weather-image
10°

Richard Reginald Walker stirbt bei Attentat in Afghanistan / Kameraden in Hameln trauern um ihn

Sein größter Stolz war seine kleine Tochter

Hameln/Kabul. Am 7. Februar wäre Richard Reginald Walker 24 Jahre alt geworden. Der junge Vater, der beim 28. Pionierregiment an der Süntelstraße in Hameln diente, ist am 7. Januar in Afghanistan erschossen worden – von einem Menschen, dem er vertraute, von einem Mann, der die Uniform der afghanischen Nationalarmee trug. Die Taliban haben sich zu dem Attentat bekannt (wir berichteten). Der britische Pionier Walker und seine Kameraden waren gerade damit beschäftigt, die „Patrol Base Hazrat“ in Nahr-e Saraj in der Provinz Helmand für die Übergabe an afghanische Sicherheitskräfte vorzubereiten, als der Terrorist plötzlich seine Waffe zog und auf Soldaten der „Afghan National Army“ und der Isaf-Truppe feuerte. Mohammed Qasim Faroq habe die Truppen unterwandert und den Angriff ausgeführt, heißt es in einer E-Mail, die Taliban-Sprecher Qari Yousef Ahmadi verschickt haben soll. Richie, wie ihn seine Freunde nannten, hinterlässt eine Tochter: Die kleine Lilly-Faith war erst 18 Monate alt, als Walker Anfang September nach Afghanistan geschickt wurde. Bei seinem ersten Auslandseinsatz ist er ums Leben gekommen.

veröffentlicht am 10.01.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 16:02 Uhr

270_008_6095803_hm103_1101.jpg
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Zwei Dinge lagen Richard ganz besonders am Herzen – seine Tochter und seine Kollegen in der Armee. Er war ein stolzer und patriotischer Mann und ist bei der Ausübung des Jobs, den er so geliebt hat, gestorben“, heißt es in einer Stellungnahme seiner Angehörigen.

Der Kommandeur des 28. Regiments in Hameln, Lieutenant Colonel Chas Story, hat Walkers Einsatzbereitschaft und seinen Humor geschätzt: „Er war für mich der Inbegriff eines Soldaten: fit, fleißig und professionell, einer, der einen guten Charakter hatte. Ich habe zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt, dass noch eine glänzende Zukunft vor ihm liegt.“ Für Walker sei es zwar die erste Tour nach Afghanistan gewesen, „aber Hindukusch hat jeder gedacht, er sei schon oft dort gewesen, so geschickt und professionell war er“.

Sein Troop Commander (Zugführer) Lieutenant Brad Southall vom 28 Engineer Regiment sagt: „Wir haben einen unserer besten Soldaten verloren. Ich war beeindruckt von Walkers Charisma, von seinem Engagement und seinen immensen Fähigkeiten. Er war so etwas wie der ältere Bruder, zu dem alle aufschauen. Ich bin stolz darauf, ihn gekannt und gemeinsam mit ihm gedient zu haben.“ Richie, so Southall, sei „ein hingebungsvoller Vater gewesen, der alles für seine Tochter getan hätte“. Das bestätigt auch sein Kamerad Liam Ballantyne: „Richie hat von nichts anderem erzählt, als von seiner Tochter. Wo immer er war, er hat nicht aufgehört, über sie zu sprechen. Ich erinnere mich noch gut an eine Situation im Busch von Kenia: Um uns herum waren Löwen. Aber das hat ihn gar nicht interessiert. Alles, worüber er reden wollte, war seine kleine Prinzessin.“ Richard sei wirklich ein wundervoller Mensch gewesen. „Er war wie ein Bruder für mich. Ich werde ihn niemals vergessen.“

Soldat Matthew Cunningham erinnert sich noch ganz genau an den Tag, an dem Lilly-Faith getauft wurde. „Richie war so stolz, ich glaube, er ist ein paar Zentimeter gewachsen – und sein Lächeln strahlte noch mehr als sonst.“

Richard R. Walker wurde 1989 in Leeds geboren. Bevor er im Juli 2008 zur Armee ging, arbeitete er als Techniker bei Vauxhall. Am Ende der Militärausbildung wurde er Kraftfahrer. Seine erste Einheit war das in Hameln gegründete 28 Engineer Regiment an der Süntelstraße, dem er seit September 2009 angehörte. Walker übte unter anderem in Kanada und in Kenia, wurde später in North Yorkshire auf die Operation „Herrick 17“ in Afghanistan vorbereitet. Der junge Soldat lernte Gitarre spielen und war ein begeisterter Fußballer. Er war ein so guter Kicker, dass er das Hamelner Regiment bei Spielen vertreten durfte.

Das Schicksal des Soldaten beschäftigt auch den britischen Verteidigungsminister Philip Hammond: „Ich war tieftraurig, als ich vom Tod des Pioniers Richard Walker erfuhr. Seine Kollegen sprechen von einem sehr beliebten und pflichtbewussten Soldaten, der an seiner Einheit hing und ein hingebungsvoller Familienmensch war. Seiner Familie und seinen Lieben spreche ich mein tief empfundenes Beileid aus.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt