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Seltener Fund: ein Nashornkäfer

veröffentlicht am 22.07.2010 um 10:24 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Afferde (ohm). Fröhlich tollen Kaja und ihr Freund Marcel durch den Garten, bis ihnen ein ungewöhnlich großer Käfer auffällt. Vorsichtig nehmen sie ihn auf die Hand und laufen zu Kajas Mutter, Jana Fritzsch. Die betrachtet das Tier eingehend, vergleicht es mit Fotos und erkennt schließlich an dem langen, leicht nach hinten gebogenen Horn, dass es sich um ein Nashornkäfermännchen handeln muss.

 In Fachkreisen heißt der Nashornkäfer Oryctes nasicornis und gehört zu der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Sie werden zwischen 20 und 40 Millimeter lang und haben einen stabilen, zweigeteilten, rötlich-braunen Panzer. Bis aus den zwölf Zentimeter langen Larven jedoch Nashornkäfer schlüpfen, kann es – abhängig vom Lebensraum – rund fünf Jahre dauern. Dieser lange Zeitraum und die relativ kurze Lebensdauer von vier bis fünf Wochen tragen vermutlich zu ihrer Seltenheit bei.
 „Der Fund dieses Käfers hier in der Region ist etwas ganz Besonderes“, erklärt Christian Wiemeyer von der Unteren Naturschutzbehörde. Gemäß der Bundesartenschutzverordnung seien Nashorn- wie auch Hirschkäfer aufgrund ihrer Seltenheit besonders geschützt. Grundsätzlich ist der Nashornkäfer hier nicht heimisch, meint Christian Weidner vom NABU. „Diese Tiere sind aus dem Süden hierher eingewandert, aber normalerweise ist ihnen der Winter hier zu kalt“, erzählt er. Das Schlupfloch zum Überleben seien Komposthaufen, in denen selbst im Winter eine moderate Temperatur herrsche. Trotzdem gab es in den letzten Jahren keine Meldungen über Nashornkäferfunde, was, so Wiemeyer, auch mit der Ähnlichkeit zwischen Hirsch- und Nashornkäfer zusammenhängen könne. Die Verwechslung zwischen Hirsch- und Nashornkäfer geschehe leicht und so sei es durchaus vorstellbar, dass einige der gesichteten Hirschkäfer eigentlich weibliche Nashornkäfer gewesen sein könnten. Wenn auch Sie einen Nashorn- oder Hirschkäfer gesichtet haben, melden Sie es dem NABU Hameln unter 05151/1 36 71. Ab dem 4. August sind sie wieder für Sie da.



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