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Die Spur des Sperbers und des Colibris

Seltene Hefte zu Oldtimern aus Hamelner Produktion zu versteigern

HAMELN. Manchmal finden sich Spuren regionaler Industriegeschichte auch an entfernten Orten. Zum Beispiel in Pforzheim. Im dort beheimateten Buch- und Kunstauktionshaus Peter Kiefer werden Mitte Februar zwei Anleitungen für Oldtimer versteigert, die einst in den Norddeutschen Automobil-Werken (N.A.W) in Hameln hergestellt wurden: Der Sperber und der Colibri. Der Schätzpreis liegt bei 200 Euro, die Hefte werden als „sehr selten“ bezeichnet.

veröffentlicht am 31.01.2017 um 19:15 Uhr

Unter den zu versteigernden Heften ist auch eine Anleitung für einen Sperber.
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Für Oldtimer-Fans und Sammler sind die Hefte wahrscheinlich ein kleiner Schatz: Sie enthalten jeweils eine Gebrauchs-Anweisung, Behandlungs-Vorschriften sowie eine Ersatzteile-Preisliste. Illustrationen erklären genau, welches Teil wo sitzt.

Die Hamelner Automobilwerke, die sich südlich des Bahnhofs befanden, wurden 1907 von Hans Hartmann gegründet. Produziert wurden bis 1919 nur zwei Wagen: Ab 1908 der Personenkraftwagen Colibri, der vorwiegend nach Ost- und Nordeuropa exportiert wurde und ab 1911 das Modell Sperber, dass in Russland, Österreich, England, Südafrika, Neuseeland sowie in die baltischen und skandinavischen Staaten nachgefragt wurde. 1914 hatte das Unternehmen bereits 500 Mitarbeiter, die Jahresproduktion an der Ohsener Straße belief sich auf rund 800 Fahrzeuge. „Sperber – Sieger in vielen in- und ausländischen Zuverlässigkeits-Konkurrenzen – zuverlässig – schnell – dauerhaft“: Mit solchen Anzeigen warben die Hamelner N.A.W damals für ihre Kraftwagen.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges standen statt Autos Granaten und andere Rüstungsgüter wie LKW auf dem Programm. Die N.A.W sowie die Karosseriefabrik Burkart und Günther mussten Kriegsgut herstellen, wobei auch Lastwagen für die Wehrmacht gebaut wurden.

1917 übernahm Walther von Selve aus dem Sauerland die Firma und errichtete 1919 in ihren Räumen die Selve Automobilwerke GmbH. Schon 1920 wurde der Selve komplett neu entwickelt. Es gab Serienfahrzeuge mit Aluminiumkolben, eine Erfindung des Unternehmers.

Walther von Selve war Rennsportler, Unternehmersohn, begnadeter Techniker mit Beziehungen zu Adelskreisen, zur Hochfinanz und zur Industrie. Was konnte da noch schief gehen?

Am Ende doch einiges. Der Unternehmer geriet in den Strudel der Weltwirtschaftskrise. Die N.A.W stellte aber 1929 die Produktion ein. Rund 750 Arbeitnehmer verloren damit Ihren Arbeitsplatz.

Die Oldtimer kann man auch heute noch im Museum der Hamelner Automobilgeschichte am Hamelner Hefehof bewundern. Geöffnet ist freitags von 15 bis 18 Uhr, sonnabends von 11 bis 16 Uhr, für Gruppen auch an weiteren Tagen. Weitere Infos unter Tel. 0 51 51/ 5 78 50m oder www.hefehof.de



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