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Keine Sicherheitsbedenken an Langem Wall und Stockhof

Schuster-Kanzel abgesperrt: Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

HAMELN. Jetzt also mit Bauzaun: die Treppe an der Schuster-Kanzel. Zu dieser Maßnahme sah sich die Stadtverwaltung eigenen Angaben zufolge gezwungen, nachdem sie die in die Jahre gekommene Sandsteintreppe auf ihren Zustand untersucht hat (wir berichteten). Eine Sicherheitsmaßnahme. Aber wieso dort und an anderer Stelle nicht?

veröffentlicht am 21.12.2017 um 18:16 Uhr
aktualisiert am 21.12.2017 um 19:10 Uhr

Diese Treppe am Langen Wall steht dem geneigten Nutzer weiterhin als Zugang ans Ufer zur Verfügung. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Am Langen Wall zum Beispiel führt eine ähnliche Treppe ans Weserufer. Auch ihr Baujahr dürfte schon geraume Zeit zurücklegen. Das kleine Tor in der Ufermauer steht offen. Wer will, kann also ungehindert die Doppeltreppe betreten und die paar Stufen ans Weserufer herabsteigen, entweder links oder rechts herum. Das ist allerdings wenig einladend, schon gar nicht an nassen Tagen wie diesem: Treppe und Geländer sind völlig bewachsen. Auf den Stufen liegt Laub.

Einige Hundert Meter flussaufwärts führen jenseits der Skulptur der „Liebenden“ ein paar großformatige Stufen ans Weserufer. Auch hier findet sich keinerlei Absperrung, kein Bauzaun. Und am Schiffsanleger gibt es weder Zaun noch Geländer noch sonst ein Hindernis, das den unachtsamen Spaziergänger vom Tritt ins Leere beziehungsweise in die Weser abhalten würde – auch wenn es in der Vergangenheit sogar schon mal entsprechende Forderungen aus der Politik gegeben hat (wir berichteten).

Und am nördlichen Ende der Inselstraße führt eine Treppe moderneren Datums auf die Kaimauer der alten Schleuse: steil herab und ohne jede Absicherung. Wozu dann also ein Bauzaun an der Schuster-Kanzel?

Ein Bauzaun versperrt seit Kurzem den Zugang ans Weserufer an der Schuster-Kanzel. Foto: Dana
  • Ein Bauzaun versperrt seit Kurzem den Zugang ans Weserufer an der Schuster-Kanzel. Foto: Dana
Diese Treppe gilt bei der Stadt nicht als Treppe, sondern als Sitzgelegenheit. Foto: Dana
  • Diese Treppe gilt bei der Stadt nicht als Treppe, sondern als Sitzgelegenheit. Foto: Dana

„Die Stadt muss ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen“, teilt Stadtsprecher Thomas Wahmes auf Anfrage mit. Fachleute aus der Stadtverwaltung seien zu der Einschätzung gekommen, dass Nutzer der Treppe dort aufgrund des Zustands der Treppe stürzen und die Stadt dafür in die Verantwortung nehmen könnten. Dieses Risiko wolle das Rathaus nicht eingehen. Aber gehört ein bisschen Patina zu einer historischen Stadtkulisse nicht auch ein Stück weit dazu? Anscheinend nicht. „Die Historie hebt die Verkehrssicherungspflicht nicht aus den Angeln“, meint der Stadtsprecher. Und wieso sind dann die Stufen am Stockhof-Ufer nicht abgesperrt? „Das kann man nicht miteinander vergleichen“, sagt Wahmes. „Diese Stufen gelten als Sitzgelegenheit und wären in dieser Größenordnung als Treppe auch gar nicht zulässig.“ Am Ende sei es jedoch eine „Frage des Ermessens“, die von Experten entsprechend beantwortet werde, räumt der Sprecher ein. An der Inselstraße auf dem Werder und am Langen Wall sind sie offenbar zu anderen Schlussfolgerungen gekommen.

Die Treppe an Schusters Kanzel ist jetzt zwar abgesichert, der Zugang durch den Bauzaun aber nicht schöner geworden. Doch hier kann Wahmes Entwarnung geben. „Der Bauzaun ist nur eine vorübergehende Lösung“, sagt er. In Kürze werde der Zaun durch ein verschließbares Tor ersetzt. 2019 solle dann die Treppe wieder begehbar gemacht werden.

Langfristig soll im Rahmen der Neugestaltung des städtischen Weserufers auch das zugewucherte Ufer unterhalb der Schuster-Kanzel wieder attraktiver werden. Das kann allerdings noch dauern. Denn im ersten Abschnitt soll das Werder samt Spielplatz aufgewertet werden. Im zweiten Schritt gehe es um die Umgestaltung des Langen Walls sowie des Europaplatzes am Stockhof. Erst im dritten Abschnitt werde der Bereich an der Schuster-Kanzel am Krankenhaus angegangen.

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