullydeckel alles melden, was ihnen auffalle, darunter auch den vielen Hundedreck. „Das ist ein Dauerbrenner, genauso wie die Forderung, sie durch entsprechende Kleidung als Ordnungskräfte kenntlich zu machen“, bedauert der Kommunalpolitiker.

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Etwas, das Paschwitz und seinen Mitstreitern neben dem Thema Hunde-„Tretminen“ ebenfalls am Herzen liegt: die unzähligen Krähen, die mit ihrem Kot Häuser, Straßen und Autos verunreinigen. Er habe schon mit einigen Ornithologen gesprochen, um nach Möglichkeiten zu suchen, die geschützten Vögel aus der Innenstadt zu vergrämen, sagt er. Eine Lösung steht allerdings noch aus.

Und das ist das Ergebnis der Bestandsaufnahme aus Hamelner Dreckecken: viel Dreck gegenüber dem Centralen Krankentransport am Hastenbecker Weg; beklebte Laternen im Bereich Bahnhofstraße und überall herumliegende Kippen; zugestellter Gehweg in der Bahnhofstraße 8, überall Dreck an der Ampelanlage „Scala“; desgleichen an der Bushaltestelle Deisterfriedhof und an der Gosse; eine beschädigte Bank in Höhe der Allee-Apotheke.

Das alles, so Paschwitz, seien nur Mosaiksteinchen. Die Liste lasse sich beliebig fortsetzen. Als nächstes jedenfalls haben sich die „Saubermänner“ unter den Senioren den Bürgergarten vorgenommen. Schließlich wird ab diesem Sommer in Hamelns Grüner Lunge nicht nur das sonntägliche Rattenfänger-Freilichtspiel aufgeführt, sondern auch das Musical „Rats“.

Bei der Stadt Hameln allerdings sieht man keinen Handlungsbedarf: „Der Bürgergarten hat bei der Reinigung die allerhöchste Priorität: Hier wird täglich (bis auf samstags/sonntags) geschaut, ob Abfälle herumliegen. Enger können Reinigungsintervalle gar nicht sein“, sagt ein Sprecher der Verwaltung. Für große Bereiche von Bahnhofstraße, Deisterstraße und Deisterallee seien die Anlieger in der Pflicht. Die Stadt reinige die öffentlichen Flächen. Eine sogenannte Sichtreinigung, also das Entfernen von Unrat per Hand, erfolge zwei bis drei mal wöchentlich. Das Ergebnis könne sich sehen lassen. Aber: „Es kann ja auch nicht ständig ein Mitarbeiter dort stehen und sich um die Hinterlassenschaften kümmern.

Unrat in vielen Rabatten, Kippen und ausgegossene Flüssigkeit in Bushaltestellen – kein schöner Anblick, sagen die Senioren.

Ein ständiger Kritikpunkt in Sachen Sauberkeit: die Unterführung am grünen Reiter.Fotos: Wal



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