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Hamelner THW-Mann Andreas Weiher leitet bei Stendal spektakuläre Fluthilfe-Aktion

Sein größter Einsatz

Hameln/Kamern. Für den Hamelner THW-Zugführer Andreas Weiher ist es der größte Einsatz, den er jemals geleitet hat: 331 Helfer des Technischen Hilfswerks sind dem ehrenamtlichen Mitglied der Bundesanstalt im Kreis Stendal unterstellt. Gemeinsam mit Bundeswehr-Soldaten wollen Frauen und Männer aus sechs Bundesländern – darunter 16 Freiwillige aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont – mehrere Dörfer in Sachsen-Anhalt vor einer drohenden Überflutung bewahren. Durch das beschauliche Klietz fließt bereits ein reißender Strom. Der Ort ist evakuiert worden.

veröffentlicht am 14.06.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Nach dem Deichbruch bei Fischbeck strömt die Elbe seit Tagen ins Hinterland. Bislang steht eine Fläche unter Wasser, die ungefähr zweimal so groß ist wie der Bodensee. Das Problem: Zwischen Wulkau und Kamern staut sich die braune Brühe vor der höher gelegenen Landesstraße 18. Die muss weg. Bundeswehr und THW rücken an: Mit Panzern und Baggern wird ein Teilstück weggerissen. Eine TV-Reporterin des Mitteldeutschen Rundfunks spricht in ihrer Reportage von „Bildern, die aus einem Kriegsfilm stammen könnten“. An einen ähnlich gelagerten Katastrophenschutz-Einsatz in Deutschland kann sich niemand erinnern. Auch Weiher nicht, der seit 1979 beim THW ist und schon an Elbe, Weser, Emmer, Rhein und Oder gegen Hochwasser gekämpft hat. Während sich Bergungspanzer durch den Schlamm wühlen, schichten THW-Helfer bei schwüler Wärme einen 750 Meter langen und 50 Zentimeter hohen Damm auf. Weiher ist zum Einsatzabschnittsleiter Schönfeld/Sandau bestellt worden. Der 49 Jahre alte Industriemeister, der bei der Aerzener Maschinenfabrik arbeitet, muss dafür sorgen, dass alles wie am Schnürchen klappt. Über die Technische Einsatzleitung „Ostelbe-Havelberg“ fordert der THW-Mann Sandsack-Nachschub an. Eine Art Karawane setzt sich in Bewegung: Bundeswehr, Speditionen und Bauhöfe liefern mit 160 Lastwagen 80 000 Säcke an. „Wir wollen den aufgestauten Flutsee in Richtung Polder ableiten. Der soll 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen können“, erklärt Weiher. Auf diese Weise könne vielleicht verhindert werden, dass die Orte Wulkau und Sandau überflutet werden.

Am Abend steht der Leitdamm. „Wir sind hochmotiviert bei der Sache gewesen, haben alles gegeben“, sagt Weiher. Dann fügt der Vater zweier Kinder (9, 13) lächelnd hinzu: „Nach einem fast einwöchigen Einsatz an der Elbe sind wir alle mittlerweile körperlich und geistig schon etwas ausgelaugt.“ Die von der Bevölkerung auf vielfältige Weise gezeigte Dankbarkeit entschädige die Helfer aber für die Strapazen.

Helfer des THW Hameln bauen im Landkreis Stendal einen Damm. Für Andreas Weiher (u.) ist es der größte Einsatz, den er je geleitet hat.

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