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Poetry Slam in der Sumpfblume

Sechs Minuten Vollgas

HAMELN. „Aus Liebe die Sehnsucht, aus Unrecht die Welt.“ Mit diesen Worten beeindruckte Friedrich Herrmann aus Jena das Publikum in der ausverkauften Sumpfblume. Für den Sieg reichte es beim „Sumpfe Slam“ für ihn aber doch nicht ganz.

veröffentlicht am 10.02.2019 um 20:45 Uhr

Florian Wintels gewann den Sumpfe Slam. Fotos: kke

Autor:

Karin Kellerer
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Bei der Hamelner Dichterschlacht wetteiferten diesmal neben Herrmann Tanja Schwarz, Florian Wintels, William Lang und Sebastian Hahn mit lautmalerischer Lyrik und rasanter Kurzgeschichte um den Siegertitel. Sechs Minuten hatten die Bühnenpoeten Zeit, um mit selbst geschriebenen Texten die Herzen der Zuschauer zu erobern.

Oft wird beim Poetry Slam von einem „modernen Dichterwettstreit“ gesprochen – wobei der altbackene Klang womöglich falsche Erwartungen weckt. Denn tiefsinnige Lyrik ist nur eine von vielen Facetten, die das Publikum beim Slam erwartet: Von herzergreifenden Geschichten über charmant-witzige Storys mit Comedy-Touch bis hin zu salvenartigen Rap-Lyrics ist nahezu alles denkbar.

Auch dieser Poetry Slam war ein echtes Überraschungsei. Die von einem Zuschauer willkürlich gewählte Publikumsjury entschied mit Punkten zwischen eins und zehn, wie Text und Performance mit Gänsehaut, Lach-Attacken oder nachklingenden Gedanken überzeugt haben.

Tanja Schwarz brachte mit Glühwürmchen poetisch Licht ins Dunkel und ließ Schneeflocken toben wie auch Konfetti rieseln. William Lang verbreitete Herzklopfen und fragte: „Willst Du mit mir schlafen?“ Sebastian Hahn begeisterte mit dem Thema „Norddeutsche Sprache“. Lieblingsantwort der Norddeutschen – neben dem Schulterzucken – ist demnach: „Jo, kannst nicht meckern.“ Auch seinen Lieblingsfeiertag, Silvester, brachte er slamtechnisch brillant auf den Punkt.

Anja (41), Grit (39) und Filiz (38) aus Hameln sind echte Fans. „Als ich auf die erste dieser Veranstaltungen ging, dachte ich: voll langweilig“, so Filiz. „Aber inzwischen bin ich totaler Fan geworden.“ Sie habe immer mehr Bekannte mit ihrer Begeisterung anstecken können.

Am Ende des Abends traten die zwei Punktbesten – Herrmann und Wintels – noch einmal in einem fulminanten Finale gegeneinander an, um endgültig zu klären, wer die Dichterkrone – symbolisch – mit nach Hause nimmt.

Florian Wintels ging als Sieger aus diesem Rennen hervor. Sein Slam „Was kostet Geld?“ überzeugte die Zuschauer auch in der zweiten Runde nachdem er in der ersten des Deutschen liebstes „Kind“, den Fußball, zwischen den Zähnen hatte. Wintels war in der Macht der Worte und der Dramaturgie des Vortrags schwer zu übertreffen. Er endete mit den weisen Worten: „Werde zufrieden und glücklich, denn das ist unbezahlbar.“

Durch den Abend führte übrigens der professionelle Moderator und Slam-Poet Gerrit Wilanek aus Hannover.



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