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Geschäftsführer gegen Geschäftsführer: Was wurde alles mit Videokameras überwacht?

Schwere Vorwürfe hinter den Türen des DRK

Hameln (bha). Die Vorwürfe wiegen schwer und werden von dem Beschuldigten strikt zurückgewiesen: Der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Hameln-Pyrmont, Hubert Volkmer, verdächtigt den Geschäftsführer des DRK-Ortsvereins Hameln, Lutz Schiffling, die Mitarbeiter in der Zentralstraße mit Videokameras illegal überwacht zu haben.

veröffentlicht am 18.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:21 Uhr

Ein kleines Schild am Eingang zum Domizil des DRK-Ortsvereins Hameln an der Zentralstraße weist auf Überwachungskameras hin. Fot
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Basierend auf Behauptungen einer Mitarbeiterin, hat Volkmer nach eigenem Bekunden Anzeige bei der Polizei erstattet „gegen Unbekannt, denn ich weiß ja nicht, wer die Kameras dort installiert hat“, sagte er gegenüber der Dewezet. Damit habe er auf die Information „von Mitarbeiterin 1“ reagiert, nach der „Mitarbeiterin 2“ auf Schifflings Bildschirm Überwachungsbilder von ihrem Büro gesehen habe. Volkmer selbst habe die Fotos nicht zu Gesicht bekommen und nichts von den Videokameras gewusst, meint aber: „Die Mitarbeiterin ist so glaubhaft, dass das stimmt.“ In einer schriftlich formulierten Anzeige, die der Dewezet vorliegt, ist von vier Kameras die Rede. Volkmer habe den Geschäftsführer daraufhin schriftlich aufgefordert, die Kameras abzuschalten, sie abzubauen und etwaige gespeicherte Daten zu löschen. Parallel habe er den Landesdatenschutzbeauftragten, Landrat Rüdiger Butte in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Kreisverbandes sowie den Betriebsrat informiert und beantragt, dass Schiffling nicht länger als Datenschutzbeauftragter für den Kreisverband tätig sein dürfe. „Das kann ich doch nicht zulassen“, sagt Volkmer, dessen Arbeitgeber, der Kreisverband, den 79 Ortsvereinen übergeordnet ist. Der Hamelner Standort nimmt dabei eine Sonderrolle ein. „Hameln hat immer darauf geachtet, autark zu sein“, sagt Volkmer.

Einst war Hameln selbst Kreisverband, wurde 1992 zum Ortsverein, allerdings mit der Besonderheit, dass der heutige Kreisverband das Personal (Geschäftsführer plus drei Mitarbeiter) für Hameln stellt. Auf die Frage, ob das Verhältnis zwischen den beiden Geschäftsführern in irgendeiner Weise gestört sei, sagt Volkmer „Nein“, man habe eigentlich nichts weiter miteinander zu tun. Ein persönliches Gespräch aber zu den vermeintlichen Vorfällen habe es zwischen ihm und Schiffling noch nicht gegeben. „Zwei Anhörungstermine sind verstrichen“, so Volkmer. Weder Schiffling noch der Vorsitzende des Ortsvereins hätten sich bislang zu den Vorwürfen geäußert.

Schifflings Anwalt Dr. Jörn Hülsemann erklärte gestern Abend im Beisein seines Mandanten, dass „der Vorwurf der illegalen Videoüberwachung unzutreffend ist“, bestätigte aber, dass Kameras installiert waren. Seit Freitag seien sie abgeschaltet. Bis auf eine hätten sie der Überwachung der Türen gedient. Eine Kamera sei in einem Büro genutzt worden, in dem mit „der Kasse gearbeitet“ werde, so Hülsemann. „Diese Kamera konnte die Mitarbeiterin selbst ein- und ausschalten“, sagt der Fachanwalt für Arbeitsrecht, und über alle hätten die Mitarbeiter Bescheid gewusst. Ob dazu auch eine schriftliche Einverständniserklärung vorliegt, konnte er gestern nicht beantworten. Eine Verbindung der Überwachungskameras mit dem Computer des Geschäftsführers habe es nicht gegeben, bekräftigt Hülsemann.

Von der Strafanzeige, von der Volkmer spricht, habe er gehört, sagt Hülsemann. „Ich habe sie aber nicht vorliegen.“ Auch bei der Polizei ist von einer Anzeige nichts bekannt. Polizeikommissar Dirk Barnert sagte gestern Abend: „Hier ist nichts eingegangen.“



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