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Wenig Interesse an Bauaufträgen

Schulzentrum Nord: Stadt drängt auf mehr Bewerbungen

HAMELN. Das heimische Handwerk kommt beim Neu- und Umbau des Schulzentrums Nord noch nicht in dem Maße zum Zuge, wie es sich Betriebe und Stadtverwaltung wünschen. Insgesamt gibt es nach aktuellem Stand zu wenige Bewerber auf die Ausschreibungen. Folge: Die Entwicklung der Kosten für die Baumaßnahmen drohen aus dem Ruder zu laufen, weil es zu wenig Wettbewerb gibt.

veröffentlicht am 27.04.2017 um 17:53 Uhr
aktualisiert am 27.04.2017 um 19:10 Uhr

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Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Die Verwaltung drängt nun darauf, dass sich noch mehr heimische Betriebe auf die Ausschreibungen bewerben. „Sehr mäßig“ sei jedenfalls die bisherige Beteiligung der Betriebe aus Hameln und dem Landkreis Hameln-Pyrmont an den Ausschreibungen.

Stand heute ist knapp ein Viertel der einzelnen Gewerke – insgesamt gibt es 69 Ausschreibungen für das Schulzentrum Nord – ausgeschrieben und vergeben worden. Doch schon jetzt werden die Kostenberechnungen der Stadt überschritten. Mit der Vergabe von bisher 16 Gewerken habe sich die von der Verwaltung angepeilte Bausumme von 5,19 Millionen Euro schon um 321 000 Euro auf 5,51 Millionen Euro erhöht.

Auf diese 16 einzeln ausgeschriebenen Baumaßnahmen hat es 56 Bieter gegeben, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit. Davon kommen 30 Bewerber aus dem heimischen Postleitzahlengebiet 31; von weiter her haben sich 26 Unternehmen an den Ausschreibungen beteiligt.

Das Problem ist laut Stadt: Die heimischen Firmen kommen gegenwärtig nicht gegen das Preisniveau der auswärtigen an. „Häufig liegen die heimischen Unternehmen mit ihren Angeboten deutlich über der Kostenberechnung, sodass dann auswärtige Unternehmen beauftragt werden müssen, da diese das wirtschaftlichste Angebot abgegeben haben“, heißt es aus dem Rathaus.

Bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen stehe unter anderem der Grundsatz der Gleichbehandlung im Vordergrund. Das heißt, es dürfe keine Bevorzugung geben, deshalb werden laut Stadt die Aufträge „grundsätzlich nach dem Wirtschaftlichkeits-Prinzip“ vergeben, „unabhängig davon, wo dieser herkommt“.

Die Anzahl der heimischen Bewerber sei „nicht allein ausschlaggebend“. Jedoch: Je niedriger die Zahl der Bewerber, desto schlechter ist der Wettbewerb. Die Verwaltung sei deshalb in manchen Fällen gezwungen, mangels Wettbewerb Angebote mit relativ hohem Preisniveau anzunehmen.

In der Kreishandwerkerschaft teilt man die Kritik an der mangelnden Beteiligungen an den Ausschreibungen indes nicht. Zumal „die großen Ausschreibungen ja erst noch kommen“, wie der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Ulrich Wichmann, betont. Diejenigen Aufträge, auf welche die Handwerksunternehmen besonders setzen, würden ohnehin erst frühestens Ende des Jahres ausgeschrieben.

Zu den bereits vergebenen Vorarbeiten im Elektro-Bereich, bei denen es drei Bewerber gab, sagt Obermeister Karl-Friedrich Schaper: „Das waren alles Hamelner Unternehmen.“ Gerissen wurde die Kostenplanung der Stadt trotzdem: Die Elektroarbeiten sind aktuell für 197 000 Euro vergeben worden. Geplant waren 174 000 Euro.

Die Einzelausschreibung der insgesamt 69 Gewerke war im vergangenen Jahr durch den Stadtrat beschlossen worden. Die Politik hatte sich bewusst gegen einen Generalunternehmer entschieden – unter anderem, um das heimische Handwerk in den Bau des Schulzentrums Nord stärker einzubeziehen. Zuvor hatte es seitens der Hamelner und Hameln-Pyrmonter Betriebe eine große Kundgebung vor dem Rathaus gegeben – mit der Forderung, einzeln auszuschreiben. Die Stadt Hameln betonte seinerzeit, dass aufgrund der Einzelausschreibung fünf zusätzliche Stellen in der Verwaltung nötig seien. Die Honorare für externe Beratungen hinsichtlich der Einzelausschreibungen erhöhen sich auf die Gesamtbauzeit von 3,5 Jahren um 200 000 Euro (wir berichteten).

Auch wenn sich nach Angaben der Stadt die momentan „niedrige Beteiligung nachteilig auf die Kostensituation“ auswirke, versichert Kreishandwerksmeister Hauke Wilhelm Bente: „Die Firmen stehen Gewehr bei Fuß.“ Nach wie vor würden sich die Unternehmen aus der Region große Hoffnungen auf kommende Bauaufträge machen. Und er ist optimistisch, dass die Hoffnungen erfüllt werden können. „Sonst hätten wir letztes Jahr doch gar nicht so eine Welle gemacht“, bekräftigt er. Wenn EU-weit ausgeschrieben wird, kann es laut Bente „an Kleinigkeiten“ liegen. Über ein heimisches Unternehmen, das bei einer aktuellen Ausschreibung nicht zum Zug gekommen ist, sagt er: „Es hat nur an ein paar Prozent gelegen. Aber die waren heiß darauf, den Auftrag zu bekommen.“

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